VonSilke Schederschließen
Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass ein damals 14-Jähriger beim Zündeln die Turnhalle der Tölzer Montessori-Schule in Brand gesetzt hat. Nach einer langen und aufwendigen Sanierungsphase sind die Schäden seit vergangenem Sommer behoben. Abschließen kann Montessori-Geschäftsführerin Birgit Kobinger dennoch nicht so recht mit dem Unglück. „Es bleibt eine offene Sache.“
Bad Tölz – Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass ein damals 14-Jähriger beim Zündeln die Turnhalle der Tölzer Montessori-Schule in Brand gesetzt hat. Nach einer langen und aufwendigen Sanierungsphase sind die Schäden seit vergangenem Sommer behoben. Abschließen kann Montessori-Geschäftsführerin Birgit Kobinger dennoch nicht so recht mit dem Unglück. „Es bleibt eine offene Sache.“
Kobinger stört, dass sich der mutmaßliche Brandstifter nie gemeldet geschweige denn für seine Tat entschuldigt hat. „Das ist nicht befriedigend“, sagt Kobinger auf Nachfrage. „Vielleicht hat er gar nicht verstanden, was er da angerichtet hat.“
Und zwar eine ganze Menge: 267 000 Euro Schaden verursachten die Flammen laut Kobinger an jenem 8. August 2017 an der Turnhalle und dem gläsernen Verbindungsbau zur Schule. Anfangs war die Polizei von rund 100 000 Euro ausgegangen. Der Kriminaldauerdienst nahm damals Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung auf. Zeugen hatten vier Jugendliche vom Brandort weglaufen sehen. Einer davon gab in einer Vernehmung zu, einen Strandkorb angezündet zu haben, der vor dem Verbindungsbau gestanden hatte. Dass die Flammen auf das Gebäude übergriffen, habe er nicht gewollt.
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Doch genau so kam es: Die Flammen waren an der hölzernen Fassade der Turnhalle nach oben gezüngelt und hatten schließlich das Dach in Brand gesetzt. Ein tragender Balken wurde in Mitleidenschaft gezogen, ebenso die Elektrik. Erst ein halbes Jahr später konnten Schüler und Lehrer die Halle wieder nutzen. Der gläserne Verbindungsbau ist sogar erst seit August fertig: „Er musste komplett erneuert werden“, sagt Kobinger. Aufgrund der großen Hitze waren unter anderem die Fenster geplatzt und die Plastikverkleidungen im Inneren geschmolzen.
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„Der Schaden wurde fürs Erste von unserer Gebäudeversicherung übernommen“, sagt Kobinger. Ob die Versicherungsgesellschaft nun versucht, sich das Geld von der privaten Haftpflichtversicherung der Eltern des Brandstifters wiederzuholen – dazu kann Kobinger nichts sagen. Auch, ob sich der Jugendliche inzwischen vor Gericht verantworten musste und wie die Strafe ausgefallen ist, weiß sie nicht.
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Ein wenig Licht ins Dunkel bringt Andrea Mayer. Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München II bestätigt auf Nachfrage, dass es am Amtsgericht Wolfratshausen ein Verfahren gegen den Jugendlichen gab. „Es erfolgte eine erzieherische Ahndung“, lautet die Antwort auf die Frage nach dem Ausgang des Verfahrens. Weitere Angaben könnten wegen de besonderen Schutzwürdigkeit jugendlicher Angeklagter nicht gemacht werden. Die drei anderen Jugendlichen, die am Brandort gesehen wurden, traten nur als Zeugen auf. Der anfängliche Verdacht auf eine Tatbeteiligung hat sich offenbar nicht erhärtet.
