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Kehrt das Herzkasperl-Festzelt aufs Oktoberfest zurück? Wirt Beppi Bachmaier kämpft jedenfallls dafür – unter anderem mit einem eigenen Zelt.
München – Beppi Bachmaier will‘s wissen: Der Wirt, der letztes Jahr zu wenig Punkte für die Zulassung zur Oidn Wiesn hatte, will zurückkehren – samt neuem, eigenen Zelt. Comeback auf der Wiesn?
Beppi Bachmaier: „Habe Kaufvertrag unterschrieben“
Bis das klar ist, dauert es wohl noch ein paar Monate. Letztes Jahr hat der Stadtrat Anfang Mai über die Zelt-Vergabe entschieden. Aber: Bewerbungsschluss fürs kommende Oktoberfest (20. September bis 5. Oktober 2025) war am 31. Dezember 2024. Die Karten liegen also auf dem Tisch.
Um besser abzuschneiden, habe er einen Kaufvertrag für ein eigenes Zelt unterschrieben, erzählt Bachmaier unserer Zeitung. Der Herzkasperl soll zurückkehren – und genauso aussehen wie die Jahre davor. Denn: „Die handgemalte Außenfassade und die historische Innenausstattung haben ja eh schon immer mir gehört.“
Wiesn 2025: Hacker Pschorr im Herzkasperlzelt?
Ein befreundeter Holzbildhauermeister und dessen Tochter hätten sie für ihn gestaltet. Damit die wieder passt, soll das neue Zelt genauso gebaut sein. Heißt: wohl 1800 Sitzplätze innen und 1100 im Biergarten – wie beim letzten Herzkasperl-Auftritt 2023 auf dem Oktoberfest in München.
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Zoff und großer Aufschrei vor dem Oktoberfest 2024
Und Fraunhofer-Wirt Bachmaier sieht noch einen Vorteil: Eines der 13 Bewerbungskriterien ist Eigentum. „Ich hoffe, dass es sich positiv auf meine Bewerbung auswirkt, dass ich ein eigenes Zelt habe.“ Er will sein Bestes tun, damit es heuer wieder klappt. Falls das so kommt, soll Hacker Pschorr ausgeschenkt werden, sagt Bachmaier. Das hat er schon vereinbart. „Als freier Wiesn-Wirt darf man sich die Brauerei aussuchen.“
Und: „Unser angebotenes Fleisch und die Fleisch-Produkte kommen aus Bayern und sind mit dem Bayerischen Bio-Siegel ausgezeichnet.“ Zuvor hat er seine Bio-Produkte in Tirol eingekauft, aber für regionale Bio-Waren gibt‘s mehr Punkte.
Auch schriftliche Vereinbarungen mit Künstlern und Kulturschaffenden für das komplette Programm gebe es schon. Denn dieses Thema sorgte letztes Jahr für Zoff: Bachmaiers Anwälte warfen dem Wirtepaar Petra und Peter Schöniger – den Boandlkramerei-Betreibern und Herzkasperl-Nachfolgern – vor, in ihrer Bewerbung genannte Musikgruppen nicht einmal angefragt zu haben. Die Schönigers wehrten sich (wie berichtet) dagegen.
Beppi Bachmaier: „Natürlich kämpf ich jetzt“
Und was, wenn es nicht klappt mit dem Herzkasperl-Comeback? Für Bachmaier zählt jetzt erst einmal der Versuch. „Ich habe letztes Jahr so viel Solidarität von den Menschen erfahren. Natürlich kämpf ich jetzt.“ Damals machten sich Künstler und Politiker für das Zelt stark.
Das Herzkasperl-Festzelt auf der Oidn Wiesn wurde erstmals 2010 aufgebaut – zum 200-jährigen Oktoberfest-Bestehen. Es war bekannt für sein Musik- und Kulturprogramm. Bald wieder?
