Neun Wohnungen geplant

Bürgermeister Köck will in Rottach-Egern bezahlbaren Wohnraum schaffen

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Unterkünfte für Einheimische: Bürgermeister Christian Köck (r.) will in Rottach-Egern unter anderem neun neue Sozialwohnungen schaffen.
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In Rottach-Egern wird das Wohnen zu teuer. Schon bald können sich Einheimische keine Wohnung mehr leisten, fürchtet Bürgermeister Köck. Er will gegensteuern.

Rottach-Egern – Knapp drei Stunden referierte Bürgermeister Christian Köck bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Rottach-Egern im Seeforum über erledigte und anstehende Projekte. Im Mittelpunkt stand die Ortsentwicklung. Ganz oben auf der Agenda steht die Regulierung der Bautätigkeit in der Gemeinde. Investitionen in Immobilien seien vernünftig, aber es helfe der Gemeinde nicht, wenn Zweitwohnungen als Spekulationsobjekte entstünden und dadurch der Wohnraum knapp wird. Einheimische würden verdrängt. Gerade die Jungen könnten sich ihre Heimat nicht leisten und müssten wegziehen.

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Bürgermeister Köck will in Rottach-Egern bezahlbaren Wohnraum schaffen

„Wir haben Sorge, was das Thema angeht. Seine Rasanz hat uns überrollt, die Entwicklung der maximalen Bebauung hat überhandgenommen“, gestand Köck. „Wir sind auf Schadensbegrenzung bedacht, damit wir nicht alles verdichten und zusiedeln. Wir müssen den Ort vor Spekulantentum schützen“, stellte er mit Blick auf den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nummer 24 für das Quartier um die Karl-Theodor-, Dr. Scheid-, Baumgarten- und Risserkogelstraße fest. Dem soll 2019 nun der Bebauungsplan Nummer 23 für den Bereich um die Georg-Hirth-Straße, Oberach- und Pflegerweg folgen. Auch hier sollen künftig weiterhin nur Einfamilienhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten stehen.

Bebauungspläne hält Köck für ein geeignetes Instrument, um den Ort lebenswert zu erhalten. Ein weiteres Mittel, um die Bauwerber zum Umdenken in Sachen Maximalbebauung zu bewegen, sei ein Fragenkatalog, den die Gemeinde bezüglich der Baustelleneinrichtung und Abwicklung erstellt hat. „Erst wenn der lückenlos ausgefüllt ist, wird eine Genehmigung erteilt“, stellte der Rathauschef klar. Er sei es leid, wie mit dem Besitz der Gemeinde umgegangen werde und schimpfte in Richtung jener Bauherren, die ohne Rücksicht auf die Nachbarn oder kommunales Eigentum, wie Straßen, Gehwege, Blumenbeete, ihren Bau vorantreiben, obwohl sie für die Baumaschinen, Anlieferung und Lagerung von Material gar keinen Platz haben. „Wer unseren Grund nutzt, muss zahlen“, sagte er.

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Rottach-Egern: Neun weitere Sozialwohnungen soll es geben

Der Gemeinde sei es wichtig, bezahlbaren Wohnraum für Einheimische zu schaffen, die sich aufgrund der Mietpreisentwicklung kein Zuhause auf dem freien Wohnungsmarkt leisten können. Insgesamt 134 Wohnungen hätte Rottach-Egern zur Verfügung, inklusive des gerade in der Sanierung befindlichen Gemeindehauses in Ellmösl. Mit dem Neubau eines weiteren kämen neun weitere Sozialwohnungen dazu.

Andererseits will die Kommune junge Einheimische bei der Schaffung von Wohneigentum unterstützen. Für ein Einheimischenprogramm habe man jetzt ein Grundstück auserkoren. Aktuell arbeitet die Gemeinde an einem Konzept, wie es parzelliert und finanziert werden könnte.

Auch das Gewerbe will Rottach fördern. An der Barthsäge wurde ein Gewerbegebiet mit einer neuen Straße erschlossen. „Wir wollen örtlichen Firmen die Gelegenheit geben, zu wachsen“, sagte Köck. Schließlich seien es deren Steuereinnahmen, mit denen die Gemeinde Projekte verwirklichen kann.

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von Alexandra Korimorth

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