VonChristina Jachert-Maierschließen
Damit die Turnhalle nicht länger als Flüchtlingsunterkunft herhalten muss, hat Marcus Staudacher (Grüne) im Stadtrat vorgeschlagen, stattdessen ein Containerdorf zu errichten.
Tegernsee – Seit fast einem Jahr dient die Landkreis-Turnhalle in Tegernsee als Flüchtlingsunterkunft. Um sie wieder frei zu bekommen, fragte Marcus Staudacher (Grüne) im Tegernseer Stadtrat nach, ob auf der „Turnwiese“ ein Containerdorf errichtet werden könne. Der Sportplatz sei seines Wissens nach nicht so stark frequentiert. Thomas Mandl (SPD) unterstützte dies, zumal die Situation sich kaum ändern werde: „Die Klimaflüchtlinge kommen noch dazu.“ Eine vorausschauende Kommunalpolitik müsse sich darauf einstellen.
Zuständigkeit liegt beim Landratsamt
Vorausschauend habe die Stadt seit jeher gehandelt, erwiderte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Sie habe für zehn Millionen Euro Wohnhäuser gekauft, aber auch beschlossen, den Außenbereich zu schützen. Mit Bastenhaus und Turnhalle leiste Tegernsee seinen Beitrag zur Unterbringung von Geflüchteten. Eine noch größere Zahl von Asylbewerbern würde die Stadt überfordern: „Wir haben den Raum einfach nicht.“ Den Vorschlag, ein Containerdorf einzurichten, werde er ans Landratsamt weitergeben, so Hagn.
„Wissen, wie katastrophal die Situation ist“
Im Landratsamt hat man Verständnis für den Wunsch, die Halle wieder für den Sport nutzbar zu machen. „Wir wissen ganz genau, wie katastrophal die Situation für alle Hallennutzer ist. Nur ändern können wir daran überhaupt nichts“, erklärt Landratsamt-Sprecherin Sophie Stadler. Alle zwei Wochen bekomme der Landkreis 50 Personen zugewiesen, die Regierung von Oberbayern habe angekündigt, dass es künftig sogar 50 pro Woche sein könnten. „Es ist absolut aussichtslos, diese Masse an Personen in absehbarer Zeit außerhalb von Notunterkünften unterzubringen.“ Ein wesentlicher Teil des Tegernseer Hartplatzes sei übrigens mit Sanitärcontainern belegt, sodass dort nicht ausreichend Platz wäre für alle Geflüchteten in der Turnhalle.
