Indersdorfer Unternehmen will autark von Strom werden

Cyclo baut großen Solarpark

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In Zeiten von Energieversorgungskrisen und Klimawandel überlegen sich immer mehr Unternehmen, wie sie diese Probleme reduzieren können. Die Firma Sumitomo (SHI) Cyclo Drive Germany GmbH mit Sitz in Indersdorf setzt deshalb mit einem neuen Projekt auf Selbstversorgung mit der Hilfe der Sonne.

Indersdorf – Der Ausbau erneuerbarer Energien ist dringend wie nie. Das machte allein Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause deutlich. Zunächst, als es um den geplanten Ausbau des örtlichen Fernwärmenetzes der Firma Götz für die Ortsteile Karpfhofen und Eisfeld ging.

Auf der Südseite der Cyclostraße entsteht die 22 000-Quadratmeter-Freiflächenanlage.

Doch Obesser hatte noch ein zweites Projekt in Sachen Energiewende, das er seinen Gemeinderäten vorstellte: Die Firma Sumitomo (SHI) Cyclo Drive Germany GmbH – oder kurz Cyclo, wie sie die Indersdorfer nennen – plant, auf einer Fläche von 22 000 Quadratmetern einen Freiflächensolarpark zu errichten.

Das Grundstück gehört dem Unternehmen, doch die Gemeinde muss es entsprechen überplanen. Die Finanzierung ist bereits zwischen Gemeinde und Firma in einem städtebaulichen Vertrag geregelt, Sumitomo (SHI) Cyclo Drive Germany GmbH übernimmt die Planungskosten – das würde bereits im Januar in einer nichtöffentlichen Bauausschusssitzung festgelegt.

Bürgermeister Franz Obesser ist wie bereits von dem Projekt von Landwirt Josef Götz begeistert. „Wir finden das natürlich besonders gut“, betonte er. „Mithilfe dieses Bauvorhabens wird in einem großen ortsansässigen Betrieb der Verbrauch fossiler Energieträger verringert und damit ein wichtiger Beitrag für den langfristigen Schutz der Umwelt und der Natur geleistet“, so beschrieb es Obesser in der Sitzung.

Mit der neuen Freiflächenphotovoltaikanlage will das Unternehmen vor allem ein Ziel erreichen: „Wir planen das Projekt, um unsere Energieversorgung sicherzustellen“, erklärt Chief Quality Officer Kaspar Lapperger, auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten. Bis zu 40 Prozent Autarkie könne mit dem Solarpark erreicht werden, so Lapperger.

Derzeit hat das Unternehmen einen jährlichen Verbrauch von 2,76 GWh pro Jahr. „Der Solarpark soll ausschließlich den durch die Erweiterung unserer Produktion sowie Entwicklungscenter erhöhten Energiebedarf der Eigenstromabdeckung dienen“, so Lapperger. Die Leistungsfähigkeit der Anlage ist mit 1000 kWp angegeben, der Ertrag mit 0.98 GWh pro Jahr. Laut derzeitigem Plan soll die Anlage im zweiten Quartal von 2024 installiert werden.

Doch die GmbH betont nicht nur den Aspekt der Versorgungssicherheit, sondern, wie Obesser auch, den des Klimaschutzes. Bereits in ihrer Anfrage an die Gemeinde für das Bauprojekt erläuterten die Verantwortlichen: „Aufgrund der beabsichtigten Klimaziele der Bundesregierung und den erhöhten Bedarf an Strom, gibt es momentan einen hohen Dringlichkeitsbedarf an dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland.“ Hier soll das geplante Projekt nach Unternehmensangaben helfen können: „Um die erklärten Ziele zu unterstützen und im Sinne des zukünftigen Allgemeinwohls beabsichtigen wir einen Freiflächensolarpark zu errichten.“

Die Indersdorfer Gemeinderäte befürworteten das Projekt einstimmig.

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