VonKlaus Greifschließen
Die mögliche Verlegung des Münchner Briefzentrums von der Arnulfstraße in den Germeringer Norden lässt bei der Gewerkschaft Verdi die Alarmglocken schrillen.
Germering – David Merck, Leiter des Fachbereichs Postdienste, erinnert jetzt daran, dass den Beschäftigten im Münchner Briefzentrum noch vor einem Jahr zugesichert worden sei, dass dessen Verlagerung in das Umland vom Tisch sei.
Jetzt hätten die Beschäftigten aus der Presse erfahren müssen, dass das Briefzentrum verkauft ist und die Verlagerung der Briefverteilung in das Umland nach Germering geplant ist. Merck: „Damit wird nicht nur das Vertrauen der Beschäftigten gründlich verspielt. Es ist ein Affront gegen Mensch und Natur.“
Etwa 1000 Beschäftigte seien negativ betroffen, insbesondere Teilzeitkräfte und Frauen mit Kindern in Nachtarbeit, erklärt Merck weiter. Fast alle von ihnen wohnten in der Nähe des jetzigen Briefzentrums oder haben kurze Wegezeiten durch die gute Verkehrsanbindung des Briefzentrums.
Durch Automatisierung wurden die Schichten verkürzt, jetzt soll durch die Verlagerung die Anfahrtszeit immens erhöht werden. „Die Beschäftigten sollen sich unwirtschaftlich verhalten, während der Postvorstand für einen fragwürdigen Einmaleffekt ein ganzes Briefzentrum verlagert“, kritisierte Merck.
Die Verlagerung führe zwingend zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Über eine Million Briefe täglich aus München mit Lkw ins Umland zu fahren und dann wieder die Hälfte davon in die Stadt rein zu fahren sei ökologischer Wahnsinn, wettert der Gewerkschafter. Einerseits rühme sich die Post mit ihren elektrischen Street-Scootern, andererseits wolle sie „von Subunternehmern mit den miesesten Lkw Briefe sinnlos durch die Gegend fahren beziehungsweise im Stau stehen lassen.“ Die Germeringer, die bereits jetzt über das hohe Verkehrsaufkommen stöhnten, würden sich für diese zusätzliche Luft- und Lärm-Belastung bedanken. kg
