Der dritte Teil der Reihe „Dein Geretsried – Dialog direkt“ auf dem Grünen Markt war ein Kommen und Gehen. Diesmal hatte Bürgermeister Michael Müller viel Verstärkung aus dem Rathaus - die meisten Besucher wollten ihn aber direkt sprechen.
Geretsried – Mit Bau- und Wirtschaftsamt, Geschäftsführung sowie Drittem und Zweitem Bürgermeister samt vier Stadträten war die Stadt am Montag auf dem Grünen Markt beim dritten „Dein Geretsried – Dialog direkt“ stark vertreten. Die Anfragen der Bürger verteilten sich auf Wirtschaftsförderin Annette Hilpert, Bauamtsleiter Rainer Goldstein, Seniorenreferentin Sabine Gus-Mayer sowie Hans Hopfner und Gerhard Meinl. Die meisten jedoch wollten mit dem Rathauschef persönlich reden.
„Das ist ja toll, dass ich Sie hier so einfach ansprechen kann“, meinte eine Frau, die ein kleines Problem wegen eines zu schmalen Gehwegs hatte. Der Zustand von Wegen und Straßen wurde von mehreren Seiten bemängelt: etwa der Böhmerwaldstraße im Bereich Rotkehlchenweg oder die Blumenstraße kurz vor der Einmündung in die Bundesstraße. Der Bürgermeister und seine Mitarbeiter notierten sich jedes Anliegen.
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Mit einer handfesten Beschwerde wandte sich Erhard Rothbächer an Michael Müller. Der Rentner würde gerne sein Haus in der Tulpenstraße erweitern. Doch für das Gebiet besteht ein Bebauungsplan, der nur eine maßvolle Verdichtung vorsieht. Die alten Spitzgiebelhäuschen mit den typischen Vorgärten sollen erhalten bleiben. Rothbächer beklagte, dass er und 15 andere Hauseigentümer dadurch „geknebelt“ würden. Ringsherum dürfe hoch gebaut werden, nur in der Tulpenstraße und dem Akeleiwegweg nicht. „Genau dort und auch an anderen Ecken Geretsrieds wollen wir gewachsene Siedlungsstrukturen schützen. Meistens beklagen die Bürger sich, dass wir zu viel bauen“, sagte Müller
Wegen des abgeholzten Waldstücks hinter dem Grundstück der Firma Konrad zwischen Böhmerwaldstraße und Traubenweg sorgt sich Marianne Wiedenbauer. Sie befürchtet, dort könnte eine Gewerbehalle gebaut werden. „Definitiv nicht“, versicherte der Bürgermeister. Der Eigentümer habe die Bäume wegen Borkenkäferbefalls fällen müssen. Auf der Fläche werde wiederaufgeforstet.
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Joachim Heydasch äußerte Bedenken zur geplanten Wohnsiedlung auf dem Lorenz-Areal. „Das wird ein Ghetto mit größtenteils Auswärtigen“, meinte Heydasch. Wirtschaftsförderin Annette Hilpert und CSU-Stadtrat Ewald Kailberth entgegneten, dass dort in Zusammenarbeit mit der Baugenossenschaft 30 Prozent Sozialwohnungen und 30 Prozent bezahlbare Wohnungen entstehen würden. Sie würden überwiegend an Geretsrieder vergeben. Wer die 40 Prozent Eigentumswohnungen kaufen werde, darauf habe man allerdings tatsächlich keinen Einfluss.
Eine ältere Dame, die nach dem Abriss des Baugenossenschaftsgebäudes an der Egerlandstraße in die Lorenzsiedlung ziehen soll, bat den Bürgermeister, sich um einen Lebensmittelmarkt in dem Wohngebiet zu bemühen. Für Senioren ohne Auto sei der Weg ins Zentrum und zu den Geschäften im Norden weit.
Die letzte Veranstaltung
der Reihe findet am Donnerstag, 26. April, 16 bis 18 Uhr, auf dem Johannisplatz statt.
Tanja Lühr