VonIngrid Zeilingerschließen
Die Brucker sind mit ihrem Oberbürgermeister zufrieden. Sie bestätigten Christian Götz mit knapp 54 Prozent. Enttäuschung herrschte bei CSU und FW.
Um 19.45 Uhr brandete Beifall im Säulensaal des Veranstaltungsforums auf. Das letzte Briefwahl-Lokal war ausgezählt. Damit stand fest: Der neue und alte Rathauschef heißt Christian Götz. Bereits vorher hatte der 56-Jährige die ersten Glückwünsche entgegengenommen. Denn von der ersten Ergebnismeldung an lag der BBV-Mann bei über 50 Prozent, am Ende waren es 53,9 Prozent. Am nächsten kam ihm da noch Martin Urban (CSU) mit 23,2 Prozent.
„Ich bin platt, das hätte ich nicht gedacht“, sagte Götz. „Scheinbar habe ich es nicht ganz schlecht gemacht.“ So habe er sich für die B2-Umwidmung eingesetzt. Für den Rathauschef ist das eine Bestätigung seiner Arbeit, immerhin stellte er sich bereits nach drei Jahren wieder zur Wahl – zeitgleich mit der Stadtratswahl. Und erhielt von den Bruckern die absolute Mehrheit. Das hatte zuletzt Alt-OB Sepp Kellerer im Jahr 2008 für die CSU geschafft.
Die Christsozialen fuhren ein enttäuschendes Ergebnis ein. Lag Andreas Lohde vor drei Jahren mit 33,3 Prozent noch fast gleichauf mit Götz, erreichte Martin Urban 10,1 Prozent weniger. „Es tut mir unfassbar leid für unsere CSU, alle haben gekämpft“, sagte der 58-Jährige enttäuscht. „Die Stichwahl war das Minimalziel. Aber das ist Demokratie.“ Ob es daran lag, dass er ein Neuling war? Der geringe Bekanntheitsgrad sei sicher nicht förderlich gewesen, „wäre aber auch eine Chance gewesen“, so Urban. „Als Neuling auf Platz zwei, er kann stolz sein“, tröstete Stadträtin Katrin Siegler. Die Wahl habe die CSU als neues Team zusammengeschweißt.
Enttäuscht war auch Markus Droth (Freie Wähler) mit seinem Ergebnis von 11 Prozent. „Ich habe mit mehr gerechnet und gedacht, dass es zu einer Stichwahl kommt.“ Man habe klare Politik betrieben. „Doch die Leute sehen die Zukunftsthemen bei der BBV verortet.“ Dennoch sei das Ergebnis Motivation, weiterzumachen. Die Grünen fuhren dagegen mit 8,1 Prozent das zweitbeste Wahlergebnis ein. „Das ist völlig in Ordnung“, meinte Jan Halbauer. „Gratulation an den OB, das ist ein saustarkes Ergebnis. Er hat keinen schlechten Job gemacht.“
Die beiden weiteren Kandidaten landeten deutlich dahinter. Tim Niklas (Die Partei) kam auf 2,4 Prozent. „Nicht Letzter zu sein, ist im Gegensatz zum Sportunterricht eine schöne Abwechslung beim Gewähltwerden“, meinte er in gewohnter Satire-Manier. Deutlich enttäuschter war Carl-Magnus Bahner (FDP/Parteifreie Brucker) über seine 1,5 Prozent. Er habe auf vier bis fünf Prozent gehofft. Er will politisch aktiv bleiben und in sechs Jahren nochmal angreifen – sollte er es in den Stadtrat schaffen auch wieder als OB-Kandidat.
Andreas Lohde (FBM), vor drei Jahren Kontrahent in der Stichwahl, hatte den so deutlichen Ausgang für möglich gehalten. „Ich habe gesehen, wie er in den letzten drei Jahren gearbeitet und sich positiv entwickelt hat.“ Er sei auf andere zugegangen und habe Projekte vorangebracht.
Die Wahlbeteiligung lag bei 52,6 Prozent und damit höher als bei den vergangenen beiden Oberbürgermeisterwahlen. „Immer noch kein großer Wurf“, kommentierte Christian Götz. Als das Ergebnis feststand, bat er alle Kandidaten auf die Bühne, um sie auf die nächste Amtsperiode einzuschwören und den Wählern für das Vertrauen zu danken. Ihm sei die Zusammenarbeit als Team mit dem Stadtrat und der Verwaltung wichtig. „Wir können gute fünf Jahre zielgerichtet und sachorientiert arbeiten, ohne Wahlkampfgeplänkel.“
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