VonLisa Fischerschließen
Das Alte nutzen und mit dem Neuen verknüpfen: So lässt sich der Entwurf für die künftige Siedlung auf dem Fliegerhorst-Areal zusammenfassen.
Fürstenfeldbruck – Die Pläne bedeuten einen großen Schritt nach jahrelanger Vorarbeit. Ab sofort sind sie für die Bürger ausgestellt.
„Alt und Neu formen lokale Identitäten“, sagt Bauamtsleiter Johannes Dachsel bei der Präsentation des Sieges-Entwurfs des Planungsbüros Adept aus Kopenhagen. Im Detail bedeutet das: Die Bestandsgebäude auf dem Fliegerhorst bleiben größtenteils bestehen. Die Planer haben sie in die Umgebung und mit neuen Gebäuden integriert.
Graue Energie
Ein Punkt, der das Preisgericht des städtebaulichen Wettbewerbs überzeugt hat und auch Dachsel, Konversionsmanagerin Nadja Kripgans und OB Christian Götz positiv stimmt. „Es bleibt deutlich mehr erhalten, als sein müsste“, sagt Nadja Kripgans. Ein nachhaltiger Ansatz: „Die graue Energie, die in den alten Gebäuden steckt, geht nicht verloren, indem man sie mit neuem Energieaufwand abreißt und mit neuer Energie etwas Neues an der Stelle hinbaut.“
Bauamtsleiter Dachsel ergänzt: „Es ist visionär und zugleich realistisch, was die Planer hier zeigen.“ Visionär sei beispielsweise, wie man mit der grauen Energie umgeht, diese nutzt. „Und so, wie es im Entwurf dargestellt wird, ist es ganz nahe an der Realität dran“, sagt Dachsel.
Der Denkmalschutz
Auch die Integration der Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, hat die Jury überzeugt. „Bei allen Problemen, die der Denkmalschutz mit sich bringt, muss man sagen, dass diese Gebäude sehr dazu beitragen, dass von Anfang an in dem Quartier ein bestimmter Charakter vorhanden ist“, sagt Rathaus-Chef Götz. Der Kilometerbau in der Mitte des Areals sei so gut in die Umgebung eingepflegt, „dass er wie selbstverständlich dasteht“, lobt Götz.
Quasi parallel zum Kilometerbau soll ein Aktivitäts-Boulevard entstehen, sagt Dachsel. Vorgesehen sind ein Bürgerhaus, mehrere Sportstätten und Platz für verschiedene Angebote an Aktivitäten.
Versiegelte Flächen
Überhaupt fokussieren sich die Planer auf das, was der Fliegerhorst schon mitbringt. Gebaut wird hauptsächlich auf versiegelten Flächen – daneben große und kleine Grünflächen. Das sei gerade unter wirtschaftlichem Aspekt ausschlaggebend. „Das Versiegelte wegzureißen und einen Park an diese Stelle zu pflanzen, wie es ein anderes Planungsbüro vorgesehen hat, ist nicht wirtschaftlich“, erklärt Daniel Schreyer vom Beratungsbüro Hendricks und Schwartz. Das Büro begleitet das Beteiligungsprojekt rund um die Konversion Fliegerhorst mitsamt der Öffentlichkeitsveranstaltungen.
Mit dem Entwurf müssen nun Details an Ecken und Enden ausgearbeitet und abgestimmt werden, sagt Kripgans. Dann wird im nächsten großen Zwischenschritt ein Rahmenplan erstellt.
Wann es mit der Bebauung losgeht, hängt maßgeblich vom Abzug der Bundeswehr ab. Eine Zwischennutzung bietet sich aber wegen der vielen Bestandsgebäude geradezu an, sagt Schreyer. „In dem Moment, wo Fursty aufgesperrt wird, kommt unmittelbar Leben rein.“
So wird informiert
Die Ergebnisse des Wettbewerbs können bis 17. Mai täglich von 11 bis 19 Uhr im Stadtlabor an der Pucher Straße besichtigt werden. Ansprechpartner sind – außer am 10./11. Mai – freitags von 12 bis 13 Uhr und samstags von 13 bis 15 Uhr vor Ort.
Infostände gibt es am Dienstag, 30. April, 11 bis 13 Uhr, im City Point und am Freitag, 3. Mai, 14.30 bis 16.30 Uhr, am Geschwister-Scholl-Platz.
Eine Podiumsdiskussion ist am Montag, 13. Mai, um 18 Uhr (Einlass 17 Uhr) im Kleinen Saal des Veranstaltungsforums. Die Planer stellen ihre Visionen vor, dann diskutieren die Juroren Sophie Wolfrum und Alain Thierstein von der TU München mit OB Christian Götz.
Weitere Infos findet man ab 6. Mai auf der Internetseite zukunft-fliegerhorst.de. Dort wird auch die Podiumsdiskussion gestreamt und im Nachgang bereitgestellt.
