VonHelmut Hobmaierschließen
Am Montag kehren die Abschluss-Schüler zurück – ohne vorgeschriebenen Mundschutz. Wir fragten bei der BLLV-Kreisvorsitzenden und Personalratsvorsitzenden Kerstin Rehm nach.
Die Abschlussschüler müssen am Montag auf dem Weg in die Schule in Bus und Bahn Masken tragen. In der Schule dann nicht mehr.
Das ist ein ganz schwieriges Thema. Einerseits: Über Stunden Mundschutz zu tragen und zu reden, das ist schon fatal – das habe ich im Eigenversuch erprobt. Andererseits gilt überall das Abstandsgebot – und in der Schule tummeln sich alle. So werden die Schulen zu Virenschleudern und irgendwann wohl wieder geschlossen.
Also ein unlösbarer Widerspruch?
Ich hätte die Schulen zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht geöffnet. Jetzt einfach ungeschützt in den Schulbetrieb einzusteigen, geht eigentlich gar nicht.
Was halten Sie von dem Kompromiss, nur dann auf die Masken zu verzichten, wenn Schüler an ihrem Einzelplatz sitzen . . .
. . .und ansonsten Mund- und Nasenschutz zu tragen? Also auf dem Weg zur Toilette, in der Pause? Ja, das wäre schon denkbar.
Vielleicht klappt’s ja freiwillig.
Auf alle Fälle müssen Masken her! Jeder Schüler bräuchte pro Tag mindestens zwei Masken. Die muss man jetzt beschaffen, um zumindest alle, die sie von sich aus tragen wollen, damit auszurüsten.
Auch die Lehrer?
Ja, vor allem auch die Lehrer. Ich sehe eine große Gefahr auf die Kollegen zukommen. Sie sollen, wenn sie das Bedürfnis haben, auf alle Fälle Masken tragen können.
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