VonChristiane Mühlbauerschließen
Die Besucher des Bichler Naturfreibads müssen ab 2019 mehr Eintritt bezahlen. Der Gemeinderat entschied sich nach längerer Diskussion für eine Erhöhung.
Bichl – Das Schwimmbad in Bichl erfreut sich seit dem Umbau zum Naturfreibad großer Beliebtheit. Im vergangenen Winter ließ die Gemeinde auch noch die Sanitärräume sanieren. Die Eintrittspreise sind seit Jahren die gleichen, zuletzt lehnte der Gemeinderat 2017 eine Erhöhung ab. Doch nun stand das Thema erneut auf der Tagesordnung – und die Räte entschieden sich nach lebhafter Diskussion doch zu einer Preiserhöhung.
Bislang zahlen Erwachsene drei Euro, Kinder zwei Euro für eine Tageskarte. Die Jahreskarten kosten 30 beziehungsweise 20 Euro, eine Familienjahreskarte 100 Euro. Verglichen mit anderen Naturfreibädern, ist Bichl damit das günstigste Bad: In Lenggries zahlt man für die Tageskarte jeweils einen Euro mehr, in Arzbach 1,50 Euro.
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Die Bichler Räte führten eine Grundsatzdiskussion, ob eine Erhöhung sinnvoll sei oder nicht. Helmut Kolbeck war dagegen. Das Freibad sei ein „toller und freundlicher Service von der Kommune für die Bürger“, und eine Erhöhung der Eintrittspreise bringe der Gemeinde nicht wirklich viel ein, argumentierte Kolbeck auch mit Blick auf die sehr gute Haushaltslage.
Andere Räte beurteilten die Situation aus einer anderen Perspektive. Die Personalkosten seien gestiegen, sagten zum Beispiel Leonhard Peschl und Markus Geißler. „Und die Unterhaltskosten werden auch nicht weniger“, sagte der Zweite Bürgermeister.
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Der neue Kämmerer Florian Hlawatsch präsentierte dem Gremium eine Übersicht, wie sich Einnahmen und Ausgaben in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Die Einnahmen durch Eintrittsgelder und Kioskverkauf sind auch abhängig vom Wetter und schwanken zwischen 50 000 Euro und 37 000 Euro. Auch die Ausgaben schwanken zwischen 133 000 Euro und 150 000 Euro. 2017 betrug das Defizit 107 000 Euro, heuer rechnet der Kämmerer mit 90 000 Euro. Um das jährliche Defizit für die Gemeinde spürbar zu verringern, „müssten wir die Preise mehr als verdoppeln“, rechnete Markus Geißler durch. Doch diese Frage stelle sich nicht, sagte er weiter. Angesichts der gestiegenen Personalkosten wäre es „aber durchaus an der Zeit“, den Eintrittspreis ein wenig zu erhöhen, sagte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. Unterschiedliche Preise für Einheimische und Auswärtige, wie sie Helmut Kolbeck vorschlug, lehnte der Bürgermeister ab: „Wir sind diskriminierungsfrei“, sagte er schmunzelnd und meinte: „So etwas geht heute eh’ nicht mehr.“
Michael Eberl schlug vor, nur den Preis für die Jahreskarte anzuheben. Diese Idee fand aber wenig Gefallen. Angenommen wurde der Vorschlag des Kämmerers: Künftig zahlen Erwachsene vier, Kinder drei Euro am Tag, also jeweils einen Euro mehr. Die Jahreskarte kostet 48 Euro für Erwachsene beziehungsweise 36 Euro für Kinder. Für die Familienjahreskarte werden 120 Euro verlangt. Neu ist eine Tageskarte für Familien (10 Euro). Eines bleibt aber gleich: Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.
Die Entscheidung fiel mehrheitlich. Nur Helmut Kolbeck, Michael Eberl und Andreas Zander waren gegen eine Erhöhung.
