VonHelmut Hobmaierschließen
Jetzt hat das Coronavirus auch das Rote Kreuz erwischt. Ein Faschingsball wurde der Hilfsorganisation zum Verhängnis.
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14.45 Uhr: BRK-Kreisgeschäftsführer und Mitarbeiter negativ getestet
Freising – Die gute Nachricht: Albert Söhl, BRK-Kreisgeschäftsführer ist inzwischen negativ getestet worden, ebenso wie seine Mitarbeiter und der Rettungsdienstleiter. Alle müssen aber noch bis Donnerstag zu Hause bleiben. Der Rettungsdienst ist weiter voll einsatzfähig – nur die Verwaltung kann lediglich eingeschränkt arbeiten. Der Publikumsverkehr wurde eingestellt, die Kleiderkammer geschlossen.
Verhängnisvoller Faschingsball
Die Mitarbeiterin der Freisinger BRK-Verwaltung habe sich höchstwahrscheinlich beim Fasching in Au bei dem Erstinfizierten angesteckt, berichtet Söhl. Wie andere Kontaktpersonen sei sie getestet worden, nachdem sich leichte Krankheitssymptome gezeigt hätten. Die Frau liegt nun als eine von 17 Corona-Infizierten im Klinikum Freising. „Ihr geht es gesundheitlich eigentlich gut“, berichtet Söhl, „der Verlauf der Infektion ist nicht gravierend“.
Vor einer Woche, am Donnerstag, 27. Februar, saß Söhl mit eben dieser Mitarbeiterin, einer weiteren Buchhalterin und dem Leiter des Rettungsdienstes fast zwei Stunden zusammen. Zu viert machte man den Jahresabschluss – weshalb diese Runde nun unter Quarantäne steht. Der Chef des Rettungsdienstes wurde bereits negativ getestet. Er muss trotzdem vorerst zu Hause bleiben.
Corona: BRK-Verwaltung auf die Hälfte geschrumpft
Bei Albert Söhl und der zweiten Verwaltungsmitarbeiterin – ebenfalls in Quarantäne – gab es jetzt ebenfalls ein negatives Corona-Testergebnis. Engeren Kontakt hatte die infizierte BRK-Mitarbeiterin laut Söhl noch mit drei weiteren Kollegen, die ebenfalls daheim bleiben müssen - aber laut Söhl auch inzwischen negativ getestet wurden.
Fahrdienst des BRK wurde eingestellt
Neben der Einstellung des Publikumsverkehrs bis 15. März und der Schließung der Kleiderkammer gibt es noch eine gravierende Einschränkung: Der BRK-Fahrdienst – vom Transport von Rollstuhlfahrern bis zu Heimfahrten vom Kliniken – wurde eingestellt. Nicht betroffen sind der Rettungsdienst und der Pflegedienst, die als eigene Abteilungen fungieren.
Weitere Quarantäne-Fälle drohen
Langweilig ist es dem BRK-Chef zu Hause übrigens nicht: „Ich kann auch von daheim aus arbeiten und telefoniere pausenlos“, berichtet Albert Söhl. Wäre Söhl positiv getestet worden, hätten sich weitere neue Kontaktpersonen ergeben, denen Quarantäne gedroht hätte. Am Tag nach der Jahresabschlussbesprechung hatte Söhl etwa an einer Konferenz der Arbeitsgemeinschaft der Sozialverbände teilgenommen – mit den Chefs von Lebenshilfe, Caritas und der Diakonie – und der Presse...
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