VonFlorian Prommerschließen
Fitness auf Matten, die auf dem Wasser treiben? Im Batusa erhält dieser Trend bald Einzug. Wir haben uns mit dem Kursleiter unterhalten über das sportliche Potpourri aus Anstrengung und Balance.
Holzkirchen – Ein neuer Fitnesstrend schwappt ins Batusa-Schwimmbad. Die Volkshochschule (vhs) Holzkirchen-Otterfing bietet ab kommender Woche den Kurs „Floating Fitness“ an. Dabei mühen sich die Teilnehmer auf Matten ab, die auf der Wasseroberfläche treiben, während sie Wolfgang Solleder (50) vom Beckenrand aus ordentlich ins Schwitzen bringt. Der studierte Sportökonom aus Siegertshofen (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) leitet den Kurs. Im Interview spricht er über das Training auf dem Wasser und verrät, warum Kniebeugen so gleich noch viel anstrengender sind.
-Herr Solleder, Fitness auf einer schwimmenden Matte, das klingt verdammt anstrengend. Ist es das auch?
Jein. Jede Übung, jede Einheit ist so anstrengend, wie es der Kursleiter möchte (lacht). Es kann somit sehr, sehr anstrengend sein, da die Teilnehmer nebenbei immer die Balance halten müssen und obendrauf noch die Übungen kommen.
-Welche Übungen sind das?
Letztlich sind es klassische Übungen aus der Physiotherapie, also statische und isometrische Übungen, und welche aus dem High Intensity Intervall Training (Anm. d. Red.: hoch intensives Intervalltraining). Alle haben eines gemeinsam: Der ganze Körper wird durchgehend gestärkt.
-Und warum muss ich mich dafür auf eine Matte im Schwimmbad stellen?
Der Vorteil von Floating Fitness ist, dass dieses Training Balance und Koordination wieder ins Spiel bringt. In den meisten Sportarten, gerade wenn Leute ab 30 Jahren trainieren, ist die Balance ja komplett ausgeschaltet.
-... und wird durch das Training auf dem Wasser wieder reaktiviert?
Der Spezialbegriff hier ist sensomotorisches Training. Das wird im Athletikbereich und in der Reha angewandt, wenn Sportler wieder zurück zum Sport geführt werden sollen. Die trainieren sensomotorisch, also auf beweglichen Untergründen, weil der Körper so noch mal mehr anspricht auf die Bewegung per se. Eine Kniebeuge ohne beweglichen Untergrund ist weniger effektiv als mit. Das gilt eigentlich für alle Übungen.
-Der Kurs verspricht also ein deutlich intensiveres Training, auch für die Muskulatur?
Genau. Wenn man trainingstechnisch noch mal eine Schippe drauf legen möchte, ist das genau richtig. Im Basistraining bekommen die
Teilnehmer erst einmal die Koordination und die Balance mit. Wenn die da ist, ist es automatisch so, als würde man es auf dem Boden machen. Der Vorteil: Man hat auf der Matte, was die Anstrengung angeht, eine höhere Ausgangslage.
Am Batusa-Hallenbad können während dem Trainieren oder Schwimmen derweil bald schon Elektroautos betankt werden.
-Mit welchen Erwartungen und Zielen können die Teilnehmer in Ihren Kurs gehen?
Im Grunde ist es ein komplettes Bauch-, Beine-, Po-Training. Es hängt von der Trainingsart und -form ab. Es ist sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining möglich, entsprechend auch Gewichtsabnahme. Die Matten sind außerdem so konzipiert, dass man Seilzüge einhängen kann, um damit etwa den Bizeps zu trainieren.
-Das wäre dann die Erweiterung zu ihrem Kurs?
Ja, man kann im Grunde ein komplettes Fitness-Studio abbilden. Aber mit der Basis – Balance und Koordination – sind die Leute anfangs schon genug gefordert.
-Aber mal ehrlich: Braucht’s diese neue Trainingsmethode auf dem Wasser auch noch? Es gibt doch schon genug anstrengende Kurse.
(lacht) Es gibt mehr als genug, das stimmt. Aber das sensomotorische Training in dieser Form ist nur auf dem Wasser möglich. Sonst muss man mit Spezialgeräten arbeiten, um den instabilen Untergrund zu imitieren. Es ist eine neue Spielform von Training. Und eben kein x-ter Kurs, den man in einer Halle anbietet. Dazu kommt der Urlaubs-Flair im Schwimmbad – und die Abkühlung ist auch nicht weit. Die braucht man spätestens nach zehn Minuten.
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fp
Floating Fitness
Die beiden vhs-Kurse starten am 5. Juni im Batusa-Hallenbad und finden anschließend jeweils dienstags um 18 und um 19 Uhr statt. Die Teilnahmegebühr beläuft sich auf 104 Euro für acht Termine. Pro Kurs stehen acht Plätze zur Verfügung, die bereits alle belegt sind. Interessenten können sich aber auf der Warteliste eintragen.

