Die Nase gestrichen voll haben: Am kommenden Samstag könnte genau das den Sieg bedeuten - bei der 52. Deutschen Schnupf-Meisterschaft in Nandlstadt.
Nandlstadt – Alle Nasen aufgepasst: Am kommenden Samstag stehen die Riechorgane im Mittelpunkt, wenn der Schnupferclub Nandlstadt Ausrichter der Deutschen Schnupfer-Meisterschaft ist. In der Hopfenhalle halten am Abend zahlreiche Teilnehmer ihre Nase zur Tabakaufnahme hin, mit dem Ziel, sie möglichst voll zu haben.
Zum 60-jährigen Gründungsjubiläum sind die Schnupfer-Freunde aus Nandlstadt Ausrichter der Meisterschaft. Los geht’s am Samstag um 18 Uhr, nach den Grußworten beginnen die Wettkämpfe. Teilnehmer aus ganz Deutschland werden erwartet, und – bei freiem Eintritt – auch viele Zuschauer. Schnupfer-Chef Max Weinmann freut sich schon auf den Wettbewerb, für den 18 Vereine insgesamt 24 Teams gemeldet haben. Drei schicken die Gastgeber ins Rennen. Die „erste“ Mannschaft besteht aus Rupert Grottenthaler, Winfried Bichlmaier, Georg Rauscher und Georg Stanglmaier – allesamt erfahrene Schnupfer.
Trainingslager in der Töpferei
Damit die Lokalmatadoren möglichst weit vorne landen, ist natürlich Übung unerlässlich. Seit Monaten wird deshalb die Töpferei Grottenthaler wöchentlich in ein Trainingslager verwandelt, wo die Probanden an den Tischen sitzend unter Wettbewerbsbedingungen testen. Denn die Regularien sind klar: Aus einer Dose, die exakt gemessen fünf Gramm Schmaizler misst, muss innerhalb einer Minute möglichst viel davon in der Nase bleiben. Natürlich mit Start-Kommando: „Schnupfer fertig machen, Dose öffnen, Achtung, fertig, los!“.
Wie das funktioniert, zeigten die Trainingsschnupfer jetzt beim Pressetermin: Nach dem Start wandern die Zeigefinger in die Dose und schaufeln das dunkle Tabakgemisch in und unter die Nasenflügel. Mittels Gegenwertkontrolle, also dem Messen des verbliebenen Doseninhalts, wird das Schnupfergebnis festgestellt. Zwischen 4,7 bis 4,8 Gramm schafft Rupert Grottenthaler, wie er berichtete. Dabei sei jedes Zehntel entscheidend. Um die Nase ganz vorne zu haben, seien wahrscheinlich über 4,9 Gramm notwendig, vermutete Max Weinmann. Auch die Sauberkeit fließt in die Wertung ein, denn im Eifer des Gefechts landet oft nicht alles an seinem Ziel, sondern manches auf dem Lätzchen sowie rund um die Flügel verteilt. Insgesamt umfasst jeder Durchgang zwölf Schnupfer, von denen jeder einmal die Nase hinhält.
Auch Damen und Prominente schnupfen
Mit zwei Teams sind die Nandlstädter in der Herren-Wertung vertreten, und auch beim abendlichen Höhepunkt, dem Damen-Schnupfen, mischen sie mit. Ein tapferes Frauen-Quartett hat sich dazu bereiterklärt: Christine Bichlmaier, Christine Altkrüger, Rotraud Grottenthaler und Rosmarie Rauscher. Nur drei Teams sind hierzu gemeldet, weshalb die Hallertauer Damen mit Sicherheit auf dem Stockerl landen.
Der Mut der Damen dürfte auch Ehrengäste inspirieren, die zum „Prominenten-Schnupfen“ das Latex-Lätzchen umschnallen. Vielleicht ist ja auch Landrat Josef Hauner dabei? Der Kreischef hat die Schirmherrschaft übernommen, genauso wie sein Vorgänger Michael Schweiger beim letzten Schnupfer-Großereignis, der Bayerischen Meisterschaft 2012. Schweiger nahm damals teil, wie vor sieben Jahren schon Bürgermeister Jakob Hartl, sein Vize Gerhard Betz und MdB Erich Irlstorfer. Und vielleicht fühlt sich ja auch Pfarrer Stephan Rauscher herausgefordert, so die Hoffnung der Schnupfer.
Infos kompakt: Deutsche Schnupf-Meisterschaft in Nandlstadt
Die 52. Deutsche Schnupf-Meisterschaft findet am Samstag, 28. September, um 18 Uhr in der Hopfenhalle Nandlstadt (Bahnhofstraße 6) statt. Das Programm: 18 Uhr Begrüßung, 18.30 Uhr Wettkampfbeginn, anschließend Unterhaltung mit den Holledauer Hopfareissern, 22.30 Uhr Siegerehrung und Preisverleihung. Der Eintritt ist frei, Besucher sind willkommen.
Martin Hellerbrand
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