Nach der Kostenexplosion beim Kardinal-Döpfner-Haus hat die Erzdiözese die Notbremse gezogen - doch noch heuer sollen die Arbeiten weitergehen. Der aktuelle Stand:
Freising – Nach der Kostenexplosion beim Projekt Kardinal-Döpfner-Haus (KDH) hat die Erzdiözese die Notbremse gezogen. Eine Entscheidung darüber, wie und wann es weitergeht, ist noch nicht gefallen, hieß es auf Anfrage aus dem Ordinariat. Die Sache sei „sehr komplex“ – alles müsse neu kalkuliert werden. Aber: Man hält an einem Bildungs- und Tagungszentrum auf dem Domberg fest. Noch heuer sollen Architekten und Planer ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das Erzbistum (www.erzbistum-muenchen.de) informiert über den aktuellen Stand der Dinge:
Baulogistik
Weil das Projekt KDH gestoppt wurde, wird ein Kran, der auf dem Dach der Tiefgarage geplant war, vorerst nicht benötigt. Das Material wird weiterhin über die Baustelleneinrichtungsfläche in der Umschlagstelle Ost und den dort bereits ursprünglich geplanten Gerüstaufzug angeliefert. Eine Brücke über die Herrenmoosach ist mit dem THW entstanden.
Lesen Sie auch: Domberg-Umbau zu teuer: Erzbistum muss zurückrudern – Ein Kommentar
Diözesanmuseum
Im Sommer 2018 starteten die Baumaßnahmen des sogenannten „vorgezogenen Abbruchs“, der im Januar 2019 abgeschlossen werden konnte. Dabei erfolgten sowohl im Außenbereich als auch im Innenbereich vorbereitende Abbruchmaßnahmen wie etwa des ehemaligen Abort-Erkers (Oktogon) oder der Mauer an der nordöstlichen Ecke des Museums. Im Februar 2019 wurden daraufhin die ersten, weithin sichtbaren Fassadengerüste errichtet, die nun für einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Vorbereitungen für die zeitnah anstehenden Maßnahmen der Baumeisterarbeiten begannen ebenfalls im Mai. Sie werden bis 2020 andauern. Im Zuge dessen werden Spezialtiefbauarbeiten zur Unterfangung und Verstärkung bestehender Fundamente durchgeführt. Dies geschieht durch ein Düsenstrahlverfahren (DSV). Zur teilweisen Unterbringung der notwendigen Ver- sowie Entsorgungseinrichtungen der DSV-Arbeiten wird die Umschlagstelle West für einen Zeitraum von etwa drei Monaten in die Brunnhausgasse hinein erweitert. Im Laufe des Sommers 2019 sind dann Zimmererarbeiten vorgesehen. Im Herbst 2019 sollen die technische Gebäudeausrüstung starten.
Kardinal-Döpfner-Haus
Angesichts einer deutlichen Steigerung der zu erwartenden Kosten für die Sanierung und Neugestaltung des Kardinal-Döpfner-Hauses hat die Erzdiözese entschieden, den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs in dieser Form nicht zu realisieren. Nach Prüfung verschiedenster Alternativen ist die Erzdiözese zu dem Schluss gekommen, „dass nur eine deutliche Verringerung des bisher geplanten Projektvolumens zu verantwortbaren Kosten für die Sanierung und den Neubau führen kann“, wie das Ordinariat mitteilt. Folglich überprüfe es derzeit den ursprünglich ermittelten Bedarf mit dem Ziel, die Flächen zu reduzieren. Das Ergebnis soll dann in eine aktualisierte Planungsaufgabe für einen Architekten und die Fachplaner überführt werden. „Grundsätzlich“ halte die Erzdiözese jedoch an einem Bildungs- und Tagungszentrum auf dem Domberg fest. Beginn und Fertigstellung würden sich natürlich verzögern. Es sei geplant, „dass Architekten und Planer ihre Arbeit im Laufe des Jahres 2019 wieder aufnehmen und schnellstmöglich mit der Sanierung der fürstbischöflichen Residenz und des Anbaus beginnen“.
Domberg 38/40
Hier geht es um den Rückbau und um Entkernungsarbeiten, die Sanierung des Dachstuhls und Baumeisterarbeiten am ehemaligen Dom-Gymnasium. Im November 2018 konnte mit den Rückbau- und Entkernungsarbeiten begonnen werden. Seit Februar 2019 erfolgt die Sanierung des historischen Dachstuhls, die noch bis Juni 2019 andauern wird. Außerdem wurde ein Fassadengerüst errichtet. Hierfür wurden zwischenzeitlich zwei Kräne am Domberg 38/40 aufgestellt. Im März 2019 begannen die Baumeisterarbeiten, ab Juni 2019 folgen die Arbeiten für Fassadensanierung sowie ab August die ersten Arbeiten des Innenausbaus, die dann bis ins Jahr 2020 andauern werden. Quelle: Erzbischöfliches Ordinariat. Info vom Mai 2019.
Auch interessant: Video: Besuch an Freisings höchstem Arbeitsplatz im Domberg-Kran