Große Auswahl und begeisterte Besucher

„Echt schee“:  Der Lenggrieser „Lichterzauber“

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Herumschlendern, ein Ratsch, etwas Warmes trinken: Beim gut besuchten „Lichterzauber“ in Lenggries kamen alle auf ihre Kosten.

Der Christkindlmarkt in Lenggries lockte auch heuer wieder die Besucher an. Die Gäste trotzten den Windböen.

Lenggries Tagsüber herbstliche Sonne, abends stürmischer Bergwind, keine Schneeflocke weit und breit: Der verschneite Christkindlmarkt-Winterzauber vom vergangenen Jahr fand heuer im Brauneckdorf rein wetterbedingt leider keine Wiederholung. Immerhin, der befürchtete Regen blieb aus.

Aber die Lenggrieser trotzten Föhn und Windböen und ließen sich ihren „Lichterzauber“ dadurch nicht vermiesen. Die Stände entlang der Dorfrunde boten von allem etwas, und Hunger und Durst musste natürlich auch niemand leiden. Wie auf Christkindlmärkten üblich, dominierten Bratwürste und Grillfleischsemmeln. Aber auch ausgefallenere Spezialitäten wie ungarische Langos, Burger, Backfisch, Chili con Carne oder Kässpatzen gab’s. Mit einem heißen Becher Glühwein in der Hand ließ es sich dann vorzüglich ratschen und Ausschau halten nach Bekannten.

So gestärkt konnte man dann in Ruhe die Angebote an den Ständen, die von den hiesigen Vereinen, aber auch von auswärtigen Betrieben belegt waren, inspizieren und vielleicht das eine oder andere Weihnachtsgeschenk entdecken. Es gab Gestricktes, Geschnitztes und Gefilztes, Schmuck und Steine, aber auch weihnachtliche Spirituosen und Marmeladen. Stollen und Plätzchen dürfen um diese Jahreszeit sowieso nicht fehlen.

Stolze Kinder, gerührte Eltern: Die Mädchen und Buben des Kindergartens St. Josef gestalteten eine „lebende Krippe“.

Tatsächlich ging’s auf der Lenggrieser „Scheibn“ heuer etwas gemächlicher zu, was aber von den Besuchern durchaus als angenehm empfunden wurde. Die Schlangen an den Essenständen waren überschaubar, und das Gedränge vor den Buden nicht zu groß.

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„Echt schee, der Christkindlmarkt“ konnte man vernehmen, und das war er auch einmal mehr. Es ist halt eine echte dörfliche Gemeinschaftsarbeit, diesen Markt auf die Beine zu stellen. Alle sind in Aktion. Zum Beispiel die „Holzfüchse“ und die „Kreativwerkstatt“ von der Schülerfirma der Lenggrieser Mittelschule, die das ganze Schuljahr bereits damit verbracht haben, hübsche Kleinigkeiten zu basteln: Notizbücher mit buntem Einband, Notenmappen, Fotoalben, Engelanhänger oder bemalte Schachteln. Die Siebtklässer waren selbstverständlich persönlich für den Verkauf zuständig. Der Erlös wird zum Teil gespendet, zum Teil für den Kauf von Arbeitsmaterial verwendet.

Ein paar Schritte weiter waren die ganz Kleinen vom Kindergarten St. Josef ganz eifrige Darsteller der „lebenden Krippe“: Kleine Engerl und Hirten, Maria, Josef – sogar lebendige Schafe waren dabei. Und ein eifrig gesungenes „Kling Glöckchen Klingelingeling“ entfachte nicht nur bei den Eltern gerührte Weihnachtsstimmung.

Am Bergwacht-Stand am Kirchplatz und in der Marktstraße herrschte zu späterer Stunde dann doch durchaus Gedränge, was die versierten Christkindlmarkt-Helfer allerdings gut im Griff hatten. Ohne Heißgetränk musste jedenfalls keiner heimgehen.

Es bleibt der fromme Wunsch ans nächste Christkindl: Den netten, gemütlichen und nicht auf puren Kommerz ausgelegten „Lichterzauber“, den die Lenggrieser Jahr für Jahr organisieren, noch einen Tag länger zu veranstalten. Es wäre ja vielleicht einmal einen Versuch wert.  (Ines Gokus)

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