April war besonders trocken

Nötig wäre „ein schönes Sauwetter“: Freisings Waldbauern sind höchst alarmiert

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Im Wald ist der Wassermangel momentan besonders spürbar, sagt Freisings Forstbetriebsleiter Alfred Fuchs. Das Ökosystem vertrage zwar viel, „aber alles hat seine Grenze“.
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Regen ist zur Zeit Mangelware in ganz Deutschland. Während die Landwirte im Kreis Freising noch optimistisch sind, sind die Waldbauern höchst alarmiert: Ohne Wasser sei der Wald in größter Gefahr.

Landkreis – Mit den Wintermonaten war Alfred Fuchs schon nicht wirklich zufrieden. „Die Wasservorräte wurden da schon nicht genug gefüllt“, sagt der Leiter des Forstbetriebs Freising. Das Defizit habe auch der Regen im Februar und März nicht wettmachen können. „Und der April war definitiv zu warm und niederschlagsarm.“ Im Wald sei der Wassermangel nun besonders spürbar. „Die gesamte Botanik hat ausgetrieben, die Bäume stehen voll im Laub – und brauchen ständig Wasser“, erklärt Fuchs.

„Der Wald ist in größter Gefahr“

Die aktuelle Versorgung sei zwar ausreichend, gerade seien noch keine Absterbe- oder Vertrocknungserscheinungen sichtbar. „Momentan gibt es Gott sei Dank ständig kleinere Rege

Er ist höchst alarmiert:Forstbetriebsleiter Alfred Fuchs.

nereignisse“, auch für dieses Wochenende sei Niederschlag angesagt. Trotzdem sei die Lage angespannt. „Wenig Wasser ist das Alarmsignal erster Güte: Der Wald ist in größter Gefahr.“

Das Ökosystem vertrage zwar viel, erklärt Fuchs. „Aber alles hat seine Grenze.“ In der jüngsten Vergangenheit sei man dieser Grenze schon zwei, drei Mal gefährlich nahegekommen. Der Wunsch des Forstbetriebsleiters: „Es soll mindestens einen Tag pro Woche regnen. Denn Regen ist für den Förster echt ein Segen – und für jeden Landwirt auch.“

„Relativ optimistisch“, was die Ernte angeht

Das bekräftigt Gerhard Stock, Vorsitzender des Bayerischen Bauernverbands im Landkreis Freising. Ein „richtig schönes Sauwetter“, besser gesagt ein sogenanntes Landwetter – einige Tage 50 und mehr Liter Regen – sei wünschenswert.

Derzeit sei die Lage zwar in Ordnung. „Am vergangenen Wochenende hat es geregnet – 30 Liter auf den Quadratmeter. Das ist deutlich besser als gar nichts.“ Gerade für den Mais, der vor Kurzem gesägt worden sei, sowie für Sommergetreide reiche diese Menge. Auch dem Hopfen habe die Trockenheit noch nichts ausgemacht. “

Da die Böden vor allem durch den starken Wind aber extrem ausgetrocknet seien, brauche es mehr Niederschlag. Auch das Wintergetreide benötige dringend Wasser. Stock hofft auf die nächsten Tage: „Gerade schaut’s so aus, dass es nächste Woche wieder kühler und nasser wird.“ Das wäre im Mai und Juni optimal für die Feldfrüchte. Was die Ernte angeht, ist Stock „relativ optimistisch“. Er sagt: „Nach jetzigem Stand haben wir eine weitgehend normale Ernte.“ Abgerechnet werde allerdings erst zum Schluss.

Gärtnerei bereit vermehrt zum richtigen Gießen

Der fehlende Regen macht sich auch in der Staudengärtnerei Extragrün in Freising bemerkbar. „Er schlägt sich in mehr Arbeitszeit und mehr Kosten nieder“, sagt Betriebsleiterin Veronika Bauer. Gerade zum Austrieb bräuchten die Pflanzen genügend Wasser. Da sich der fehlende Niederschlag seit einigen Jahren bemerkbar mache, passe die Gärtnerei ihr Sortiment entsprechend an. „Wir haben mehr trockenheitsverträgliche Stauden, zum Beispiel Katzenminze, Steppensalbei, Fetthenne oder Mauerpfefferarten.“

Was ebenfalls auffallend sei: Was das richtige Gießen angeht, bestehe häufig Nachholbedarf. „Da beraten wir unsere Kunden vermehrt.“ Es sei klüger, Pflanzen von Anfang an so zu erziehen, dass sie tiefwurzeln müssen, um sich ihr Wasser selbst zu organisieren. Bauer erklärt: „Wenn man häufig, aber zu wenig gießt, lernen sie das nicht. Zudem ist sonst die Verdunstung sehr hoch.“

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