Doch ein Rest Hoffnung bleibt

Aus für 13. Jahrgangsstufe: BOS Freising scheitert an Anmeldezahlen und BAföG-Regularien 

+
Das Aus ist besiegelt: An der BOS Freising wird es ab nächstem Schuljahr keine 13. Jahrgangsstufe mehr geben.
  • schließen

Das Aus der 13. Jahrgangsstufe an der BOS Freising ist besiegelt: Der Standort scheitert an Anmeldezahlen und BAföG-Regularien. Doch ein kleiner Rest Hoffnung bleibt.

Freising – Keine guten Nachrichten gab es jetzt aus dem Kultusministerium im Bezug auf die 13. Jahrgangsstufe an der Berufsoberschule (BOS) Freising: Obwohl sich zwei Freisinger Heimatabgeordnete für die betroffenen Schüler stark gemacht haben, wird es keine Änderung der Maßgaben geben, die zur Bildung einer 13. Klasse gelten. Damit ist die Jahrgangsstufe für Freising gestorben.

„Vielleicht setzt nach Covid-19 wieder ein Run ein“

„Uns gefällt die Situation auch nicht“, betonte FOS-BOS-Chefin Roswitha Stichlmeyr am Mittwoch. Aber: Die Anmeldezahlen seien eben zu niedrig, und zwar in allen Ausbildungsrichtungen der BOS. „Wir sind da gebunden an die Vorgaben aus dem Kultusministerium.“ Die Oberstudiendirektorin hofft dennoch. „Wer weiß: Vielleicht setzt nach Covid-19 wieder ein Run auf FOS und BOS ein, wei

l dringend Nachwuchs in der Wirtschaft gebraucht wird, um das Ganze wieder in Schwung zu bringen.“ Dieses Phänomen habe es bereits nach der Wirtschaftskrise 2008 gegeben.

Die Vorgeschichte: Im Februar hatten sich Schüler der Berufsoberschule Freising unter anderem an die Landtagsabgeordneten Benno Zierer (FW) und Johannes Becher (Grüne) gewandt, um die 13. Jahrgangsstufe doch noch zu retten. Zierer hatte sich daraufhin mit Anna Stolz, der Staatssekretärin im Kultusministerium, in Verbindung gesetzt und darum gebeten, die Sache zu prüfen. Johannes Becher schickte einen offenen Brief an Kultusminister Michael Piazolo (FW).

Aus dem Ministerium wurde daraufhin mitgeteilt, dass aufgrund der geringen Zahl von Anmeldungen keine 13. Jahrgangsstufe in Freising möglich sei. Als „gangbare Alternative“ wurde der Besuch der BOS Erding genannt – „oder der Besuch der 13. FOS-Klasse“ – allerdings dann ohne Anspruch auf BAföG.

BAföG als Knackpunkt

Die Handhabung des BAföG ist auch ein Knackpunkt, warum es in Freising keine ebenfalls angedachte Kombi-Klasse aus FOS- und BOS-Schülern geben wird. Denn während BOS-Schüler ein Anrecht auf BAföG haben, besitzen FOS-Schüler das nicht. Es dürfe aber innerhalb einer Klasse keine förderrechtlichen Ungleichheiten geben, betonte das Ministerium. „Schüler einer kombinierten Klasse müssen förderungsrechtlich gleich behandelt werden.“ Außerdem müsse auch hier eine Mindestanzahl an Anmeldungen zustande kommen – mindestens je acht Schüler von FOS und BOS sind dafür nötig.

Becher wollte sich damit nicht zufrieden geben. „Die Stellungnahme des Ministeriums, dass ein Schulwechsel nach Erding eine Option sei, ist allein aufgrund der zeitlichen Mehrbelastung völlig abwegig“, kommentiert Becher. Er fordert zudem, das derzeit maßgebende Mindestkriterium für das Zustandekommen einer Kombi-Klasse aufzugeben.

Zierer ließ im Ministerium konkret prüfen, „ob eine Möglichkeit gesehen wird, die BAföG-Regelung so zu ändern, dass BOS-Schüler auch in Kombi-Klassen die Förderung erhalten, und ob von der Erfordernis abgewichen werden kann, dass acht BOS-Schüler eine Kombiklasse besuchen müssen“.

Verlust von Fördergeldern droht

Die Antwort: Das BAföG-Gesetz könne nur auf Bundesebene geändert werden. Falls das überhaupt zu erreichen wäre, würde eine solche Initiative von Bayern aus „ein hohes Risiko beinhalten“, denn: „Wenn die Fördersystematik neu bewertet würde, könnten die Berufsoberschulen, die es nur in einigen Bundesländern gibt, ihren Status als Kolleg verlieren – und damit insgesamt die Möglichkeit der elternunabhängigen Förderung für die Schüler.“ In anderen Worten: Es droht der Verlust von Fördergeldern.

Was die Anmeldezahlen in Freising betrifft, teilt das Ministerium mit, dass man noch eine weitere Zahl im Auge behalten müsse: Im bayernweiten Durchschnitt treten nur 50 bis 70 Prozent der Schüler, die im Frühjahr eine Absichtserklärung für die 13. Klasse abgeben, im Herbst auch an. Das liege daran, dass sie zum Beispiel einen FH-Studienplatz oder ein attraktives Berufsangebot bekämen. 

Aktuelles im Landkreis Freising

Am Montag kehren die Abschluss-Schüler zurück – ohne vorgeschriebenen Mundschutz. BLLV-Kreisvorsitzende Kerstin Rehm sagt: „Ich hätte die Schulen noch nicht geöffnet.“

Freising-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Freising-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Freising – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Kommentare