VonFranziska Konradschließen
Überall hört man die Menschen derzeit schniefen und husten. Die Erkältungswelle ist in vollem Gange. Auch Corona greift wieder um sich. Doch der Leiter des Gesundheitsamts gibt Entwarnung.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Ob beim Einkauf im Supermarkt, im Bus oder bei diversen Veranstaltungen: Überall hört man die Menschen derzeit schniefen, husten und niesen. Die Erkältungswelle ist in vollem Gange. Auch Corona greift wieder um sich. Münchner Kliniken wollen nun dafür werben, von Oktober bis Ostern in öffentlichen und geschlossenen Räumen freiwillig eine Maske zu tragen.
Corona greift um sich: Freiwillig eine Maske tragen kann „durchaus Sinn machen“
Im Landkreis hingegen sind solche Empfehlungen bislang nicht geplant. „Wie schon am Anfang der Pandemie kann ich mich nur wieder dafür aussprechen, dass Leute mit typischen Zeichen von Atemwegserkrankungen eine Maske tragen“, lautet die Empfehlung von Dr. Stephan Gebrande. „Ganz gleich, um welchen Krankheitserreger es sich handelt.“ Gerade bei Veranstaltungen könne ein Mundschutz – etwa für Menschen mit Vorerkrankungen – „durchaus Sinn machen“, so der Chef des Gesundheitsamts in Bad Tölz. „Dies soll aber jeder für sich entscheiden.“
Generell gibt der Mediziner jedoch Entwarnung: Das Auftreten von typischen Atemwegserkrankungen wird neben Erkältungsviren auch durch Corona verursacht. „Diese Entwicklung ist für diese Jahreszeit normal.“ Allerdings liegen die Zahlen im Verhältnis zu vorpandemischen Jahren im gleichen Zeitraum etwas höher. Beruhigend findet Gebrande hingegen, dass schwere Atemwegserkrankungen bisher nicht in vergleichbarem Ausmaß ansteigen.
Ich gehe davon aus, dass Corona-Infektionen jeden Herbst und Winter wie Atemwegserkrankungen allgemein regelmäßig steigen werden.
Seine Prognose: „Ich gehe davon aus, dass Corona-Infektionen jeden Herbst und Winter wie Atemwegserkrankungen allgemein regelmäßig steigen werden“. Dass ein neuer Virus zu einer weiteren Krankheitslast beitrage, „liegt auf der Hand“.
Apropos Krankheitslast: Mit einigen angeschlagenen Spielern kämpfen derzeit die Tölzer Löwen. „Wir machen jetzt wieder vermehrt Corona-Tests“, berichtet Geschäftsführer Fabian Schlager. Wer krank ist, muss sich testen und zu Hause bleiben. Maske tragen und Abstand halten sei beim Eishockey-Sport hingegen „verdammt schwer“, so Schlager.
Corona- und Erkältungswelle: Wenige Leute tragen im Supermarkt Mundschutz
Für die Zuschauer auf der Tribüne plant der Verein aktuell keine Schutzmaßnahmen. „In unser Stadion passen theoretisch 4000 Zuschauer, zurzeit sind aber meist nur um die 1000 Leute da“, berichtet Schlager. „Dadurch entsteht automatisch ein größerer Abstand.“
In den Edeka-Filialen von Klaus Heininger in Waldram und Geretsried tragen aktuell nur vereinzelte, ältere Kunden einen Mundschutz. „Die hatten in den vergangenen Wochen und Monaten auch schon eine Maske an“, weiß Heininger. „Ansonsten läuft bei uns alles normal. Ich hoffe, das bleibt so.“
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Relativ gelassen blickt bislang der Tölzer Konzertveranstalter Christian Gutmair auf die grassierende Krankheitswelle. „Solche Phasen gibt es immer mal wieder, zum Beispiel nach der Wiesn.“ Mundschutzempfehlungen wird es bei ihm zunächst einmal nicht geben. Trotzdem behält der Königsdorfer das Geschehen genau im Auge. „Falls wieder ein aggressives Virus auftaucht, werde ich natürlich handeln.“ Und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Gerade wir in der Kulturbranche wissen ja jetzt genau, was in solchen Fällen zu tun ist.“
Ein ähnlicher Tenor kommt vom Eglinger Bürgermeister Hubert Oberhauser. Im Gemeindeteil Neufahrn findet an diesem Dienstagabend eine Bürgerversammlung statt. Erwartet werden 100 bis 120 Bürger. Schutzmaßnahmen wird man dort vergeblich suchen. „Das liegt bei jedem in seiner eigenen Verantwortung“, betont der Rathauschef. „Wer Corona-Symptome oder Fieber hat, ist hoffentlich vernünftig und bleibt daheim.“ kof
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