Leader-Förderung in Aussicht

Asphaltierte Buckelpiste: Gemeinderat Fischbachau beschließt Pumptrack-Bau

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So könnte es aussehen: Ein Pumptrack wie hier in Kirchdorf an der Krems in Österreich soll bald auch in Fischbachau entstehen.
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Jubel bei den Jugendlichen in Fischbachau: Der Gemeinderat hat den Bau eines asphaltierten Pumptracks in Lehenpoint beschlossen. Allerdings nicht ohne Diskussion.

Fischbachau – Fabienne Nadjar musste ganz schön lange durchhalten. Eineinhalb Stunden lang hatte die Zehnjährige im Zuschauerraum des Fischbachauer Gemeinderats ausgeharrt und brav zugehört, ehe Bürgermeister Josef Lechner (CSU) endlich „ihren“ Tagesordnungspunkt aufrief: den Bau eines Pumptracks für Radler in Lehenpoint. Gespannt verfolgte Fabienne die folgende Diskussion, die durchaus kontrovers geführt wurde. Am Ende konnte sie aber aufatmen.

Wie berichtet, hatte die junge Fischbachauerin rund 300 Unterschriften für eine Buckelpiste für Mountainbiker gesammelt. Der Bürgermeister nahm den Wunsch der Jugend ernst und leitete die Vorbereitungen für eine Realisierung im Rahmen des EU-Förderprogramms Leader in die Wege. Der Gemeinderat beauftragte das Wiener Büro Balzamico Trail Design mit einem Konzept.

Die Ergebnisse stellte Lechner nun im Gremium vor. Zwei miteinander verbundene Rundkurse auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern hätten die Experten für die insgesamt 1500 Quadratmeter große Fläche im Ortsteil Lehenpoint vorgeschlagen. Die Anordnung der Kurven und Buckel mache es möglich, die Strecke ohne Treten zu durchfahren und nur durch Hochdrücken des Körpers Geschwindigkeit aufzunehmen („Pumpen“), erklärte Lechner. Wer das nicht beherrsche, könne den Kurs aber natürlich auch normal abfahren, erklärte Lechner.

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Die Kosten hängen in erster Linie vom Untergrund ab. Während die Variante mit Mineralbeton mit 55 000 Euro zu Buche schlägt, müsste die Gemeinde bei Asphalt rund 70 000 Euro hinblättern, berichtete der Rathauschef. Bei beiden Alternativen riet er, sicherheitshalber noch weitere 10 000 Euro in den Förderantrag zu passen, beispielsweise für einen Zaun oder Sitzbänke im Umfeld des Pumptracks. Die Experten hätten klar zum Asphalt geraten, so Lechner. Damit sei die Strecke auch für Nicht-Mountainbikes oder Inlineskates geeignet, und weniger wartungsintensiv obendrein. So könnte der weiche Beton von jedermann mit Schaufeln umgeackert werden. Die Erfahrung zeige, dass einige Nutzer gern selbst Hand anlegen, um den Kurs nach ihren Wünschen zu „verschärfen“.

Einige Gemeinderäte waren vom Gegenteil überzeugt. Aus dem Straßenbau wisse man doch, dass Asphalt bei Frost und Sonne schnell brüchig werde, meinte Andreas Estner (FWG) und fragte, wer denn für den Unterhalt zuständig sei. „Etwa wieder der Bauhof?“ Lechner nickte. „Wie bei allen gemeindlichen Einrichtungen.“ Auch Bernhard Padeller (FaB) plädierte für die Schotterlösung. Da könne man nicht nur Risse leichter kitten, sondern den Kurs auch für wenig Geld ummodellieren und damit wieder interessanter machen. Für Thomas Kantenseder (FaB) standen die Kosten im Vordergrund. Er riet, erst die günstige Version umzusetzen. „Wenn es boomt, können wir ja upgraden.“

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Dann gebe es aber keine Fördermittel mehr, warnte Lechner. Als noch gewichtigeres Argument pro Asphalt sah er aber die Gefahr des Vandalismus bei Schotter. „Wenn da über Nacht irgendein Kasperl ein Loch rein gräbt und sich am nächsten Tag jemand verletzt, sind wir in der Haftung“, mahnte der Bürgermeister. Andererseits könne man aber auch keine Aufsichtsperson für das Pumptrack abstellen.

Mit 12:8 entschieden sich die Gemeinderäte am Ende für die Ausführung in Asphalt. „Fabienne, wir starten“, verkündete der Bürgermeister der sichtlich erleichterten Initiatorin. Der war ihre Erleichterung deutlich anzumerken. Sie bedankte sich mit einem freudigen „Ja“.

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