Rotes Kreuz in Penzberg

„Viele reden vom Helfen, wir tun es“: BRK feiert 100-Jähriges - Einer ist über ein halbes Jahrhundert dabei

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Fest- und Kirchenzug zum 100-Jährigen des BRK Penzberg.

Das BRK Penzberg feierte mit rund 130 Gästen seinen 100. Geburtstag. Dass es eigentlich schon der 101. war, der da begangen wurde, ist der Pandemie geschuldet.

Penzberg – „Viele reden vom Helfen, wir tun es.“ Mit diesem Satz fasste Ludwig Schmuck in seiner Festrede zum 100-jährigen Jubiläum des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Penzberg das zusammen, was die Hilfsorganisation ausmacht: Hilfe an den Menschen, die diese brauchen, wo immer sie gebraucht wird, und das unabhängig von Hautfarbe, Rasse und Religion.

Eigentlich war das Jubiläum schon voriges Jahr, da die Gründung 1921 erfolgte. Aufgrund der Pandemie wurde die Veranstaltung verschoben. Gefeiert wurde am vergangenen Samstag mit einem Gottesdienst samt anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal, von dem die Vertreter von Rotem Kreuz, Wasserwacht und Bergwacht mit Fahnenabordnungen zum Festabend in der Stadthalle zogen.

Seit mehr als ein halbes Jahrhundert dabei: Ludwig Schmuck hielt die Festrede

Schmuck hat über die Hälfte der Geschichte des BRK in Penzberg nicht nur selbst miterlebt, sondern auch mitgestaltet. Vor 58 Jahren trat er der Hilfsorganisation bei, 1985 wurde er zum Kolonnenführer gewählt. Diese Funktion, die 1993 mit der Zusammenlegung der Sanitätskolonnen und Frauenbereitschaften in Bereitschaftsleiter umbenannt wurde, behielt er bis 2017. Zudem war er 20 Jahre Wachleiter.

Ludwig Schmuck hielt die Festrede - er ist selbst seit über einem halben Jahrhundert dabei.

In seinem Festvortrag gab Schmuck einen Überblick über die Geschichte. Anlass für die Gründung war ein Unglücksfall, bei dem organisierte Hilfe fehlte. Nach einigen Jahren entwickelte sich die Organisation sehr schnell. 1930 wurde das Jugendrotkreuz gegründet, ein Jahr später das erste Auto angeschafft. 1942 wurde der Bau eines eigenen Hauses begonnen, 1949 war es bezugsfertig. 1974 waren vier Hauptamtliche in der Penzberger Wache beschäftigt, 1978 kam der erste Zivildienstleistende, bis zur Aussetzung des Wehrdienstes 2010 folgten 50 weitere. Trotz aller Veränderungen in dieser Zeit ist laut Schmuck eines immer gleich geblieben: „die Werte der Menschlichkeit“, nach denen das Rote Kreuz handelt.

Penzberger Auslandseinsätze - in Italien, Rumänien und Algerien

Besonders im Gedächtnis geblieben sind Schmuck die zahlreichen Auslandseinsätze. 1966 halfen die Penzberger bei einem Hochwassereinsatz in Italien, vier Jahre später in Rumänien. 1977 stellten sie nach dem Erdbeben in Friaul 49 Fertighäuser auf, 1981 installierten sie eine Trinkwasseraufbereitung in Algerien.

In ihren Grußworten würdigten der Penzberger Bürgermeister Stefan Korpan und Landrätin Andrea Jochner-Weiß die Leistungen des Roten Kreuzes bei Unfällen und Katastrophen, die manchmal auch ein Risiko für die Helfer darstellten. Besonderer Dank gebühre dabei den vielen Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen.

100 Jahre BRK: Chronik und Ausstellung

Eine ausführliche Chronik mit dem Titel „Das Bayerische Rote Kreuz in Penzberg – 100 Jahre in Bildern“ ist im Sutton-Verlag erschienen. Das Werk ist im Buchhandel erhältlich. Im Penzberger Museum läuft zudem aktuell die Ausstellung „Rette mich!“ über das Rote Kreuz.

Text: Alfred Schubert

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