VonDieter Dorbyschließen
Drei Arbeiter eines Entsorgungs- und Recyclingunternehmens in Weyarn sind am Dienstag bei einem tragischen Arbeitsunfall auf dem Betriebsgelände der Firma ums Leben gekommen. Schock für die Rettungskräfte: Alle drei waren Feuerwehrmänner.
Weyarn – Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen - so berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd - hatte am späten Dienstagvormittag ein Arbeiter des Entsorgungs- und Recyclingunternehmens auf dem Firmengelände im Weyarner Ortsteil Großseeham gegen 11.40 Uhr in einem wassergefüllten Gullyschacht gearbeitet. Nachdem zu ihm kein Kontakt mehr hatte aufgenommen werden können, waren zwei seiner Arbeitskollegen in den Schacht gestiegen, um zu helfen. Danach war von den drei Männern kein Lebenszeichen mehr zu vernehmen.
Tragischer Arbeitsunfall in Weyarn: Großeinsatz für die Suche gestartet
Zahlreiche Helfer der alarmierten Freiwilligen Feuerwehren aus Weyarn, Irschenberg, Miesbach, Reichersdorf, Feldkirchen-Westerham und Mitterdarching, der Rettungsdienst, ein Rettungshubschrauber, die Wasserrettung und mehrere Streifenwagenbesatzungen der Polizei rückten anschließend zu einem Rettungseinsatz an. Taucher, die sich in den Gullyschacht und den darunter liegenden Kanal begaben, suchten nach den drei Vermissten, konnten diese aber aufgrund des hohen Wasserstands zunächst nicht lokalisieren. Dies gelang erst, nachdem der Wasserstand mit technischen Mitteln hatte gesenkt werden können.
Hilfe für drei Männer (20, 27 und 28) kam zu spät
Für die drei jungen Männer im Alter von 20, 27 und 28 Jahren, die alle aus Gemeinden in der Region stammen, kam leider jede Hilfe zu spät. Nach ihrer Bergung konnte der Notarzt nur mehr deren Tod feststellen.
Die Angehörigen der Verunglückten wurden noch während des laufenden Einsatzes verständigt und von besonders geschulten Einsatzkräften des Kriseninterventionsteams (KIT) und der Betreuungsgruppe des Polizeipräsidiums laufend betreut. Auch für viele Einsatzkräfte war die Nachricht belastend: Alle drei waren Feuerwehrmänner.
Drei Männer ertrinken während Arbeiten in Kanalisation – der Großeinsatz in Bildern




Für die Kriminalpolizei übernahmen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II die Ermittler des zuständigen Fachkommissariats K1 der Kripo Miesbach gemeinsam mit dem Kriminaldauerdienst (KDD) die Ermittlungen am Unglücksort.
UPDATE 26. Juli
Offen ist auch, ob es sich bei den Arbeiten um eine Wartung oder eine Reparatur gehandelt hat. Auch gibt es keine offiziellen Angaben dazu, inwieweit der Schacht mit dem Zulauf des benachbarten Leitzachwerks in Zusammenhang steht. Die Leitzachwerke sind ein Pumpspeicherkraftwerk in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim). Sie dienen der Erzeugung und Speicherung von elektrischer Energie und werden von den Stadtwerken München betrieben.
Dabei wird Wasser aus der nördlichen Bucht des Seehamer Sees abgeleitet und mittels natürlichem Gefälle sowie Turbinen in direkter Linie zum Kraftwerk geführt. Der 2,3 Kilometer lange Kanal kreuzt dabei unterirdisch das Betriebsgelände der Firma. (ddy)
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