Kostenfreiheit ab 2019 steht in Frage

Darum soll der Geretsrieder Stadtbus attraktiver werden

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Die Linie 310: Die Streckenführung und Ausstattung der Stadtbuslinie führte zu einer lebhaften Diskussion im Bauausschuss.

Eine andere Linienführung, mehr Ausstattung an den Haltestellen: Der Stadtbus in Geretsried soll attraktiver werden.

Geretsried – Mit nur zwei Bauanträgen musste sich der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am Dienstag beschäftigen. Damit blieb viel Zeit für den Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“. CSU-Stadtrat Ewald Kailberth ergriff diese günstige Gelegenheit, um erneut eine Diskussion über die Linienführung und die Ausstattung des Stadtbusses vom Zaun zu brechen.

Kailberth bezog sich dabei vor allem auf Bitten, die ihm von Senioren herangetragen wurden. „Im Stadtbus ist derzeit nur Platz für zwei Rollatoren“, erklärte er. Manchmal komme es deshalb vor, dass in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen nicht mitgenommen werden könnten. Kailberth räumte ein, dass eine Erhöhung der Rollator-Freiräume auf Kosten der Sitzplätze ginge und dann zu erneutem Unmut führen könnte. Diese Einsicht würden auch viele Rentner teilen. „Sie wären auch bereit, auf den nächsten Bus zu warten, wenn es an den Haltestellen mehr Bänke und Überdachungen geben würde“, sagte der CSU-Ortsvorsitzende.

Zudem regte Kailberth eine vorübergehende Verlegung der Haltestelle an der Graslitzer Straße zum Kirchplatz an. Die Route ist nach seiner und der Ansicht vieler Anwohner aufgrund der derzeitigen Bauarbeiten am benachbarten Karl-Lederer-Platz für die Busfahrer nur mit Mühe zu befahren.

Bürgermeister Michael Müller (CSU) gab zu bedenken, dass die Streckenführung schon bei der Ausschreibung zur Konzessionsvergabe des Stadtbusverkehrs festgelegt werde und somit nur schwer zu ändern sei. Eine kurzfristige Verlegung sei jedoch eventuell möglich. Auch die Einrichtung von zusätzlichen Bänken und Bushäuschen sei denkbar.

Um alle Schwachstellen herausfinden, soll nun ein „Arbeitskreis Stadtbus“ gegründet werden. Dabei sollen die Mitglieder des Bauausschusses auch gemeinsam verschiedene Haltestellen abfahren. „So ähnlich haben wir das bei einer Begehung mit dem VdK zur Verbesserung der Barrierefreiheit auch gemacht“, berichtete Müller von guten Erfahrungen.

Um den Stadtbus attraktiver zu machen, hat der Stadtrat in diesem Jahr beschlossen, die Linie 310 ab dem nächsten Jahr kostenlos fahren zu lassen. Dies ist aber noch nicht endgültig sicher. „Da laufen noch Gespräche mit dem MVV“, erklärt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt, auf Nachfrage. „Das ist alles nicht so einfach, wie es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.“

Peter Herrmann

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