- VonAntonia Reindlschließen
Jetzt ist es offiziell: Nach drei Amtsperioden will Eschenlohes Rathauschef Anton Kölbl (CSU) 2026 erneut kandidieren. Das verkündete der 66-Jährige am Donnerstag im Gemeinderat.
Eschenlohe – Schön eingebettet. Mit wenig Trara. Ohne viel Aufhebens. Zu Beginn der öffentlichen Sitzung hakte Kölbl den Punkt Bekanntgaben rasch ab. Es gab nichts zu verkünden. Dabei hatte der Bürgermeister durchaus eine Mitteilung in petto. Die wollte er aber an anderer Stelle unterbringen. Als es um die Bestellung eines Wahlleiters beziehungsweise einer Wahlleiterin und einer Stellvertretung für die Kommunalwahl 2026 ging, erklärte er, dass „diese Leute, die wir da bestimmen, nur das machen dürfen“, die dürfen „keine andere Arbeit“ bei der Wahl übernehmen. „Das heißt: Es scheidet alles aus, was sich dann aufstellen lässt oder um einen Platz bewirbt.“ Und das heißt auch: Kölbl scheidet da aus.
Weil es bei diesem Punkt um die Kommunalwahl gehe und damit man „klarer sieht“, hielt er es für angebracht, mitzuteilen, „ob ich für den Posten zur Verfügung stehe“, also für den Wahlleiterposten. Das ist nicht der Fall: „Meine Aussage heute ist, an Euch, und Ihr seid die Ersten, weil ich es immer dem Gemeinderat als Erstes sage: Ich werde meinen Hut wieder in den Ring werfen.“
Nach 18 Jahren als Bürgermeister will der Eschenloher also in die Verlängerung gehen. Das Thema wollte der 66-Jährige an dem Sitzungsabend aber „nicht groß ausführen“. Was er jedoch betonte: „Ich sehe mich selber als jemand auf der Seite von denen, die den Karren ziehen. Und ich bilde mir ein, ich kann das schon noch weiterziehen – ein Stückl.“ Er habe diese Entscheidung für sich getroffen. „Natürlich nicht alleine, die hat man schon daheim auch abgesprochen.“ Ist der Hut in den Ring geworfen, werde der Wähler entscheiden, meinte Kölbl pragmatisch. „Das Ziel wird sein, wenn es zu einer Stichwahl kommt, in die Stichwahl zu kommen. Und das weitere Ziel ist, wenn’s zur Stichwahl kommt, mit 51 Prozent plus aus der Stichwahl zu gehen.“
Kölbl: Familie steht dahinter
Den einen Moment, an dem er entschied, noch einmal zu kandidieren, gab es nicht. „Es war ein Reifungsprozess“, verrät er am Tag danach auf Tagblatt-Nachfrage. Die Familie stehe hinter ihm, sagt Kölbl. „Die tragen das mit.“ Ohne den Rückhalt würde das auch nicht gehen, glaubt der 66-Jährige. Auch sei seine gesamte Familie politisch sehr interessiert. „Wir sind da mittendrin in der Politik.“ Dass er nach drei Amtsperioden nicht ans Aufhören denkt, kommt nicht von ungefähr. „Immer auf dem Sprung sein müssen“, er kenne es nicht anders. Ob beruflich in der Selbstständigkeit oder ehrenamtlich bei der Feuerwehr. Oder eben als Bürgermeister. Auf dem Sprung zu großen Projekten ist auch Eschenlohe. Wobei: „Bei Gemeinden stehen immer eine Menge Dinge an“, sagt er. In Eschenlohe sind das Themen wie Kläranlage, Kanal, Trinkwassernotversorgung, Dorfplatzgestaltung. Außerdem geförderter Wohnungsbau, für ihn ein sehr wichtiges Projekt.
Nächstes Jahr wird Kölbl 67. In diesem Lebensabschnitt denken andere an Rente, Rasten, Reisen. „Ich bin kein Ruheständler“, sagt er und scherzt: „Die Kreuzfahrt ruft mich nicht.“ Stattdessen will er anpacken. „Ich will was tun.“ Und das Amt des Bürgermeisters, es „hat mir immer Spaß gemacht“. Denn es sei ein gutes, ein besonnenes Miteinander im Gemeinderat, und gemeinsam „hat man recht viel auf den Weg gebracht“, große Investitionen getätigt. In diesem Zuge bricht er eine Lanze für den Gemeinderat – und für die Gremien früherer Jahre. Ohne die wäre die Kommune nicht in der guten Lage, in der man sich heute befindet. Was Kölbl bei allen Entscheidungen stets wichtig war und ist: „die Kirche im Dorf lassen.“ Mit Blick auf die Kommunalwahl im März gibt sich der Eschenloher gewohnt pragmatisch. Entweder die Leute wählen ihn, oder nicht, meint er. Was er aber betont: „Ich bin nach 18 Jahren keine Mogelpackung.“
Wenig Bewegung bei der Konkurrenz
Und die Konkurrenz? Zweiter Bürgermeister Markus Kotzbauer (Freie Wähler) sagte am Freitag zur Frage, ob seine Gruppierung einen Bürgermeisterkandidaten stelle, dasselbe wie bereits im September: „Normal kommt keiner.“ Kotzbauer selbst schließt für sich eine Kandidatur aus. Ähnlich äußert sich Beppo Geiger von der Bayernpartei. „Das steht für mich nicht zur Debatte.“ Von einem Interessenten aus der Bayernpartei für den Chefsessel im Eschenloher Rathaus wisse er nichts. Das könne sich aber noch ändern. „Wir haben demnächst die erste Versammlung.“
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