VonTanja Kipkeschließen
Am Freitag (21. April) ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) zum Streik auf. Betroffen ist der Nah- und Fernverkehr. Was das für München bedeutet.
München – Die EVG will‘s wissen. Erst Ende März hatte die Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi ganz Deutschland zum Stillstand gezwungen. Betroffen waren damals neben dem Bahnverkehr auch der ÖPNV sowie der Flugverkehr. An diesem Freitag (21. April) soll nun wieder gestreikt werden, ein mehrstündiger Warnstreik steht an. Auch München ist von den Einschränkungen betroffen.
Streik am Freitag in München: EVG legt für mehrere Stunden Bahnverkehr lahm
Zwischen 3 Uhr am Freitagmorgen und 11 Uhr am Vormittag sollen die Beschäftigten in sämtlichen Bahnbetrieben, in denen verhandelt wird, die Arbeit niederlegen, teilte die EVG am Mittwoch (19. April) mit. Der Streik wird enorme Auswirkungen auf den Regionalbahn-Berufsverkehr sowie den Fernverkehr haben. Aber auch S-Bahn-Pendler müssen starke Nerven mitbringen, denn auch diese Züge sind in den bayerischen Städten am Freitag betroffen, da sie zur Deutschen Bahn gehören.
Bis 11 Uhr könnte am Freitag in München demnach keine einzige S-Bahn fahren, was für viele ein Problem wird. Zahlreiche Bereiche in München und vor allem im Umland sind nur durch das S-Bahn-Netz erreichbar. Auch die Züge des Regionalverkehrs werden bis 11 Uhr stillstehen. Ob es doch die ein oder andere Ausnahme geben wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Noch bis in den Nachmittag hinein dürften die Auswirkungen des Streiks zu spüren sein. Vor allem im Fernverkehr, da die Züge am Morgen gar nicht erst auf die Strecke gebracht werden können.
Wer also mit der Regional-, S-Bahn oder auch ICE zur Arbeit nach München kommt, sollte sich für Freitag eine Alternative überlegen oder – wenn möglich – im Homeoffice bleiben.
Streik am Freitag: ÖPNV in München nicht betroffen
Der ÖPNV in München ist diesmal nicht betroffen. Busse, U-Bahnen sowie Tram sollten am Freitagvormittag ganz normal in Betrieb sein. Reisende sollten sich allerdings darauf einstellen, dass die Bahnen voller sein werden als sonst, da viele S-Bahn-Fahrgäste auf eine Alternative ausweichen müssen. Gegen Mittag sollte sich aber auch das wieder beruhigt haben.
Verdi hat gleichzeitig am Donnerstag und Freitag zu einem Warnstreik an Flughäfen aufgerufen. Diesmal sind jedoch nur die Mitarbeiter der Flughäfen Düsseldorf, Hamburg und Köln/Bonn dazu aufgerufen. Der Münchner Flughafen bleibt verschont.
EVG fordert zwölf Prozent mehr Lohn
Die EVG fordert bei einer Laufzeit von einem Jahr mindestens 650 Euro mehr im Monat oder zwölf Prozent mehr bei den oberen Einkommen. „Uns geht es auch nicht darum, Fahrgäste zu bestrafen“, sagte EVG-Tarifvorständin Cosima Ingenschay. „Im Gegenteil: Uns geht es nur darum, den Druck auf den Arbeitgeber zu erhöhen.“
Ausgenommen von den Warnstreiks im Bahnverkehr am Freitag bleibt laut EVG zunächst das Verkehrsunternehmen Transdev, bei dem an diesem Mittwoch weiter verhandelt wird. „Je nachdem, wie die Verhandlung heute läuft, wird Transdev am Freitag aus dem Streik ausgenommen sein“, sagte Ingenschay. „Ansonsten gehen wir davon aus, dass am Freitagmorgen auf der Schiene nichts laufen wird.“ Die nächsten Verhandlungen mit der Deutschen Bahn stehen für nächste Woche an. (tkip/dpa)
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Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

