Ressourcen und Mitarbeiter fehlen

Nach Hochwasser: In bayerischer Urlaubsregion droht extreme Mückenplage – und das Bekämpfungsmittel fehlt

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Nach dem Hochwasser in vielen Regionen Bayerns droht unter anderem in einer beliebten Urlaubsregion des Freistaats eine extreme Mückenplage. (Symbolbild)
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Durch das Hochwasser in Bayern steigt die Gefahr von einer Mückenplage. Vor allem eine Urlaubsregion im Süden ist betroffen.

München – Das verheerende Hochwasser in Bayern hat dramatische Folgen: Allein in Bayern starben drei Menschen in den Fluten, zudem verloren zahlreiche Menschen ihr Zuhause. Dabei ist die Extremlage noch nicht einmal überwunden – vor allem am Wochenende könnten neue Regenfälle, auch in den Hochwasser-Regionen, für weitere Gefahr sorgen. An anderer Stelle denkt man derweil an die weiteren Folgen der Überschwemmungen – zu diesen zählt auch die Angst vor einer Mückenplage.

Mückenplage in bayerischer Urlaubsregion droht – und das Bekämpfungsmittel fehlt

Laut BR könnte es Anfang nächster Woche schon zu einer Mückenplage am Chiemsee kommen. Grund sind die Überschwemmungen, die den Überschwemmungsmücken (Stech- und Kriebelmücken) ideale Fortpflanzungs- und Verbreitungsbedingungen bieten.

Aktuell hat der Chiemsee laut BR einen Wasserstand von 1,40 Meter. Bereits ab 1,16 Meter erlaubt die Regierung in Oberbayern den Einsatz des Mücken-Bekämpfungsmittels BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) zur Bekämpfung der Stechviecher. Das Mittel wird beim Einsatz großflächig durch Hubschrauber auf die Brutstätten der Mücken aufgesprüht. Es gibt nur ein Problem: das Mittel fehlt.

Flutschäden in Bayern: Fotos zeigen Ausmaß der Zerstörung

Autos laufen voller Wasser: Hier steht ein Auto im Hochwasser der Mindel in einem Wohngebiet.
Autos laufen voller Wasser: Hier steht ein Auto im Hochwasser der Mindel in einem Wohngebiet. ©  Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Teile der Burgruine Falkenstein im oberbayerischen Flintsbach sind nach heftigen Regenfällen abgerutscht.
Teile der Burgruine Falkenstein im oberbayerischen Flintsbach sind nach heftigen Regenfällen abgerutscht.  © David Pichler/dpa
Überflutete Straßen sorgten in Offingen für festgesteckte Lkws und Autos.
Überflutete Straßen sorgten in Offingen dafür, dass Lkws und Autos stecken blieben. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Frank Anschütz räumt vor seinem zerstörten Haus in Offingen auf. Während das Hochwasser in seinem Haus stieg, kam es zu einem Brand in der Küche, die durch das Feuer zerstört wurde.
Frank Anschütz räumt vor seinem zerstörten Haus in Offingen auf. Während das Hochwasser in seinem Haus stieg, kam es zu einem Brand in der Küche, die durch das Feuer zerstört wurde.  © Stefan Puchner/dpa
Frank Anschütz steht in seiner zerstörten Küche, alles wurde zerstört.
Frank Anschütz steht in seiner zerstörten Küche, alles wurde zerstört. © Stefan Puchner/dpa
Zahlreiche Keller liefen in Bayern voll, vielerorts konnte noch nicht abgepumpt werden, die Schäden sind auch für die Statik der Häuser enorm.
Zahlreiche Keller liefen in Bayern voll, vielerorts konnte noch nicht abgepumpt werden, die Schäden sind auch für die Statik der Häuser enorm. © IMAGO
Ein Hof samt Gebäude wurden in Offingen von der Mindel überflutet. Fahrräder und ein Motorrad stehen im Wasser.
Ein Hof samt Gebäude wurden in Offingen von der Mindel überflutet. Fahrräder und ein Motorrad stehen im Wasser. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Baugebiete wie hier im bayerischen Offingen werden geflutet.
Baugebiete wie hier im bayerischen Offingen werden geflutet. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Aufräumarbeiten dauern vielerorts an, die hinterlassenen Schäden werden oft erst nach Rückgang des Wassers sichtbar. Hier in Pfaffenhofen wurde der Heizungskeller sowie die Garage überschwemmt.
Aufräumarbeiten dauern vielerorts an, die hinterlassenen Schäden werden oft erst nach Rückgang des Wassers sichtbar. Hier in Pfaffenhofen wurden der Heizungskeller sowie die Garage überschwemmt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Überschwemmter Bauernhof im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm: Das Haus und Grundstück samt Ernteacker wurden teils überflutet.
Überschwemmter Bauernhof im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm: Das Haus und Grundstück samt Ernteacker wurden teils überflutet. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Eine überflutete Terrasse in Günzburg: Betroffene müssen zahlreiche Möbel aufgrund von Wasserschäden wegwerfen.
Eine überflutete Terrasse in Günzburg: Betroffene müssen zahlreiche Möbel aufgrund von Wasserschäden wegwerfen. © IMAGO/Michael Bihlmayer

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Kein BTI in Bayern – Mitarbeiter und Ressourcen fehlen

Der BR verweist auf die Aussagen des Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV Chiemsee) in Rimsting, deren Angaben zufolge die Firma, die das Mittel herstellt und liefert, weder das Mittel selbst zur Verfügung hat, noch die Mitarbeiter, um es auszuliefern.

Der Grund, warum es am Mittel selbst mangelt, ist simpel: Derzeit gibt es laut BR durch das Hochwasser in Rheinland-Pfalz und am Rhein so viele BTI-Einsätze wie im gesamten vergangenen Jahr. Heißt: Das Mittel ist dort aktuell im Dauereinsatz, für den Chiemsee in Bayern daher einfach keines verfügbar. (fhz)

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