- VonChristof Schnürerschließen
Lange hat die Mittenwalder CSU-Spitze ein Geheimnis um ihren Hoffnungsträger für die Kommunalwahlen 2026 gemacht. Nun haben die Schwarzen die Katze aus dem Sack gelassen: Bergwachtchef Heinz Pfeffer (57) soll die Partei als Bürgermeister-Kandidat aus dem Tal der Tränen in ungeahnte Höhen führen.
Mittenwald – Heinz Pfeffer (57) hat lange überlegt, Anfang Mai gab er sein Ja-Wort. Er wird im März 2026 für die CSU ins Bürgermeister-Rennen gehen. Ihn unterstützen sowohl der Ortsvorstand als auch die Gemeinderatsfraktion einstimmig. Die offizielle Kür durch eine Mitgliederversammlung soll voraussichtlich noch vor der Sommerpause erfolgen. Damit hat sich der erste Herausforderer für den amtierenden Rathauschef Enrico Corongiu (SPD) aus der Deckung gewagt.
„Für mich ist es wichtig, den Ort zukunftssicher auf die Beine zu stellen“, betont der schwarze Hoffnungsträger. Zu seinem Kontrahenten Corongiu möchte er sich – noch – nicht explizit äußern. Nur so viel: „Wir sind zwei grundverschiedene Typen.“ Die meisten unterm Karwendel kennen Heinz Pfeffer als Bergwachtchef (seit 2005), als Lawinenkommissionsobmann (seit 2006) oder als Mitbegründer und Vorsitzenden des Bikeclubs (240 Mitglieder), politisch ist er bislang nur einmal in Erscheinung getreten – und zwar bei der Gemeinderatswahl 2008. Zwölf von 20 Kandidaten schafften den Sprung ins Rathaus – Pfeffer nicht. Am Ende sprang für ihn der parteiinterne 14. Platz heraus.
Doch das ist lange her. Pfeffer – geboren am 5. Januar 1968 – hat sich in vielfacher Hinsicht weitergebildet. Vor allem aber hat er vor 18 Jahren seine Lisa geheiratet, die ihm Sohn Luis (15) geschenkt hat. Die beiden wurden in Sachen Bürgermeister-Kandidatur gefragt und unterstützen ihn. „Sonst hätte ich es nicht gemacht“, versichert Pfeffer. „Die Familie muss hinter einem stehen, sonst wird das Leben zur Hölle.“
Die Familie muss hinter einem stehen, sonst wird das Leben zur Hölle.
Nun also wagt sich der gelernte Kunst- und Bauschlosser und Spengler quasi als Seiteneinsteiger in das Haifischbecken Kommunalpolitik. Kein Problem für ihn: „Ich kenne Mittenwald von jedem Gesichtspunkt her.“ Hier ist er geboren, zur Schule gegangen, hier verdient er sein Geld und engagiert sich in diversen Organisation. Aktuell arbeitet er als Zivilangestellter (Sachbearbeiter Lagerwirtschaft) bei der Bundeswehr, genauer gesagt bei der Heeresinstandsetzungslogistik, kurz HIL. Dort trägt der Mittenwalder deutschlandweit auch als Betriebsrat Verantwortung. Mit anderen Worten: Heinz Pfeffer sieht über den Tellerrand hinaus.
Das gefällt CSU-Ortsvorsitzendem Peter Wimmer besonders gut. „Der Heinz ist nicht nur konservativ, sondern auch weltoffen.“ In diesem Zusammenhang bestätigt Wimmer, dass er 2026 wie schon 2020 aus privaten und beruflichen Gründen nicht auf der CSU-Gemeinderatsliste stehen wird.
Benedikt Zunterer, CSU-Vize, Jurist, Gemeinderat und lange als heißer Bürgermeister-Kandidat gehandelt, hat Pfeffer vor etwa eineinhalb Jahren beim Bikeclub erstmals das Bürgermeisteramt schmackhaft gemacht. Von Pfeffers Qualitäten ist Zunterer felsenfest überzeugt. „Der Heinz ist einheimisch, durchsetzungsfähig, ehrlich und geradlinig.“ Kurz: „Er ist der beste Kandidat, den man sich für die Mittenwalder CSU vorstellen kann.“ Matthias Haller, CSU-Kreisgeschäftsführer und weiterer Ortsverbandsvize, ergänzt: „Mir gefällt einfach die Art und Weise, wie der Heinz die Sachen anpackt.“
Eine Menge Vorschusslorbeeren, die Heinz Pfeffer – römisch-katholisch, vier Jahre Zeitsoldat – erhalten hat. Doch die kommenden Wochen und Monate wird er erst noch beweisen müssen, was er drauf hat.