In einem internen Treffen haben der Tölzer Bürgermeister Josef Janker und sein Team einen Vorschlag für den Bau einer Bewegungshalle präsentiert, der beim Turnverein auf freudige Überraschung stieß. Ein paar Jahre wird’s aber schon noch dauern bis zur Realisierung.
Bad Tölz – Die Vorgeschichte: Seit vielen Jahren verfolgt der Turnverein die Idee eines „Turnschlauchs“, also einer reinen Gerätehalle. Daraus wurde nie etwas. Aus dem Turnschlauch entwickelte sich in jüngerer Zeit der Gedanke einer einer Bewegungshalle mit feststehenden Geräten sowie einer Freifläche. Die Doppelhalle wäre vielfach nutzbar und würde dem Turnverein neue Handlungsoptionen und Kooperationsmöglichkeiten (mit Schulen zum Beispiel) eröffnen.
Das Andocken ans Jahnschulkonzept war gewünscht, stieß aber bei der Rathausspitze nicht auf viel Gegenliebe. Die Unterbringung der 15 mal 27 Meter großen Halle auf dem Schulareal hätte möglicherweise andere Pläne der Stadt blockiert. Zum Beispiel eine mögliche Erweiterungsoptionen für die Jahnschule und den Kindergarten. Das sich abzeichnende „Nein“ zum zweiten TV-Vorschlag wurde auch von Tölzer Stadträten in der November-Sitzung schwer bedauert. Wie gesagt: Der Turnverein hat rund 2300 Mitglieder, und die Kommunalwahl steht vor der Tür.
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Den Ball aus dem Stadtrat haben nun Bürgermeister Josef Janker und der designierte Stadtbaumeister Florian Ernst aufgenommen und einen ganz neuen Vorschlag entwickelt, der bei einem internen Treffen mit dem Turnverein präsentiert wurde. Kernidee: Statt die Bewegungshalle ins begrenzten Jahnschulareal zu pressen wird sie direkt neben der Dreifachturnhalle, wo derzeit noch eine Wiese steht. Statt der Boccia-Bahn würde in Foyer errichtet, das die neue Halle an den Bestand anbindet. „Wir bügeln den Turnverein nicht hinunter“, verteidigt Janker nochmals seine Vorgehensweise. Am Jahnschulgelände hätten aber Schule, Kindergarten und Stadtkapelle Vorrang. Die neue Idee soll nun im Stadtrat (Dienstag, 29. Januar, um 16 Uhr, Rathaus) vorgestellt werden. Dort. so Janker, muss auch über die Eintaktung des Projekts in die mittelfristige Finanzplanung der Stadt entschieden werden. „Nicht in den nächsten drei oder vier Jahren“, schätzt Janker die Wahrscheinlichkeit der Realisierung. Zunächst seien andere Großvorhaben wie etwa Jahnschule und Josefistift zu schultern.
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Jane Clarke und Michael Ernst, die beiden Vorsitzenden des Turnvereins, sind auf Anfrage „positiv überrascht“. Eine autarke Halle, die an die Dreifachturnhalle angebunden sei und ein repräsentatives Foyer biete – das sei „eine geniale Lösung“, wie Ernst im Namen des Vorstands sagt. „Hoffentlich stehen auch die Stadträte diesem Vorschlag wohlwollend gegenüber.“
Dem Turnverein ist nun ganz wichtig, dass es nicht nur bei einer Ideenskizze bleibt, sondern Nägeln mit Köpfen gemacht werden. „Wir brauchen Planungssicherheit“, sagt Ernst. Dafür werde der Verein auch das Seine tun, um die Finanzierung des Projekts mit zu stemmen. „Wir werden Rücklagen bilden.“
Christoph Schnitzer