Streiks im Münchner Nahverkehr: U-Bahn bleibt außer Betrieb – das müssen Fahrgäste wissen
VonLeoni Billina
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Die Gewerkschaft Verdi ruft zu ganztägigen Warnstreiks im gesamten Bundesgebiet auf. Auch in München drohen massive Ausfälle.
Update, 13 Uhr: Größtenteils Stillstand ist am Montag im Nahverkehr in München zu erwarten. Der von Verdi angekündigte Streik wird erhebliche Auswirkungen auf U-Bahnen, Trambahnen und Busse haben. Lediglich die S-Bahn ist von dem Warnstreik nicht betroffen. Wie die MVG berichtet, wird der U-Bahnverkehr zunächst aus Sicherheitsgründen gänzlich eingestellt. Ob sie überhaupt fahren könne, sei davon abhängig ob genug Personal in der Leitstelle zur Verfügung stehe, so die Information. „Außerdem braucht es genug Fahrpersonal, um zumindest eine Linie in Betrieb nehmen zu können.“ Selbes gelte für Straßenbahnen.
U-Bahnverkehr wird aus Sicherheitsgründen eingestellt
Bei den Bussen werde wohl ein stark eingeschränkter Betrieb möglich sein – da die privaten Busunternehmen, die für die MVG fahren, nicht bestreikt werden. Es sei allerdings davon auszugehen, dass die Busse unregelmäßig fahren und nur ein Teil der Linien bedient werden kann.
Informieren können sich die Fahrgäste unter „Aktuelle Störungen“ auf mvg.de oder unter „Störungen“ in der MVG-App. Die aktuelle Verbindungsabfrage auf mvg.de und in der App MVGO zeigt mit farbiger Uhrzeit an, welche Züge und Busse auch im Streikfall fahren. Zudem gilt: Grün heißt pünktlich, rot verspätet, schwarz bedeutet, dass kein Fahrzeug im Einsatz ist. Fahrgäste sollten außerdem darauf achten, dass bei einer Verbindungssuche vorab nicht sicher ist, dass die gewählte Linie später auch tatsächlich fährt. „Ob, wo und wie viele Fahrzeuge im Einsatz sind, ändert sich im Laufe des Tages.“
Warnstreik in München: Nahverkehr wird zu großen Teilen lahmgelegt
Update, 10.30 Uhr: Am Montag (2. Februar) wird in München der öffentliche Nahverkehr bestreikt: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erwartete bei Bussen einen stark eingeschränkten Betrieb. Genauer bleibe die U-Bahn aus Sicherheitsgründen zunächst außer Betrieb. Ob später zumindest eine Linie fahren könne, hänge davon ab, ob genug Personal den Dienst antrete. Ähnlich sei die Situation bei der Tram.
Erstmeldung vom 30 Januar, 9.45 Uhr: München – Wer am Montag (2. Februar) in München mit Bussen und Bahnen unterwegs sein wird, der wird mit Problemen rechnen müssen. Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit zu Warnstreiks der kommunalen Nahverkehrsunternehmen aufgerufen – auch München ist betroffen. Verdi hatte bereits nach einer ergebnislosen ersten Verhandlungsrunde mit „massiven Warnstreiks“ im Freistaat bis zur nächsten Runde am 13. Februar gedroht – aber zunächst kein konkretes Datum dafür genannt.
Warnstreiks im Nahverkehr am Montag – München betroffen
Betroffen sein von der ganztägigen Aktion können demnach alle Verkehrsunternehmen sein, in denen der Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) Anwendung findet. Insbesondere in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt ist mit „erheblichen Auswirkungen“ zu rechnen, heißt es in einer Pressemitteilung. S-Bahnen sind nicht betroffen, da diese von der Deutschen Bahn betrieben werden.
Mit dem Streik wolle die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde Druck auf die Arbeitgeber machen. Verdi fordert eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. „Mit der Anhebung der Löhne würden Differenzen im Lohngefüge beglichen werden: Zum einen die, die innerhalb des Personals in den Werkstätten der Stadtwerkekonzerne besteht. Zum anderen könnten die Einstiegsgehälter im Fahrdienst in Bayern zu denen in Baden-Württemberg aufschließen.“ Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und die Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden würden zudem der hohen Belastung im Schichtbetrieb entgegenwirken und wären ein wichtiges Element im Rahmen des Gesundheitsschutzes.
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Vergangene Gespräche hatten zu keiner Einigung geführt
Bereits im vergangenen Jahr fanden Gespräche zwischen der Gewerkschaft und dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) statt. Damals hatte Verdi gefordert, die Lohnsteigerungen aus dem Tarifvertrag im öffentlichen Dienst auf den Nahverkehr zu übertragen (Gehaltssteigerung von ca. 5,8 Prozent in zwei Schritten), um im Jahr 2026 ausschließlich über die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Verdi hatte dabei unterschiedliche Kompromisswege vorgeschlagen, die „von den Arbeitgebern kategorisch abgelehnt wurden“. Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen, sagt: „Die Eskalation in der Tarifrunde liegt allein in der Verantwortung der Verhandler*innen auf der Seite der Arbeitgeber*innen.“ (Quelle: Pressemitteilung Verdi, dpa), (leo)