- VonWolfgang Schörnerschließen
Seit rund 100 Jahren gibt es das Rote Kreuz in Penzberg. Eine neue Ausstellung im Penzberger Museum mit dem Titel „Rette mich!“ erzählt von dieser Geschichte – und verknüpft sie zugleich mit virtuellen Körperwelten, Kunst und Biotechnologie. Sie ist ab Samstag, 16. Juli, zu sehen.
Penzberg – Vor 100 Jahren standen die Menschen noch unter dem Eindruck des 1918 zu Ende gegangenen Ersten Weltkriegs. Es waren unruhige Zeiten. Die Revolution war gescheitert, es herrschte Hunger und Wohnungsnot. Damals, im Juni 1921, gründeten in Penzberg der Polizist Ernst Vetter und der Schulhausmeister Michael Seidl eine Sanitätsabteilung der Feuerwehr, die ab November 1922 offiziell als Sanitätskolonne zum Bayerischen Landesverein des Roten Kreuzes gehörte. Der Penzberger Oliver Kugel beschreibt dies in seinem Buch über das Penzberger BRK, das bereits 2020 erschienen ist.
Von BRK-Einsätzen bis zu 3D-Reisen in Körperwelten
Nun widmet sich auch eine Ausstellung im „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ der Geschichte des Roten Kreuzes. Sie heißt „Rette mich! Menschlichkeit als Motor: Vom Roten Kreuz bis zur Kunst“. Die BRK-Geschichte ist nur ein Teil der Ausstellung. Die Schau schlägt zugleich einen Bogen zu virtuellen Körperwelten, die auf 3-D-Bildern und in einer Holografie zu sehen sind, zu Kunst und zur Biotechnologie des Unternehmens Roche. Die Projektleitung für die Ausstellung hat Stefan König übernommen, der dabei auch Unterstützung von Oliver Kugel erhielt. Das Konzept hat Ausstellungsmacher Tido Brussig aus München entwickelt.
Alter Sanitätskasten mit Opiumtinktur
Die Ausstellung erzählt sowohl von der Geschichte und den Aufgaben des deutschen Roten Kreuzes als auch vom Penzberger BRK. Einige Exponate stammen aus der Sammlung von Ronnie Strauch aus Sindelsdorf, Bereitschaftsarzt beim Penzberger BRK und Anästhesist in der Penzberger Klinik: zum Beispiel ein alter Sanitätskasten aus der Zeit um 1940 mit Spiritus, Opiumtinktur, Rasiermesser, Mullbinden und Schläuchen. Andere Exponate stellten das BRK Peißenberg und Balu Knedlik zur Verfügung, darunter eine Grubenrettungsausrüstung mit Beatmungsgerät aus den 1950er Jahren. Dargestellt werden ebenso die Aufgaben von Wasserwacht und Bergwacht.
Holografie, Kunst und Biotechnologie
Die Schau befasst sich aber auch mit Wissenschaft und Kunst. Sie zeigt in Zusammenarbeit mit der Münchner 3D-Agentur „Cat Productions“ medizinische Modelle und Animationen und bietet eine virtuelle Reise durch einen menschlichen Körper. Besucher erhalten dabei per 3D-Brille Einblick in die Anatomie des Menschen. Auch eine Holografie wird zu sehen sein. Diesen Teil der Ausstellung hat die ehemalige Museumsleiterin Freia Oliv kuratiert. Den Kunst-Teil stellte Carolin Koch zusammen: Bilder von fünf jungen Künstlern wie Annemarie Faupel und Benjamin Zuber, die Körper und Psyche thematisieren. Auch Roche ist vertreten: Zum 50-Jährigen der Biotechnologie in Penzberg ist im Dachgeschoss eine Installation mit einem Film und einer Zeitleiste zu sehen.
Laufzeit und Öffnungszeiten der neuen Ausstellung
Die Ausstellung „Rette mich!“ Menschlichkeit als Motor“ im „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ (Am Museum 1) läuft von Samstag, 16. Juli, bis Montag, 31. Oktober. Öffnungszeit: dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr. Das Begleitprogramm zur Ausstellung startet am Sonntag, 31. Juli, 11 bis 15 Uhr, mit dem Format „Fragen Sie einen Sanitäter“.