Bürgermeister bestürzt

Ganz Weyarn im Schockzustand: Todesopfer bei Arbeitsunfall waren bei der Feuerwehr

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Als wäre der Schrecken des tödlichen Arbeitsunfalls in Weyarn nicht genug: Wie sich herausstellte, waren die drei jungen Opfer aktive Mitglieder der Feuerwehr. Für die Retter macht es das besonders schwer.

Weyarn – Bürgermeister Leonhard Wöhr ringt um jedes Wort. Der tragische Arbeitsunfall, bei dem auf einem Firmengelände im Weyarner Ortsteil Großseeham der junge Männer in einem Kanalschacht ertrunken sind, hat Wöhr schwer getroffen. „Ich habe alle drei gekannt“, sagt der Bürgermeister mit brüchiger Stimme. Die 20, 27 und 28 Jahre alten Arbeiter seien in erheblichem Umfang ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert gewesen – und zwar bei der Freiwilligen Feuerwehr Weyarn.

Schauplatz eines Dramas: die Rettungskräfte auf dem Gelände einer Firma in Großseeham. Trotz des Großaufgebots können sie nichts mehr für die drei Unfallopfer tun.

Arbeitsunfall in Weyarn: Drei Todesopfer waren Kameraden der Feuerwehr

Der Kommandant habe ihn noch während des laufenden Einsatzes telefonisch informiert, berichtet Wöhr. Er habe umgehend das Rathaus verlassen, alle Termine abgesagt und sei nach Großseeham gefahren. „Ich habe geschaut, ob ich irgendwas tun kann.“ Die Stimmung am Einsatzort kann Wöhr kaum in Worte fassen, so groß war der Schmerz. Kein Wunder, wenn die örtliche Feuerwehr erfährt, dass die Opfer ihre eigenen Kameraden sind. „Sie waren miteinander befreundet“, sagt Wöhr. Eine Bestürzung, die auch andere Rettungskräfte erfasst habe.

Die Nachricht vom Tod der drei jungen Feuerwehrmänner hat den ganzen Ort in einen Schockzustand versetzt, berichtet Wöhr. Viele Weyarner würden nicht nur die Verstorbenen gut kennen, sondern auch ihre Angehörigen. Dies sei auch bei ihm der Fall, sagt der Bürgermeister. Deshalb sei er „sehr, sehr mitgenommen“. sg

Drei Männer ertrinken während Arbeiten in Kanalisation – der Großeinsatz in Bildern

Drei junge Männer sterben bei Arbeiten in der Kanalisation Weyarn
Mehrere freiwillige Feuerwehren aus der Umgebung Weyarn rückten aus, um die drei vermissten Männer zu suchen. © Thomas Plettenberg
Drei junge Männer sterben bei Arbeiten in der Kanalisation Weyarn
Erst als die Feuerwehren den Wasserstand im Kanal gesenkt haben, fanden sie die drei vermissten Männer. © Thomas Plettenberg
Drei junge Männer sterben bei Arbeiten in der Kanalisation Weyarn
Noch ist nicht geklärt, warum die drei Männer in Weyarn ums Leben kamen. Die Polizei ermittelt. © Thomas Plettenberg
Drei junge Männer sterben bei Arbeiten in der Kanalisation Weyarn
Weshalb die Männer an dem Gullyschacht arbeiteten, konnte ein Polizeisprecher am Dienstag zunächst nicht sagen. © Thomas Plettenberg
Drei junge Männer sterben bei Arbeiten in der Kanalisation Weyarn
Die Angehörigen der drei Männer, die Polizeiangaben zufolge alle aus Gemeinden in der Region stammen, wurden noch während des laufenden Einsatzes verständigt.  © Thomas Plettenberg
Drei Tote nach Arbeitsunfall in Kanalsystem
Neben den freiwilligen Feuerwehren rückten auch Sanitäter aus, um die verschwundenen Arbeiter zu versorgen. Es kam jede Hilfe zu spät.  © dpa/Peter Kneffel
Drei Tote nach Arbeitsunfall in Kanalsystem
Diverse Helfer stehen mit ernster Minie vor der Entsorgungsfirma in Oberbayern. Taucher, die sich in den Gullischacht und den darunter liegenden Kanal begaben, suchten nach den drei Vermissten – ohne Erfolg. © dpa/Peter Kneffel

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