Das Konzert der „Cubaboarischen“ im Kurhaus war ausverkauft. Die Band ist auf Abschiedstournee. Ein Trost für die Fans: Cubaboarisch 2.0 wird folgen.
Bad Tölz – Plagiatsvorwürfe müssen die „Cubaboarischen“ sicher keine fürchten. Ihre musikalische Verquickung von lateinamerikanischen Rhythmen mit traditioneller bayerischer Volksmusik ist einzigartig.
Seit der ersten Kubareise der oberbayerischen Musikanten aus Vagen im Jahr 2000 haben sie sich diesem Stilmix verschrieben und mittlerweile eine große Fangemeinde davon überzeugt. So war es auch gar keine Frage, dass ihr Konzert am Donnerstag im Tölzer Kurhaus ausverkauft war, zumal die Veranstaltung unter dem Motto „Servus & Adio“ die Abschiedstournee der „Cubaboarischen“ in dieser Besetzung ist.
Es waren vor allem Salsa, Cha Cha Cha und Mambo, die auch das Tölzer Auditorium fast vom ersten Ton weg in Bewegung brachte. Und so manch eine fesche Polka oder ein virtuos dargebotener Galopp wurden dann mit rhythmischem Klatschen begleitet.
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Erstaunlich immer wieder, wie perfekt die sieben Musikanten ihr Instrumentarium bedienten. Und die Vielfalt von Letzterem war wirklich enorm. Da kamen auf der einen Seite das komplette Percussions-Set genauso zu Gehör wie die Tres-Cubano, eine spezielle kubanische Gitarre, der Sepp Rottmayr erstaunliche Solis entlockte. Andererseits wurde neben dem „normalen“ Blech auch ein Bass-Saxofon oder sogar ein Alphorn eingesetzt. Immer wieder verblüffend, wie gut innerhalb eines Musikstücks der Wechsel einer bekannten bairischen Weise zu lateinamerikanischen Rhythmen gelang, etwa wenn der Walzer „Schwiegamuatta tanz amoi“ in einer Rumba mündete, um dann wieder in den Dreivierteltakt zu wechseln, das Ganze natürlich mit gemischt bayerischen und spanischen Texten unterlegt.
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Selbst vor Carlos Santanas Klassiker „Oye Como va“ machten da die „Cubaboarischen“ nicht Halt. Natürlich durften da auch die Dauerbrenner der Band wie „Rehragout“ oder „La Locomotora de Tegernsee“ nicht fehlen.
Noch bis zu dem letzten Abschiedskonzert am 22. Februar 2019 im Münchner Prinzregententheater wird Bandleader Hubert Meixner mit dabei sein, ehe er sich in den Ruhestand verabschiedet. Sein Sohn Leo will dann unter dem Bandnamen „Cubaboarisch 2.0“ zusammen mit weiteren jungen Musikern mit einer bayerisch-kubanischen Stilrichtung modernerer Art seinen eigenen Weg suchen.
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Letztlich werden Andreas Meixner, Michael Mayr, Hans Förg, Sepp Rottmayr und Markus Wallner zusammen mit Hans Leitner als „Cubaboarisch Tradicional“ mit dem bekannten Programm weiter dieser ungewöhnlichen Musikrichtung treu bleiben. Dann könnte es allerdings schon vorkommen, dass die eine cubaboarische Gruppe von der anderen einmal etwas abkupfert. Es bleibt also spannend.
Ewald Scheitterer