Gespräch über Gehalt eskalierte

Drei Bauarbeiter vermöbeln Vorarbeiter: Sie wollten ihren Lohn

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Im Sommer 2015 vermöbelten drei Bauarbeiter auf einer Baustelle in Geretsried einen Vorarbeiter ihres Auftraggebers.
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Ein Gespräch über Zahlungsschwierigkeiten eskalierte vor drei Jahren auf einer Geretsrieder Baustelle. Jetzt kam es zum Prozess.

Geretsried/Wolfratshausen – Im Sommer 2015 vermöbelten drei Bauarbeiter auf einer Baustelle in Geretsried einen Vorarbeiter ihres Auftraggebers. Es ging offenbar um Lohn, der ihnen vorenthalten worden war. Nun, drei Jahre später, musste sich ein 25-jähriger Rumäne wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Er wurde, genauso wie seine beiden Kollegen bereits vor zwei Jahren, zu einer Geldstrafe verurteilt.

Zur ersten Verhandlung im Mai 2016 war zunächst keiner der drei Angeklagten erschienen. Zwei Beschuldigte trafen damals jedoch im Laufe des Tages im Gericht ein. Sie akzeptierten Strafbefehle mit Geldstrafen in Höhe von 1200 Euro (60 Tagessätze) sowie 3200 Euro (160 Tagessätze). Der dritte Tatbeteiligte wurde seitdem mit Haftbefehlt gesucht. Am 27. September dieses Jahres wurde er in Passau festgenommen. Die Zeit bis zum Prozess verbrachte er in Untersuchungshaft.

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„Der Vorwurf soll so eingeräumt werden“, sagte der Verteidiger für seinen Mandanten vor Gericht. „Es gab Zahlungsschwierigkeiten, man hat sich unterhalten. Das Gespräch ist aus den Fugen geraten und auch körperlich ausgeartet“, erläuterte der Rechtsanwalt. Der Geschädigte hatte bei der Schlägerei Schürfwunden und Hämatome erlitten.

Er bereue das Geschehene und möchte sich in aller Form dafür entschuldigen, beteuerte der Angeklagte. Er habe als Subunternehmer nur einen Hungerlohn erhalten, und dann sei auch noch versucht worden, ihn darum zu prellen, warb der Verteidiger um Verständnis für die rüde Reaktion. „Wir haben es hier mit Bauarbeitern zu tun, nicht mit einem Mädchenpensionat. Da geht es schon mal zur Sache.“ Richter Helmut Berger verurteilte den Angeklagten, der sein Geld zuletzt als Saisonarbeiter bei der Gurkenernte verdient hatte und auf der Fahrt zu einer neuen Baustelle in England war, als er in Passau kontrolliert wurde, zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro.  rst

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