Unglück nahe Binsalm

Lawinenabgang in der Eng: Bergrettung birgt verschütteten Wanderer nach fünf Tagen

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Im Karwendel wurde ein Wanderer von einer Lawine in die Tiefe gerissen und verschüttet. Fünf Tage später wurde der Mann nun tot geborgen.

Update vom 19. September, 11.10 Uhr:

Die Bergrettung Achenkirch hat an diesem Donnerstag (19. September) den Wanderer, der am Samstag von einer Lawine verschüttet wurde, tot geborgen. Das teilt Sandro Huber von der Bergrettung Achenkirch auf Anfrage des Tölzer Kurier mit. Ihm zufolge wurde die Suche nach dem Mann am Morgen um 7 Uhr wieder aufgenommen. „Nach kurzer Zeit hatten wir einen Fund.“

Der Körper des Mannes, der zunächst von Schneemassen mitgerissen und begraben worden war, sei mittlerweile wieder teilweise an der Oberfläche sichtbar gewesen. Mitglieder der Bergrettung hätten ihn dann vollständig ausgegraben. Der Körper sei anschließend per Hubschrauber geborgen worden.

Update vom 19. September, 9.47 Uhr:

Die Suche nach dem am Samstag nahe der Binsalm verschütteten Wanderer wurde auch am Mittwoch nicht fortgesetzt. Laut Bergrettung Achenkirch war die Lawinengefahr weiterhin zu hoch. Das berichtet die österreichische Kronenzeitung. Ein Sprecher der Bergrettung sagte am Mittwoch, dass er damit rechne, dass die Suche erst am Freitag weitergeht.

Update vom 15. September, 17.45 Uhr:

Laut „Krone“ holte die Flugpolizei am Sonntag weitere Wanderer von der Binsalm. Auch von der Lamsenjochhütte, die in direkter Nähe liegt, evakuierte die Polizei per Hubschrauber am Sonntagnachmittag Gäste, die wegen der Lawinengefahr nicht sicher ins Tal konnten.

Update vom 15. September, 15.20 Uhr:

Die Suche nach dem im Karwendel verschütteten Wanderer (72) konnte am Sonntag nicht fortgesetzt werden. Die Wetteraussichten und die Lawinensituation werden ständig neu bewertet.

Laut Kronen-Zeitung wurde die Suche nach dem Verschütteten nach einem Übersichtsflug eines Hubschraubers am Sonntagvormittag abgesagt. Ersten „Krone“-Informationen zufolge könnte die Suche möglicherweise erst am Mittwoch fortgesetzt werden.

Statistiken zufolge leben nach 130 Minuten unter einer Lawine nur mehr drei Prozent der Verschütteten. Die Zuständigkeit für die Suche liegt seit Sonntag allein bei der Tiroler Bergrettung.

Aufgrund der schwierigen Witterungsverhältnisse gestalteten sich die Hubschrauber-Einsätze bei der Suche nach einem Verschütteten im Karwendel schwierig.

Ursprünglicher Bericht von 15. September, 11 Uhr:

Hinterriß – Der Wintereinbruch in höheren Lagen hatte am Wochenenden erste dramatische Auswirkungen. Im Bereich der Binsalm in der Eng kam es am Samstag zu einem Lawinenabgang. Ein 72-jähriger Mann wurde von den Schneemassen in die Tiefe gerissen und komplett verschüttet. Die Suche nach ihm läuft noch immer. Zwei teilverschüttete Wanderer konnten sich dagegen selbst retten.

Lawinen-Einsatz für die Bergwacht Lenggries

An der Suchaktion beteiligt ist auch die Bergwacht Lenggries. Wie die Organisation in den Sozialen Medien berichtet, wurde sie am Samstag gegen 11 Uhr von der Bergrettung Achenkirch zu dem Einsatz hinzugerufen.

Die Bergwacht Lenggries wurde am Samstag zu einem Einsatz nach einem Lawinenabgang in der Eng hinzugerufen.

Laut der österreichischen Kronenzeitung ging die Lawine im Gemeindegebiet Vomp (Bezirk Schwaz) auf dem Sommerweg zwischen dem Gasthof Eng und dem Niederleger der Binsalm auf rund 1500 Meter Höhe ab. Dort sei eine rund 30-köpfige Wandergruppe auf dem Abstieg von der Binsalm in die Eng unterwegs gewesen. Die Wanderer befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks bereits in Talnähe.

Wetter erschwert Suche nach Verschütteten nahe Binsalm

„Die Suche, bei der neben der Tiroler Bergrettung unter anderem auch die Bergwacht Bad Tölz, die Bergwacht Wolfratshausen, die Hundeführer und weitere Spezialeinheiten der Bergwacht beziehungsweise Bergrettung beteiligt waren, gestaltete sich äußerst schwierig“, schreibt die Lenggrieser Bergwacht.

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„Das Wetter erschwerte den Flugverkehr für die Rettungshubschrauber und die angespannte Lawinensituation machte nicht nur das Vordringen zu den Patienten schwierig, sondern führte durch weitere Schneerutsche zur Teilverschüttung eines österreichischen Bergretters, der sich dabei eine Knieverletzung zuzog.“

Verschütteter Wanderer von Hubschrauber aus geortet

Nachdem sich das Wetter etwas gebessert hatte, gelang es schließlich, den Verschütteten von einem österreichischen Polizeihubschrauber aus mittels Reccotechnologie zu orten. „Aufgrund der prekären Lage und der Eigengefährdung“, so die Bergwacht Lenggries, musste die Suche jedoch gegen 15 Uhr unterbrochen werden. „Sobald die Witterung und die Lawinenlage es zulassen, wird die Suche wieder aufgenommen.“, heißt es vonseiten der Lenggrieser Bergretter.

Einsatz in der Eng: Ein großes Aufgebot an Bergrettern rückte am Samstag nach einem Lawinenunglück ins Karwendel aus.

Laut Kronenzeitung war es zuvor gelungen, die anderen 29 Wanderer aus dem gefährlichen Bereich ins Tal zu bringen. Die Alpinpolizei entscheide, ob und wann am Sonntag weitergesucht wird. (ast)

Rubriklistenbild: © Bergwacht Lenggries

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