Es war klar, dass die Bad Heilbrunner CSU mit Amtsinhaber Thomas Gründl als Kandidaten in die Bürgermeisterwahlen im März 2020 gehen würde. Dennoch behandelte man den Vorgang in der Jahresversammlung des Ortsverbands keineswegs als Formalie.
Bad Heilbrunn – Erst nachdem Gründl in einer rund einstündigen Bewerbungsrede seine bisherige Amtsbilanz und seine Visionen für die Wahlperiode 2020 bis 2026 ausführlich dargelegt hatte, schritten die Mitglieder zur geheimen Wahl und nominierten ihn einstimmig.
Auch bei den ebenfalls geheimen Neuwahlen zum Parteivorstand legte der Ortsverband eine große Geschlossenheit an den Tag, die amtierende Mannschaft wurde mit hoher Zustimmung bestätigt. Vorstand Josef Schwaller erhielt alle 38 Stimmen. Auch seine drei Stellvertreter Horst Kürzeder (35), Lisi Lechner (34) und Hanni Brieger (33, Nachfolgerin für Josef Bernwieser) erhielten hohe Zustimmungswerte, ebenso Uwe Langheinrich (34), Schriftführer Klaus Liebscher (33) und Schatzmeister Rupert Fichtner (38).
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Als neun stimmberechtigte Beisitzer wurden gewählt: Michael Holzer (37), Josef Rohrmoser (35), Sepp Schröfl (35), Alexander Glockmann (33), Anton Kierein (33), Tomas Schaal (32), Reinhard Schwerdtner (32) Feo Schraml (31) und Erwin Tkaczyk (28). Klar, dass dies ein ungewöhnlich langer Wahlabend wurde, den ein gutes Drittel der örtlichen CSU-Mitglieder auf sich nahm. Der Ortsverband hat aktuell 106 Mitglieder – ein Plus von fünf gegenüber 2011. Martin Bachhubers Fazit: „Wir sind prächtig aufgestellt.“
In seinem Rechenschaftsbericht ging Bürgermeister Thomas Gründl auf die langwierigen und letztlich erfolgreichen Kaufverhandlungen mit der Jodquellen AG ein, womit man sich großartige Möglichkeiten bei der Ortsentwicklung gesichert habe. Weitere Themen: der neue Rewe-Markt für die Grundversorgung der Bevölkerung, der Kreisel und die Unterführung an der B 472, ein neuer Flächennutzungsplan, Einheimischen-Modelle für bezahlbaren Wohnraum und der neue Kindergarten.
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Als weitere Aspekte seiner Erfolgsbilanz nannte der 43-Jährige den Aufschwung des Gewerbes dank neuer Flächenausweisungen (530 Betriebe gegenüber 430 vor acht Jahren), die Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Ortsmitte und auch den Umstand, dass während seiner Amtszeit trotz hoher Investitionen von 20 Millionen Euro die Schulden abgebaut und die Rücklagen erhöht werden konnten. Was steht noch auf der Agenda? Der weitere Ausbau des Gesundheitsstandortes, der Kinderbetreuung und des Wohnangebotes, die Unterstützung der Landwirtschaft und der Feuerwehr. „Es gibt also sehr viel zu tun, aber wir wollen ein Dorf bleiben. Vor diesen Herausforderungen habe ich Respekt, aber keine Angst.“
Der Kreisvorsitzende, Martin Bachhuber, würdigte Gründl als „sehr erfolgreichen und gut vernetzten Bürgermeister – besser hätte man es nicht machen können.“
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Zur Landespolitik ging Bachhuber auf das Volksbegehren zum Artenschutz und das ergänzende „Versöhnungsgesetz“ ein: „Die einseitige Kritik an den Bauern war nicht fair und verwerflich. Trotzdem übernehmen wir die Gesetzesvorlage, um eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern, und stellen mit einem Begleitgesetz den notwendigen Ausgleich her.“ Ortsvorsitzender Josef Schwaller kritisierte, dass Heilbrunner Landwirte den imageträchtigen Bergbauern-Status verlieren sollen. Darüber, so hofft Martin Bachhuber, sei „das letzte Wort noch nicht gesprochen“. (rbe)