VonChristian Fellnerschließen
Vertrauen ist gut, Kontrollen ist nach den Erfahrungen der vergangenen Tage besser: Die Polizei schaut, ob die Menschen sich an die Ausgangsbeschränkungen hält. Wenn nicht, handeln die Beamten.
Vernunft ist eine Tugend – heißt es gemeinhin. In diesen Tagen scheint jedoch genau das Gegenteil zu gelten. Versammlungsverbote kümmern nicht jeden. Die Corona-Gefahr – nicht ein jeder nimmt sie ernst. Das fällt nicht nur den Bürgern auf, die argwöhnisch auf ihre Nachbarn blicken oder Menschen, die tun, was sie wollen. Daher hat nun die Bayerische Staatsregierung reagiert, am Freitagmittag umfangreiche Ausgangsbeschränkungen erlassen. Als Kontrollorgan tritt die bayerische Polizei auf. Das stellte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nochmals klar. In Garmisch-Partenkirchen ist sie dafür gut gerüstet. „Die Prioritäten haben sich sowieso derzeit ein wenig verschoben“, betont Josef Grasegger, der Pressesprecher der Inspektion in der Marktgemeinde. Es gebe deutlich weniger Verkehrsunfälle, „weil auf den Straßen weniger los ist. Somit haben wir mehr Luft für Aufträge wie die Kontrollen“.
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Polizei musste schon eingreifen
Die Streifen der Dienstgruppe übernehmen die Aufgaben, halten die Augen offen und rücken aus, wenn Bürger Verstöße melden. Das tun sie zur Genüge. „Ein bisschen kann man das schon nachvollziehen. Viele verstehen es halt nicht, wenn sie selbst sich an die Regeln halten, andere in Gruppen unterwegs sind“, sagt Grasegger.
Einige Male waren die Beamten schon gezwungen eingreifen. Wie am Freitag in einer Eisdiele in Garmisch-Partenkirchen. „Wir müssen kontrollieren, ob die Öffnungszeiten, aber auch die geforderten Abstände zwischen den Gästen eingehalten werden.“ Zu größeren Problemen kam es bisher nicht. Das macht Grasegger deutlich. „Im Endeffekt muss man den Leuten die Situation noch einmal erklären, dann verstehen sie es auch. Da muss man nichts dramatisieren.“ Auf eines verweist der Polizeisprecher aber unmissverständlich: „Verstöße sind Vergehen nach dem Seuchenschutzgesetz, die wir zur Anzeige bringen müssen. Da haben wir keine andere Wahl.“ Unter anderem drohen dann hohe Bußgelder.
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