VonChristoph Petersschließen
Dass er gerne Bürgermeister in Peiting werden möchte, daraus hatte Thomas Elste (51) schon vor Monaten keinen Hehl gemacht. Jetzt hat auch der Ortsverband der Grünen seine Kandidatur einmütig befürwortet. Der Gemeinderat zieht unter dem Motto „Gutes bewahren, Neues wagen“ in den Wahlkampf.
Peiting – Knapp ein Jahr ist es noch hin bis zur nächsten Kommunalwahl, doch schon jetzt steht fest, dass sie für die Peitinger eine besondere sein wird. Wohl noch nie gab es so viele Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Peter Ostenrieder (CSU), Annette Luckner (SPD), Andreas Schmid (BVP), Christian Lory (Unabhängige): Alle wollen den amtierenden Rathauschef Michael Asam nach stolzen 24 Dienstjahren beerben. Ein weiterer, der seit Monaten keinen Hehl aus seinem Wunsch, Bürgermeister zu werden, gemacht hat, ist nun offiziell dazu gekommen. Der Grünen-Ortsverband schickt Fraktionssprecher Thomas Elste ins Rennen um den Chefposten im Rathaus.
Wie die Peitinger SPD, die erstmals in der Geschichte eine Frau als Bürgermeisterkandidatin nominiert hat, sorgen auch die Grünen für eine weitere Besonderheit der Wahl. Einen Kandidaten ihrer Partei für das höchste Amt der Gemeinde gab es in Peiting noch nie. Was freilich auch mit der überschaubaren Vergangenheit der Grünen in der örtlichen Kommunalpolitik zusammenhängt. Der Ortsverband existiert erst seit sechs Jahren, 2014 zogen erstmals zwei Vertreter der Grünen in den Gemeinderat ein – einer davon: Thomas Elste.
Bürgermeisterwahl 2020: Kandidatur war für Elste kein spontaner Entschluss
Der Fraktionssprecher ist so etwas wie das Gesicht der jungen Ortsgruppe, er initiierte ihre Gründung und führte sie bis vor kurzem als Vorsitzender. Die Kandidatur als Bürgermeister, sie ist für den 51-Jährigen kein spontaner Entschluss, sondern ein lange geplanter Schritt, wie er im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten sagt. Das passt zu einem, der als Klimaforscher beim Deutschen Wetterdienst in Hohenpeißenberg gewohnt ist, Dinge besonnen zu beurteilen und zu hinterfragen.
Aufgewachsen in Helmstedt in Niedersachsen, Studium in München, Forschungsstipendium in den USA: Elste ist viel auf der Welt herumgekommen, ehe der Physikingenieur vor 23 Jahren mit seiner Familie – sein Sohn ist mittlerweile erwachsen – nach Peiting zog. Internationale Erfahrung gepaart mit wissenschaftlicher Sachlichkeit, dazu langjährige Führungsverantwortung etwa beim Bund Naturschutz: Elste klingt selbstbewusst, wenn er über die Stärken spricht, die er für das Bürgermeisteramt mitbringt. Das gleiche gilt für seine bisherige politische Arbeit. Über 30 Anträge habe er in den letzten Jahren im Gemeinderat eingereicht, zählt er auf, viele seien erfolgreich umgesetzt worden. Dass die Antragsflut ihm im Gremium viel Kritik einbrachte, ficht Elste nicht an. „Die politische Arbeit macht mir sehr viel Spaß, trotz der ein oder anderen Streitigkeit.“
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Bürgermeisterwahl in Peiting: Wichtigste Themen sind Klima und Energie
Als Bürgermeister will der 51-Jährige nach der Kommunalwahl 2020 nicht nur einen sachlichen und fairen Umgang pflegen, sondern vor allem noch mehr grüne Akzente setzen. Zu den wichtigsten Themen gehörten Klima und Energie. „Das wird uns die nächsten Jahre begleiten.“ Der Flächenfraß ist dem Peitinger ein Dorn im Auge, Industrieflächen müssten sinnvoller genutzt werden. Vom sparsamen Flächenumgang wiederum proftiere die Landwirtschaft. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei auf einem guten Weg, spiele aber angesichts der alternden Gesellschaft auch in Zukunft eine wichtige Rolle.
Vorantreiben will Elste den innerörtlichen Glasfaserausbau und auch den Tourismus. So schwebt ihm eine neue Partnerschaft mit einer englischen Stadt vor. Und natürlich dürfe man das Ehrenamt und die Vereine nicht vergessen, da sei Peiting bereits sehr gut aufgestellt. „Das muss man weiter unterstützen.“ Defizite gebe es dagegen im Bereich Kunst und Kultur. „Da müssen wir mehr Geld reinstecken.“
Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Kann Elste vom Höhenflug der Grünen profitieren?
Spannend ist die Frage, ob Elste vom derzeitigen Höhenflug der Grünen in Bayern und im ganzen Land profitieren kann. Die neue Ortsverbandschefin Heike Dietrich ist optimistisch. Die drängenden ökologischen Themen beträfen schließlich auch die Bürger vor Ort, betont sie. Zumindest auf prominente Unterstützung kann Elste schon einmal zählen: Zur Aufstellungsversammlung am 23. September hat der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Ludwig Hartmann, sein Kommen angekündigt.
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