Genehmigungsverfahren läuft noch

Moarhölzl: Flüchtlinge können frühestens im Sommer in neues Container-Quartier einziehen

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Geduld ist gefragt: Platz für 218 Geflüchtete soll ein Container-Quartier bieten, das der Landkreis hier im Moarhölzl südlich von Holzkirchen plant. Noch hat die Ausschreibung gar nicht begonnen.
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Das Container-Quartier für 218 Flüchtlinge im Moarhölzl südlich von Holzkirchen lässt noch einige Monate auf sich warten. Die ersten Geflüchteten werden wohl erst im Sommer oder Herbst einziehen können.

Holzkirchen – Der Bedarf ist dringend. „Alle zwei Wochen bekommt der Landkreis einen Bus mit etwa 50 Geflüchteten zugewiesen“, sagt Sabine Kirchmair. stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamts, auf Anfrage. Längst sind Turnhallen in Beschlag genommen, ein Ende des Zustroms ist nicht in Sicht. Schon jetzt sind 1121 geflüchtete Ukrainer sowie 852 Asylbewerber im Landkreis untergebracht. Allein die Zahl der Asylsuchenden, ohne die Ukrainer, hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.

Um nicht noch mehr Turnhallen mit Betten belegen zu müssen, plant der Landkreis im Norden einen größeren Befreiungsschlag. Im Moarhölzl vor den Toren Holzkirchens, wo von 2015 bis 2017 bereits eine Traglufthalle für über 300 Flüchtlinge stand, entsteht ein Container-Quartier mit Platz für 218 Personen (wir berichteten). Es dauerte, bis die Regierung von Oberbayern die Finanzierung zusagte. Und jetzt zieht sich das Antragsverfahren. Immissions- und Naturschutz müssten berücksichtigt werden, teilt Landratsamts-Sprecherin Kirchmair mit.

Für die Marktgemeinde Holzkirchen, die das Gelände an das Landratsamt verpachtet, stimmte der Gemeinderat dem Bauantrag im Februar zu. Wie Bürgermeister Christoph Schmid auf Anfrage erklärte, stehen letzte Gespräche aus, um das Gelände gegen starke Regenfälle zu wappnen: „Wir wünschen uns eine bessere Lösung bei der Oberflächen-Entwässerung.“

Erst wenn die Baugenehmigung erteilt ist, kann der Aufbau des kleinen Containerdorfs zwischen Holzkirchen und Großhartpenning ausgeschrieben werden. Beteiligen können sich Firmen, die auf Containerbau spezialisiert sind. Denkbar ist auch, dass die temporären Bauten aus Holzmodulen errichtet werden. Laut Landratsamt wird das in der Ausschreibung berücksichtigt.

Nach aktueller Planung wird das Containerdorf ähnlich aussehen wie die Interims-Mittelschule an der Holzkirchner Baumgartenstraße. Etwa 250 Container bilden ein zweigeschossiges Karree (72 mal 38 Meter), dessen Innenhof nach Süden offen ist. Eine Wohneinheit umfasst 16 Quadratmeter, belegbar mit zwei Personen; vorgesehen sind mehrere Küchen, Esszimmer und Sanitärbereiche. Über 100 Fahrrad-Abstellplätze soll es geben, dazu werden schräg gegenüber auf einer bereits asphaltierten Fläche 18 Parkplätze ausgewiesen.

Das Landratsamt geht davon aus, dass die Unterkunft erst im Sommer oder Herbst belegt werden kann – vermutlich noch vor der ebenfalls vom Kreis geplanten Container-Siedlung in Hausham (100 Geflüchtete). Zu den Kosten machte die Behörde keine Angaben. Für eine dreijährige Nutzung der Moarhölzl-Unterkunft dürften fünf bis sechs Millionen Euro anfallen, wenn man die Kosten für die Interims-Containerschule in Holzkirchen zugrunde legt. Laut Bauantrag ist die Nutzung der Container-Unterkunft auf drei Jahre befristet, kann aber auf bis zu sechs Jahre verlängert werden.

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