- VonEva Laglerschließen
Die Therme Bad Aibling hat 2024 einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Doch mit der Gästezahl steigen auch Anspruch und Platzbedarf. Gerade ist die nächste Neuerung im Anmarsch. Und wie steht es um die Wendelsteinsauna?
Bad Aibling – Es scheint, als sei der Nachholbedarf nach den Schließungen während der Corona-Pandemie bei den Thermen- und Saunabesuchern in Bad Aibling ungebrochen. Von einem „absoluten Besucherrekord, dem besten Jahr ever“ spricht Stadtwerkeleiter Stefan Barber beim Blick auf 2024. Dabei habe man schon 2023 mit 320.000 Gästen in Therme und Sauna einen deutlichen Rekord im Vergleich zu allen Vorjahren seit der Eröffnung verzeichnet. „Schon da haben wir gesagt: ,Was ist jetzt passiert?‘“, sagt Barber. Nun, ein Jahr später hat man diesen Wert mit 349.073 Besuchern bis zum 31. Dezember 2024 noch einmal überschritten.
Worauf das zurückzuführen ist? Die jüngste Neuerung der Therme dürfte dabei eine große Rolle gespielt haben, sind sich Barber und sein Team sicher. Nachdem die neue „Vidarium“-Kuppel (vorher Entspannungskuppel) im Juni 2024 eröffnet wurde, seien die Besucherzahlen exorbitant nach oben gegangen. „Inzwischen zeigen wir sogar den Kinderfilm in dieser Kuppel schon dreimal am Tag“, schildert der Stadtwerkechef den Reiz, den das Angebot auf Jung und Alt ausübt.
Auch im 18. Jahr ihres Bestehens laufe die Therme „hervorragend“. Dazu tragen laut Barber auch wirklich alle, die mit der Anlage zu tun haben, bei: „Von der Putzfrau bis zum Betriebsleiter, vom Kaufmann bis zum Elektriker und vor allem auch die Kollegen, die im Dienst am Kunden im Einsatz sind.“ Und nun sei allein der Januar schon wieder besser als der bisher beste im Jahr 2023.
Dabei sei allen klar, dass es nicht immer nur nach oben gehen könne. „Man darf auch mal zufrieden sein“, sagt Barber. Nichtsdestotrotz dürfe die gute Entwicklung aber kein Grund zum Verweilen sein. Zumal ein Zuwachs an Besuchern auch mehr Platzbedarf nach sich ziehe. Ausgelegt sei die Therme von Anfang an auf eine Besucherzahl von etwa 300.000 gewesen, die man im Schnitt auch so erreicht habe. „Wir müssen schauen, dass die Qualität hoch bleibt. Der Gast soll sich, auch wenn das Haus voll ist, wohlfühlen, es darf ihm nicht zu eng werden.“ Und so geht es weiter in dem Konzept, alle paar Jahre mit etwas Neuem aufzuwarten.
War es Ende 2015 die Eröffnung des neuen Ruhehauses mit 325 Quadratmetern im Saunabereich, folgte 2017 mit der Hausboot-Sauna „Kiebitz“ auf dem Triftbach ein besonderes Schmankerl für die Besucher. Ein Mühlenrad sorgt dort für den automatischen Wasseraufguss. Doch die Lockdowns während der Corona-Pandemie brachten die Vollbremsung für alle weiteren Pläne. „In Summe hatten wir ein Jahr geschlossen“, so Barber. Eine extrem schwere Zeit, die es zu überbrücken galt.
Jetzt aber steht das nächste Projekt unmittelbar bevor: ein neues Ruhedeck unter freiem Himmel im Saunabereich, das über den Triftbach ragt und von dem aus man über eine Stahltreppe sogar in einen abgegrenzten Bereich in das Wasser dort steigen kann. Die Konstruktion aus Holz und Stahl verfügt über zwei Ebenen, ein großes Sonnensegel sorgt für Schatten. Errichtet werden soll es ab Juni, Dauer: circa zwei Monate, sodass es noch bei warmer Witterung heuer genutzt werden kann. Die Kosten beziffern die Stadtwerke auf rund 440.000 Euro.
Als „viel komplexer“ bezeichnet Barber hingegen die Pläne für die schon länger anvisierte Wendelsteinsauna, die vor zwei Jahren zum ersten Mal in der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Sie soll der erste von fünf Bausteinen und eines der weiteren Alleinstellungsmerkmale sein, die die Zukunftsvision für die Therme darstellen. Die Wendelsteinsauna soll aufgeständert über dem Gradierwerk errichtet werden. Durch eine Vollverglasung soll der Besucher von dort aus freien Blick auf die heimische Bergkulisse haben.
Angesichts des Investitionsbedarfs, der sich laut Barber auf rund zwei Millionen Euro beläuft, wird es mit der Verwirklichung noch eine Weile dauern. In Zeiten der äußerst angespannten Finanzlage der Stadt Bad Aibling würden sich auch die Stadtwerke zurückhalten. „Vielleicht lässt sich das in zwei Jahren realisieren“, so der Stadtwerkeleiter.

