VonMaria Zsolnayschließen
Zahlreiche TV-Stars waren beim Nockherberg-Derblecken dabei. Wie ihnen die Version von 2025 gefallen hat – und was sie sonst noch verrieten.
München – Der Nockherberg: Schon immer war der Starkbieranstich Schauplatz großer Emotionen. Wut und Wahnsinn, Hass und Humor, Irrsinn und Ironie wechseln sich in so rasanter Geschwindigkeit ab, dass man im Publikum nicht weiß, ob man lachen oder beleidigt sein soll (auf gar keinen Fall!).
Für Politiker sind das Derblecken und das Singspiel eine Folterkammer, in der sie ihre Mimik unbedingt beherrschen müssen, für die zahlreichen Kreativen eine schier unerschöpfliche Fundgrube an neuen Ideen. Sind doch lauter Großkopferte da, Wichtige, Wiesn-Wirte, ohne die in der Stadt vermeintlich nix läuft.
Stoiber-Gattin auf dem Nockherberg: „Versprochen, dass wir lebenslang eingeladen werden“
Während oben auf der Bühne Maxi Schafroth als Fastenprediger wütet, als „Vollstrecker des göttlichen Zorns“, wie er verkündet, kommt so mancher unten im Publikum auf ganz mörderische Ideen. „Ein Nockherberg-Tatort? Das gab‘s noch nie! Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern, dass wir schon einen gemacht hätten“, sinniert Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl. Seine Idee für ein Drehbuch: „Ein Lokalpolitiker, der unbedingt groß rauskommen möchte, bringt einen um, damit er einen Platz hier im Saal hat.“
Polit-Prominenz am Nockherberg: Die Fotos vom Derblecken




Denn die genau 600 Plätze im Saal sind heiß begehrt, die Gäste handverlesen. Von der Paulaner-Brauerei, die nur dem Ministerpräsidenten und dem Oberbürgermeister erlauben, ihre Ehefrauen mitzubringen. Und Dr. Edmund Stoiber. „Der verstorbene Stefan Schörghuber hat meinem Mann versprochen, dass wir beide lebenslang eingeladen werden“, verrät Karin Stoiber, die im Laufe der Jahre von Tisch eins zu Tisch 15 versetzt worden ist.
Ex-Paulaner-Boss erstmals als normaler Gast dabei
Aber egal wo: Hauptsache eingeladen sein. Das gilt auch für einen, der quasi immer schon dabei war, zumindest fast drei Jahrzehnte lang. Andreas Steinfatt, ehemaliger Paulaner-Boss, der im vergangenen Jahr noch Markus Söder den ersten Krug mit dem Starkbier überreichen durfte, ist an diesem Abend ganz normaler Gast. „Aufgeregt bin ich immer noch“, sagt er. Und: „Wenn ich die Brauerei nicht vermissen würde, hätte ich 28 Jahre etwas falsch gemacht.“ Er ist mittlerweile Hotelier, lebt mit Frau und Kindern abwechselnd in München und im beschaulichen Kirchberg bei Kitzbühel.
Zurück zu Udo Wachtveitl, der jetzt auch bald viel mehr Zeit hat. Genau 98 Tatort-Folgen in 36 Jahren als Münchner Fernseh-Kriminaler Franz Leitmayr hat er abgedreht. Zeit, Bilanz zu ziehen: Er und Miroslav Nemec schreiben gerade alles auf, „es wird ein Buch geben, mit den besten Geschichten“, verspricht Wachtveitl.
Die besten Geschichten – die haben auch gerade Daniel Christensen und Brigitte Hobmeier zusammen erlebt. „Wir beide haben uns quasi beruflich verliebt“, gestehen sie. Der „Eberhofer“-Star und die Bühnen-Ikone haben gerade den nächsten Teil der „Oktoberfest“-Serie abgedreht.
Zahlreiche TV-Stars beim Nockherberg-Derblecken 2025
Am Tisch der Schauspieler-Riege nimmt auch Laura Mandoki Platz, die mit Regisseur David Dietl, Sohn des großen Helmut Dietl, gekommen ist. Auch sie hat spontan eine Idee für einen Tatort-Krimi: „Eine Leiche backstage, zwischen Make-up und Musik.“
Und wie war die Fastenpredigt? „Das war eine katholische Rede im besten Sinne“, findet Otti Fischer, der in Begleitung von Ehefrau Simone kommt. „Fast schon blasphemisch, der Anfang“, so Michaela May, die begeistert war von der „meisterlichen Ausführung. Die Zeit ist schärfer geworden, aber er hat es mit einem Augenzwickern gemeistert.“
Ebenfalls dabei: Caro Matzko, die einen eleganten Dior-Vintage-Rock mit einem Trachten-Oberteil kombinierte. Die ewige Hausmeisterin Ilse Neubauer, die nur ein Dirndl im Schrank hat („aber da pass ich leider nicht mehr rein“) schwärmte: „Der Maxi hat sich weiterentwickelt. Er hat das wunderbar gemacht, ohne Schaum vorm Mund. Sehr elegant und fast beiläufig lässt er seine Bosheiten fallen.“

