„Du hast alles richtig gemacht“

Cartoonist Gayman stellt in Irschenhausen aus - Seine Huhn-Illustrationen sind weltberühmt

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„Du hast alles richtig gemacht“: Gastgeberin Lia Schneider-Stöckl findet, dass Peter Gaymann sich dem Land Bayern auf richtige Art angenähert hat.
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Gut 60 Besucher füllten das Hollerhaus bei der Vernissage von Peter Gaymann. Seit 2017 leben der Künstler und seine Frau Viktoria in Neufahrn.

Irschenhausen – Über der Tür ein großes buntes Huhn, das ein Plakat hochhält, auf dem steht: „Kunst kommt von Kaufen“. An den Wänden: Flattert hier ein mit schwarzem Edding hingezeichnetes Huhn herum, sitzen und stehen dort drei Hühner beisammen bei Wein und Prosecco. Dazwischen 26 Arbeiten gerahmt, mit und ohne Huhn, von Peter Gaymann, dem Freiburger Künstler und Cartoonisten.

Peter Gaymann stellt in Irschenhausen aus: Seine Huhn-Illustrationen sind weltberühmt

Er ist mit seinen Huhn-Illustrationen weltberühmt geworden. Seit 2017 wohnen Gaymann und seine zweite Frau Viktoria im Schäftlarner Ortsteil Neufahrn, jetzt stellt er erstmals in der nächsten Umgebung, im Hollerhaus nämlich, aus. Naheliegende Überschrift: „Hühner im Hollerhaus“.

Gut 60 Gäste dürften bei der Vernissage am Wochenende da gewesen sein. Nach dem offiziellen Teil, der aus einer launigen Rede von Hausherrin Lia Schneider-Stöckl bestand, die Gaymann stellenweise humorvoll ergänzte, hörte man die Besucher, von Cartoon zu Cartoon schlendernd, immer wieder kichern.

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„Herrlich“, meinte eine Frau, die vor den Zeichnungen stand, die Gaymann im vergangenen Sommer im Hollerhaus eigens für die Ausstellung angefertigt hatte (wir berichteten) – und die alle in den schönen Räumen, die mal Künstlerpension gewesen waren, mal Kulisse für den „Bullen von Tölz“, spielen. Die witzigste Zeichnung aus der Serie zeigt eine barbusige Hühnerdame, die sich neben dem Kachelofen räkelt. Ihr Hühnermann malt sie, sie sagt zu ihm: „Sagt dir der Name Picasso was?“ Er darauf: „Ist das auch ein Irschenhausener?“

Gaymann-Ausstellung im Hollerhaus: Einige Arbeiten nehmen Bezug auf Bayern

Einige der gezeigten Arbeiten nehmen auf Bayern, das neue Zuhause von Gaymann Bezug. Vor dem Umzug nach Bayern hatte er 26 Jahre in Köln gewohnt, nachdem er von Freiburg aus, „dem gemachten Nest“, für fünf Jahre nach Rom gegangen war. Er hat Oskar Maria Graf gezeichnet, eine Dorf-Ansicht in der Walchensee-Gegend, hat Karl Valentin auf seinem Zeichenblock mit einem Huhn konfrontiert, eben die Hollerhaus-Serie gemacht.

„Kunst kommt von Kaufen“: Dieser etwas abgewandelte Leitsatz leuchtete den vielen Besuchern der Vernissage im Hollerhaus durchaus ein.

In ihrer Einführung meinte Lia Schneider-Stöckl sinngemäß, er habe sich offenbar gut eingelebt: „Du hast alles richtig gemacht.“ Er sagte, er eigne sich überall, wo er neu hinkomme, die neue Umgebung auch zeichnerisch an.

110 Bücher hat Gaymann, der ursprünglich Sozialpädagogik studiert hat, in seinem Künstlerleben herausgebracht – im Schnitt drei pro Jahr. Einige seiner Bücher lagen im Hollerhaus auf, darunter das über die Liebe („Alles Liebe?“), diverse Kochbücher, auch sein Bayernbuch („Typisch Bayerisch!“).

Vernissage von Peter Gaymann: Cartoons sind bis April im Hollerhaus zu sehen

Für ihn bestand die Vernissage dann darin, den Besuchern, die das wollten – und alle wollten es – die Bücher, die sie gekauft hatten, zu signieren. Wobei er nicht nur seine Unterschrift auf eine der vorderen Seiten setzte, sondern obendrein ein Huhn daneben platzierte, was dauerte.

Bis April sind die Cartoons – darunter der berühmte mit dem Elefanten, der auf einem dünnen Ast in einem Baum sitzt, darunter zwei Hühner, die vermuten: „Sicher eine Frage der Atemtechnik“ – im Hollerhaus zu besichtigen. Geöffnet ist jeweils am Wochenende. Die sehr schöne Ausstellung endet mit zwei Abendveranstaltungen am 1. und am 2. April, bei denen Gaymann mit dem Ickinger Musiker und Kabarettisten Josef Brustmann Programm macht. Der 1. April ist schon ausverkauft, für den 2. gibt es noch wenige Restkarten.

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