Massive Einschränkungen drohen durch Verdi-Streik: MVG mit düsterer Prognose für Münchens Nahverkehr
VonBenedikt Strobach
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München drohen massive Einschränkungen bei U-Bahn, Bus und Tram. Verdi plant Warnstreiks. Die MVG hat eine neue Prognose zu den Auswirkungen gegeben.
Der öffentliche Nahverkehr in der bayerischen Landeshauptstadt steht vor einem nahezu vollständigen Stillstand. Die Gewerkschaft Verdi plant massive Warnstreiks im ÖPNV – und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat nun eine Prognose abgegeben, wie sich dieser auswirken wird. Die Einschränkungen bei U-Bahn, Tram und Bus werden deutlich ausfallen. Pendler und Fahrgäste müssen sich auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen.
Verdi plant Warnstreiks im Nahverkehr, der genaue Termin steht noch nicht fest.
U-Bahnen bleiben zunächst komplett außer Betrieb, Trambahnen und Busse fahren nur stark eingeschränkt.
S-Bahnen und Regionalbusse sind nicht vom Streik betroffen und verkehren regulär.
Auch 2023 wurde die MVG bestreikt. Es kam zu massiven Einschränkungen im ÖPNV. Nun steht ein weiterer Streik der Gewerkschaft Verdi im Nahverkehr bevor. (Archivfoto)
Wegen Verdi-Streik: MVG verschärft Prognose – U-Bahn-Betrieb in München zunächst komplett eingestellt
Betroffen sind im Falle eines Streiks sämtliche U-Bahnen, Trambahnen und Buslinien bis zur Nummer 199, wie die MVG auf ihrer Website mitteilt. Bei den Bussen sind die Auswirkungen noch am geringsten. Ein stark eingeschränkter Betrieb sei möglich, da private Busunternehmen, die für die Verkehrsgesellschaft unterwegs sind, nicht bestreikt werden. Die MVG rechnet allerdings damit, dass die Busse unregelmäßig verkehren und nur ein Teil der Linien bedient werden kann.
Drastischer sieht es bei der U-Bahn aus. Der Betrieb bleibt aus Sicherheitsgründen zunächst komplett eingestellt. Ob überhaupt eine U-Bahn-Linie fahren kann, hängt davon ab, ob genug Personal in der Leitstelle zur Verfügung steht. Die MVG erklärte, es brauche zunächst ausreichend Fahrpersonal, um zumindest eine Linie in Betrieb zu nehmen.
Auch Tram-Betrieb in München im Streikfall stark eingeschränkt – MVG verschärft Prognose
Auch beim Tram-Betrieb hängt das Angebot von der Personalverfügbarkeit ab. Falls Fahrzeuge überhaupt besetzt werden können, sollen diese zunächst auf der stark nachgefragten Linie 20 in der Dachauer Straße eingesetzt werden.
Verkehrschaos in München? Die größten Knotenpunkte in der Landeshauptstadt
Damit verschärft die Verkehrsgesellschaft ihre ursprüngliche Prognose deutlich. Anfang der Woche hatte ein Sprecher unserer Redaktion gegenüber noch angegeben, bei den U-Bahn-Linien 3 und 6 solle ein Zehn-Minuten-Takt gewährleistet werden. Die Tramlinien 20 und 25 sollten demnach alle 20 Minuten pendeln. Diese Einschätzung wurde nun nach unten korrigiert.
Termin für Verdi-Streik im ÖPNV noch nicht bekannt
Wann genau die Arbeitsniederlegungen im Münchner Nahverkehr beginnen, steht weiterhin nicht fest. Verdi teilte unserer Redaktion mit, es gebe noch keinen Streik-Termin. Man werde aber rechtzeitig informieren, sobald es konkrete Daten gebe.
Viele Münchner dürften sich noch an die Streiks vor knapp drei Jahren erinnern. 2023 war der öffentliche Nahverkehr im März zwischenzeitlich beinahe vollständig ausgefallen. Immerhin gibt es diesmal eine kleine positive Nachricht: S-Bahnen und Regionalbusse werden nicht bestreikt und verkehren laut MVG regulär. (Quelle: MVG) (bes)