Projekt der Caritas

Nach Kündigung: Tölzer Möbelmarkt „Carisma“ findet neue Heimat

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Der „Carisma“-Gebrauchtmöbelmarkt an der August-Moralt-Straße schließt am 25. Januar.
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Der „Carisma“-Gebrauchtmöbelmarkt in Bad Tölz schließt am 25. Januar. Doch es gibt bereits eine neue Heimat für das Projekt, das Langzeitarbeitslosen eine Betätigung und Tagesstruktur generiert.

Bad Tölz/Geretsried – Es gibt Hoffnung für „Carisma“. Der Gebrauchtmöbelmarkt, der aus seinem angestammten Gebäude an der Tölzer August-Moralt-Straße ausziehen muss (wir berichteten), hat eine neue Bleibe gefunden – zumindest vorübergehend. Für drei Monate komme man im Untergeschoss des ehemaligen KC-Möbelhauses an der Geretsrieder Sudetenstraße unter, sagt Caritas-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Schweiger. Derzeit verhandle man zudem mit zwei Vermietern über eine dauerhafte Lösung.

Den vorübergehenden Mietvertrag hat Schweiger in der vergangenen Woche unterzeichnet. „Das verschafft uns ein wenig Luft, die wir brauchen“, sagt der Caritas-Geschäftsführer. Für den Umzug muss „Carisma“ für zwei Wochen schließen – und zwar ab Samstag, 25. Januar. Am 10. Februar beginnt der Neustart in Geretsried. Wer seine Möbel für das Caritas-Projekt, das Langzeitarbeitslosen eine neue Beschäftigung bietet, zur Verfügung stellen möchte, kann das aber jederzeit tun, betont Schweiger. „Es kann nur sein, dass wir fürs Abholen etwas länger brauchen.“

„Carisma“ will Angebot erweitern 

Generell ist vorgesehen, „Carisma“ weiterzuentwickeln. Neben Möbeln könnten bald auch andere Gebrauchtwaren wie Deko-Artikel und Wohnaccessoires im Angebot sein. Hintergrund sei, dass nicht jeder der Mitarbeiter rein körperlich in der Lage sei, schwere Möbel zu wuchten, sagt Schweiger.

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Wie das neue künftige Konzept genau aussehen wird, entscheidet sich, sobald klar ist, wo das Projekt langfristig unterkommt. „Die Verhandlungen für zwei Objekte in Geretsried laufen“, sagt Schweiger. Zerschlagen haben sich dagegen die Pläne für neue Räumlichkeiten in Bad Tölz. Es liefen konkrete Gespräche über ein Objekt in der Innenstadt, letztlich seien sie aber gescheitert, so Schweiger.

Neuer Eigentümer möchte Wohnungen schaffen

Dass der Caritas-Gebrauchtmöbelmarkt überhaupt aus seinen Räumen raus muss, liegt daran, dass die Erbengemeinschaft der einstigen Eigentümer das Grundstück, auf dem der Flachbau steht, bereits im Februar 2018 der Caritas-Stiftung Deutschland als Zustiftung überlassen hatte. Verbunden war dies mit dem Wunsch, „das anvertraute Vermögen zu nutzen, um die Arbeit der Caritas zu unterstützen und im Sinne der Caritas Jahreskampagne 2018 ,Jeder Mensch braucht ein Zuhause‘ Wohnraum in der Region zu schaffen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Caritas-Verbands der Erzdiözese München-Freising aus dem März 2019. Die Caritas-Stiftung Deutschland verkaufte das Areal weiter.

Der neue Eigentümer möchte dort nun Wohnungen schaffen. Den entsprechenden Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Einheiten hat der Tölzer Bauunternehmer Hubert Hörmann im Juli 2019 bereits gestellt.

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