VonSebastian Grauvoglschließen
Der Barbaraverein Leitzachtal darf jubeln: Mit einem Zuschuss von 400 000 Euro ist das Besucherbergwerk im Deisenrieder Stollen so gut wie eingetütet. Eröffnung ist 2021.
Fischbachau – Das Schlechtwetterangebot machte seinem Namen alle Ehre. Es regnete in Strömen, als sich die Initiatoren des Besucherbergwerks im Deisenrieder Wetterstollen zur feierlichen Übergabe des Leader-Förderbescheids trafen. Der guten Laune tat dies keinen Abbruch. Und auch den dicken Scheck, den Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser mit den beiden Leader-Managerinnen Stephanie Stiller (LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land) und Gwendolin Dettweiler (LAG Mangfalltal Inntal) mit vor den alten Stollen gebracht hatten, konnten die Tropfen nicht verwässern. Zum Glück, war doch ein üppiger Zuschussbetrag von 400 000 Euro darauf abgedruckt.
Wie berichtet, feilt die Gemeinde Fischbachau schon seit vielen Jahren an der Wiedereröffnung des früheren Belüftungsstollens für die damalige Kohleförderung in Hausham. Seit 2003 seien die ehemaligen Bergmänner vom Barbaraverein Leitzachtal um ihren Vorsitzenden Martin Schmid der Gemeinde im Nacken gesessen, erinnerte Stiller bei der Scheckübergabe. Im Leader-Programm habe Bürgermeister Josef Lechner schließlich die ersehnte Quelle für die erforderlichen Fördermittel gefunden – und mit der Nachbargemeinde Bad Feilnbach gleich einen Kooperationspartner. Abzüglich des Zuschusses müssen die beiden Gemeinden jeweils einen Eigenanteil von 135 000 Euro stemmen.
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Die ersten Schritte auf dem Weg in den Berg sind bereits geschafft. Ein Standsicherheitsgutachten und ein Konzept für die museale Nutzung des Stollens liegen vor (wir berichteten). Als nächstes müssen die Projektbeteiligten einen Betriebsplan erstellen und diesen dem Bergamt Südbayern zur Genehmigung vorlegen. Erst dann können die technischen Vorarbeiten und schließlich der Einbau der Ausstellung sowie der Einstieg in die Vermarktung erfolgen. Bis die ersten Besucher in die Zeit des Bergbaus eintauchen können, dauert es aber noch. 2021 soll der Stollen eröffnen.
Nicht nur Rathauschef Lechner und sein Feilnbacher Kollege Anton Wallner sowie die Vertreter des Barbaravereins freuen sich darauf, sondern auch die Leader-Managerin selbst: „Der Deisenrieder Stollen ist und bleibt mein persönliches Lieblingsprojekt“, schwärmte Stiller. Zudem sei die Scheckübergabe ihre „letzte große Tat im Amt“ gewesen. Wie berichtet, löst Stiller Marika Pirchheim als Managerin der Öko-Modellregion ab, die sich in den Mutterschutz verabschiedet hat. Stillers Nachfolger wird Simon Kortus, der sich in Kürze der Öffentlichkeit vorstellen wird, wie Stiller auf Nachfrage mitteilt.
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Der Deisenrieder Stollen wird auch weiterhin eine hohe Priorität genießen, verspricht die scheidende Leader-Managerin. Das geplante Besucherbergwerk sei ein „Leader-Projekt par excellence“. Der Prozess sei von Bürgern angestoßen und von der Politik aufgenommen worden. „Vorbildlich“, sagt Stiller. Obendrein soll der Schaustollen voll inklusiv, also für blinde und sehbehinderte, gehörlose sowie kognitiv und mobilitätseingeschränkte Personen gleichermaßen zugänglich sein.
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Die interaktive Ausstellung werde über die beiden Gemeindegrenzen hinaus eine „hohe Anziehung entfalten“, sind die Initiatoren überzeugt. Nicht zuletzt, weil das Museum ganzjährig und bei jedem Wetter zu besichtigen sein wird. Ein prominentes Schaufenster erhält der Stollen bei der bayernweiten Leader-Konferenz am 15. Juli in Miesbach, wie Lechner kürzlich im Gemeinderat ankündigte. Die Organisatoren hätten das Vorhaben zum „Vorzeigeprojekt“ für die Veranstaltung auserkoren.
