Aktueller Wirt besteht auf Pachtvertrag

Casting in Fischbachau: Drei Kandidaten für Bistro im Warmfreibad

+
Baden, Sonnen und Schlemmen: Diese drei Zutaten sollen auch in Zukunft das Erfolgsrezept des Warmfreibads Fischbachau ausmachen.
  • schließen

Drei höchst unterschiedliche Kandidaten für die Bewirtung im Warmfreibad Fischbachau haben sich im Gemeinderat vorgestellt. Entscheidung gab‘s trotzdem noch keine.

Fischbachau – Ein Hauch von Casting-Atmosphäre machte sich im Fischbachauer Rathaus breit. Nacheinander holte Bauamtsleiter Werner Wagner die drei Pachtinteressenten fürs Bistro im Warmfreibad in den Sitzungssaal. Jeder Kandidat hatte zehn Minuten, um sein Konzept vorzustellen. Thomas Brendel war am schnellsten – und auch am überraschtesten. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich hier bin“, sagte der aktuelle Wirt des Stüberls. Er führe seit sechs Jahren den Betrieb, und es habe keinerlei Beanstandungen gegeben. Am 1. November habe sich sein Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert. „Ich will nicht arrogant wirken, aber ich sehe keinen Grund, ein neues Konzept vorzulegen“, sagte Brendel.

Aktueller Pächter versteht die ganze Aktion nicht

Bürgermeister Josef Lechner (CSU) sorgte für Aufklärung. Es sei richtig, dass bei der Nachbesprechung der vergangenen Saison keine größeren Defizite vorgebracht wurden. Trotzdem hätten sich zwei weitere Interessenten für das Bistro gemeldet. Deshalb habe man Brendel Mitte Oktober rechtzeitig mitgeteilt, dass man über eine Vertragsverlängerung erst nach der Vorstellungsrunde im Gemeinderat entscheiden werde. „Ich sehe die bestehende Beziehung nicht als bindend an“, betonte Lechner. Und Josef Obermaier (CSU) meinte in Richtung Brendel: „Was verbessern kann man immer.“

Burger-Expertin Aline Brunner will ins Sommergeschäft einsteigen

Die Miesbacherin Aline Brunner ergriff die Chance beim Schopf. In ihrer Redezeit feuerte die 28-jährige Wirtin des Burger-Lokals Stadtplatz 13 und der TEV-Stadionwirtschaft in Miesbach ein Feuerwerk an Ideen ab. Für sie und ihren Koch wäre das Sommergeschäft im Warmfreibad eine ideale Ergänzung, schwärmte Brunner. Kulinarisch will die junge Gastronomin mit einer Mischung aus Freibad-Klassikern wie Currywurst und Schnitzel mit Pommes und neuen Geschmacksimpulsen wie Frühlingsrollen und natürlich Burgern punkten. Auch einen Pizzaofen will Brunner in die Küche stellen. Alle Gerichte werde sie zum Mitnehmen anbieten, kündigte die Miesbacherin an. Sollte ihr die Gemeinde eine Vespa zur Verfügung stellen, könnte sie sogar einen Lieferdienst anbieten, feixte sie.

Die Kreativität der 28-Jährigen erschöpfte sich längst nicht in der Speisekarte. Mit Veranstaltungen möchte sie das Warmfreibad zusätzlich beleben. Ob ein Troll-Besuch für Kinder, Live-Musik oder ein „Fischbachauer Dreikampf“ mit Schwimmen, Torwandschießen und Minigolf: Brunner sprühte förmlich vor Einfällen – und brachte sich nebenbei gleich noch als Betreiberin des benachbarten Spielgolfplatzes ins Gespräch: „Das wollte ich schon immer mal machen.“

Lesen Sie auch: Die Kunst des Saisongeschäfts: Wo es läuft und wo nicht

Andrej Hiriza verlässt Stüberl des TC Neuhaus und will nach Fischbachau

Die Gemeinderäte und Zuhörer würdigten Brunners Präsentation mit kräftigem Applaus. „Du hast uns mit deiner positiven Ausstrahlung beeindruckt“, sagte Lechner. Entsprechend hoch war die Messlatte für Kandidat Nummer drei, Andrej Hiriza. Der gebürtige Rumäne kocht noch bis zum 30. April 2020 im Tennisstüberl des TC Neuhaus auf, danach möchte er sich eine neue Aufgabe suchen. Weil er sich mit dem Verein nicht auf einen Umbau der Küche einigen konnte, habe er seinen Pachtvertrag gekündigt, teilt Hiriza auf Nachfrage mit.

Sein Steckenpferd, die italienischen Spezialitäten, wolle er auch im Warmfreibad Fischbachau auftischen, sagte Hiriza. Neben 20 verschiedenen Pizzen und diversen Nudelgerichten schwebt ihm auch ein Frühstücksangebot sowie eine warme Brotzeittheke vor. „Für hungrige Kinder, die nicht lange warten wollen.“ Wer es etwas gediegener haben will, der kann es sich auf der Terrasse bequem machen. Hier will Hiriza mit einem Kellner Service am Tisch anbieten.

Auch Hiriza erntete für seine Vorstellung Applaus. Bis die in nichtöffentlicher Sitzung des Gemeinderats getroffene Entscheidung offiziell wird, dauert es noch ein bisschen, informiert Lechner auf Nachfrage. Zuerst wolle man nochmals das Gespräch mit Brendel als aktuellem Pächter suchen. Wie in einer Casting-Show im Fernsehen gilt also auch hier: „Wer weiterkommt, sehen Sie beim nächsten Mal.“

sg

Kommentare