Wichtig für die Entwicklung der Ortsmitte

Heilbrunn sichert sich Strauss-Grundstück

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Das Areal des ehemaligen Sanatoriums Strauss (roter Kreis) ist für die Gemeinde Bad Heilbrunn ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung der Ortsmitte.
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Die Gemeinde Bad Heilbrunn kann in die weitere Entwicklung der Ortsmitte auch das Grundstück des ehemaligen Sanatoriums Strauss einbeziehen.

Bad Heilbrunn – Das von der Gemeinde geltend gemachte Vorkaufsrecht wird ausgeübt, sagte Thomas Gründl auf Nachfrage des Tölzer Kurier.

Wie berichtet, hatte es in den vergangenen Monaten einen Disput um die 20 000 Quadratmeter große Fläche gegeben. Die Gemeinde hatte schon 2012 Interesse bekundet, sie zu kaufen, und zwar als weiteren Baustein für die Entwicklung des Ortskerns. Doch ein Kauf kam nicht zustande.

Der Eigentümer verkaufte das Areal 2018 schließlich an Wolfgang Kling. Dem Ingenieursunternehmer und Statiker gehört auch die benachbarte Leonardis-Klinik. Als der Verkauf bekannt wurde, schaltete sich die Gemeinde ein und wies auf ihr Vorkaufsrecht hin. Dieses beruht auf einer Satzung und kann angewendet werden, wenn das Allgemeinwohl betroffen ist. In der Folge ging Kling jedoch gegen die Gemeinde vor. In den vergangenen Monaten gab es außergerichtlich mehrere Gespräche. Der Penzberger Unternehmer „hat die Klage zurückgezogen“, gibt Gründl jetzt bekannt. In den kommenden zwei, drei Wochen werde es einen Termin beim Notar geben.

„Wir kommen der Gemeinde wunschgemäß entgegen“, sagt dazu Wolfgang Kling. Über Details wollen beide Seiten nicht weiter sprechen.

Bürgermeister Thomas Gründl ist froh, die Angelegenheit gelöst zu haben. 2013 hatte die Gemeinde das Areal des ehemaligen Gasthofs Post gekauft, 2015 das marode Kurhotel samt Grundstücken von Max A. Hoefter (10 Millionen Euro). Nun folgt also das Strauss-Areal. „Für die weitere Beplanung unserer Ortsmitte ist auch dieses Grundstück wichtig“, sagt Gründl. Wie schon berichtet, ist das Areal der Kommune vier Millionen Euro wert. Dafür beschloss der Gemeinderat einen Nachtragshaushalt. Dieser beinhaltet einen neuen Kredit sowie eine Entnahme von 1,5 Millionen Euro aus der Rücklage.

Und wie geht es jetzt weiter? Laut Gründl will die Gemeinde in den kommenden Monaten den Bebauungsplan für die Ortsmitte auf den Weg bringen. Er rechnet damit, dass das gesamte Verfahren, in dem auch Bürger und Behörden gehört werden, zirka eineinhalb Jahre dauert. Dann, sagt Gründl, „könnte man mit dem ersten Bereich anfangen“. Hier sieht er die Flächen am Malachias-Geiger-Weg vorne. Geplant ist dort vor allem Wohnbebauung für Einheimische, zudem Gewerbe, das keinen Lärm verursacht.

Ein geplantes Hotel – auf dem Gelände des ehemaligen Gasthofs Post – ist immer wieder im Gespräch, wird derzeit aber nicht aktiv verfolgt.

Und was passiert mit der Leonardis-Klinik? Laut Eigentümer Wolfgang Kling ziehen in diesen Tagen die letzten Flüchtlinge aus. Dann werde man weitersehen, sagt Kling, ohne konkret zu werden.

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