Gaudiwurm durch den Markt

Faschingsumzug: Die Auer lachen über ihre brennenden Themen

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Die durch den Bauhof in Flammen aufgegangene grüne Friedhofshecke nahm diese Gruppe um Markus Keller am Gasbrenner (vorne, r.) aufs Korn.

Dass in Au/Hallertau beim Faschingsumzug äußerst gerne und besonders kreativ die lokalen Themen aufs Korn genommen werden, darauf war auch heuer wieder Verlass.

Au/Hallertau – Farbenfroh war der Faschingszug am Sonntag, bei dem sich 29 Wägen und Fußgruppen bei milden elf Grad und viel Wind durch die Auer Hauptstraße schlängelten. Also genau jene Straße, der sich gleich mehrere Wägen widmeten: Vor allem die Dauer der Arbeiten sowie die Baustopps mit allerlei Verkehrsbehinderungen wurden aufs Korn genommen. Weil ein Wagen aus Tegernbach generell den Straßenbau in der Hallertau mit vielen Umleitungen und Baustellen monierte, freute sich Moderator und 2. Bürgermeister Martin Linseisen, dass mit Staatsminister Florian Herrmann als Zuschauer gleich ein passender Adressat für diese Forderungen den Zug verfolgte.

Den Abgesang auf das Hopfen- und das Volksmusikfest hielt der TSV Au, dessen Mitglieder den Gaudiwurm als Begräbniszug nutzten.

Auch der gemeindliche Bauhof, vor allem Mitarbeiter und Marktrat Michael Hillebrand, bekam gehörig sein Fett weg. Grund: Die Unkrautbekämpfung am Gehweg des Friedhofs im Mai per Gasbrenner war gewaltig in die Hose gegangen. Denn neben Unkraut wurde auch gleich eine Hecke mitabgefackelt und so ein Löscheinsatz ausgelöst.

Für einen Farbtupfer sorgte wiederum die Gruppe um Claudia Ecker (r.), die als „Recycled Clowns“ durch die Auer Hauptstraße zog.

Um das Aussterben der örtlichen Gastronomie ging es der Kolpingsfamilie, die den Verlust von rund zwei Dutzend Wirtschaften im Auer Gemeindebereich in den vergangenen Jahrzehnten beklagte. Dass neben Feierstätten auch generell ein Rückgang von Feierlichkeiten zu verzeichnen sei, mahnte der TSV Au an. „De Auer san scho arm dro, weil man nirgends wo mehr feiern ko“, so der Spruch auf dem Wagen, der mit Sarg das Ende von Hopfen- und Volksmusikfest im Markt bedauerte.

Wie jedes Jahr war Xaver Schöpf auch heuer mit eigenem Wagen dabei und widmete sich dieses Mal dem Thema „Energieverbrauch in Au“.

Der Dellnhauser Dorfverein um Martin Kraft schipperte derweil mit jeder Menge Piraten und Seeräuberinnen über die Abens nach Au, während die Gruppe um Brigitte Hirmer als grüne Hexen über die Hauptstraße fegten.

Mit 87 die älteste Zugteilnehmerin: Anni Brückl.

Dem Thema Märchen widmeten sich sowohl der Vogelhölzl-Kindergarten als auch der Reitverein. Die Pferdefreunde hatten dabei sogar 3. Bürgermeisterin Beatrix Sebald als vorlesende Märchen-Oma in der Rikscha. Die tatsächlich älteste Umzugsteilnehmerin war die 87-jährige Anni Brückl in Reihen der „Orient-Formation“ der Liedertafel. So war Jung und Alt beim Faschingszug vertreten. Ebenso bei der Narrhalla, bei der 50 kleine P’Auer Dancers neben Garde, Elfern, Präsidium sowie Prinzenwagen für den krönenden Zugabschluss sorgten.
Martin Hellerbrand

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