Kabarett zum Jahreswechsel

Django Asül blickt im Tölzer Kurhaus zurück - auf „Raketen-Uschi“ und Fridays for Future

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Da geht’s lang! Kabarettist Django Asül erklärte seinen Fans im Kurhaus das Weltgeschehen im Jahr 2019.
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Die Fans des niederbayerischen Kabarettisten Django Asül wissen längst, worauf sie sich einlassen, wenn sie Ende Dezember zu seinem Jahresrückblick kommen. Das Tölzer Kurhaus war daher am Freitagabend wieder einmal voll besetzt.

Bad Tölz  Gewohnt spitzzüngig beleuchtete der Kabarettist die politischen Ereignisse im bayerischen und im Weltgeschehen. Dabei kam er wie gewohnt zu ganz eigenen, verblüffenden Schlüssen und Bewertungen. Django Asül braucht dazu keine grobe Keule, sondern streut seine Bosheiten in Nebensätzen ein, die es dann in sich haben. So etwa bei der „Einigung“ von Trump und Putin in Sachen Ukraine: „Du machst die Ostukraine und ich den westlichen Teil, so wie das halt unter Schurkenstaaten üblich ist.“ Zu den Präsidentschaftswahlen in den USA fiel ihm ein, dass Trump gesagt haben soll: „Angeblich soll 2020 gewählt werden, dabei habe ich doch schon gesagt: Ich mach’ weiter.“

Wird der E-Roller das Gefährt des Jahres?

Ein großes Thema war die Klimadebatte und die Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) um Greta Thunberg. Dabei seien längst nicht alle Kinder Greta-Fans, stellte Asül trocken fest und berichtete von dem Achtjährigen, der mit einem geklauten Auto und Tempo 180 über die Autobahn gerast war. Dass ausgerechnet Kanzlerin Angela Merkel die FFF-Bewegung „super“ findet, nahm Asül auch aufs Korn. Schließlich demonstrieren die Jugendlichen ja gegen die Klimapolitik der Bundesregierung. Das Lob von Merkel ist „so, als wenn einer gegen die Zwangsprostitution demonstriert und dafür als Dankeschön einen Gutschein für einen Bordellbesuch erhält“.

In dem Zusammenhang schlug Django Asül die neuen E-Roller wegen ihrer Nachhaltigkeit als „Gefährt des Jahres“ vor. „Jede Nacht kommen dann Euro-4-Lkws, die die Roller einsammeln, damit sie mit tschechischem Atomstrom wieder aufgeladen werden können. Und nach zwei Monaten werden sie verschrottet.“ Die E-Roller hätten das Münchner Straßenbild längst nachhaltig verändert: „Man sieht jetzt viel weniger Rentner auf der Straße.“

Das Jux-Klimapaket der Bundesregierung

Das Klimapaket der Bundesregierung bezeichnete der Kabarettist als „Juxpaket“, die Wahl des SPD-Führungs-Tandems verglich er mit der „Reise nach Jerusalem“. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist für ihn „die deutsche Antwort auf Homer Simpson“. Als gut für Deutschland beurteilt er, dass Ursula von der Leyen, „unsere Raketen-Uschi“, jetzt in Brüssel weit genug weg sei. Zur Kritik an Juso-Chef Kevin Kühnert merkte er an: „Der ist mit zwei Grundprinzipien aufgewachsen: Arbeit wird gnadenlos überschätzt, und Geld muss man nicht verdienen. Das kommt regelmäßig aus Bayern und Baden-Württemberg.“ 

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