Wegen Corona ist nicht klar, wann - und ob überhaupt - die Bäder in der Region öffnen dürfen. Wir haben im Landkreis Freising nachgefragt, wie sich die Betriebe auf eine mögliche Saison vorbereiten.
Landkreis – Die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres haben in den vergangenen Wochen schon so manchen von einem Tag im Freibad träumen lassen. Wegen der Corona-Krise ist derzeit jedoch noch nicht klar, wann – und ob überhaupt – die Bäder in der Region öffnen dürfen. Bisher sieht die Corona-Verordnung des Freistaats Bayern weiterhin die Schließung von Freizeit- und Veranstaltungseinrichtungen, unter die auch Schwimmbäder fallen, vor. Nun warten die Bäder-Betriebe im Landkreis auf die Entscheidung der Politik, wie die Freibadsaison unter Corona-Bedingungen laufen soll. Wir haben nachgefragt, wie man sich auf eine mögliche Saison vorbereitet.
Das fresch
In nächster Zeit das Schwimmbad so wie „früher“ zu eröffnen, das schließt Alexander Frederking, Chef des Freisinger Erlebnisbads fresch, aus. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, so seine Einschätzung. Innen- und Außenanlagen seien gewartet, die komplette Revision sei bereits abgeschlossen. Derzeit werde im Außenbereich noch letzte Hand angelegt. Das Personal sei gerade dabei, alle vier Edelstahlbecken von Grund auf zu reinigen. Konzepte für einen möglichen Sommerbetrieb habe man allerdings noch nicht. Alles stehe und falle mit einer Entscheidung des Innenministeriums.
Freibad Moosburg
Das Gleiche gilt für das Freibad in Moosburg. „Da bräuchte ich eine Glaskugel“, sagt der Leiter des Hochbauamts im Moosburger Rathaus, Adalbert Schwenzl, auf die Frage, wann das Moosburger Freibad seine Pforten öffnen wird. Kassen, Umkleiden und Kiosk müssten in diesem Sommer aufgrund der Baustelle zum Neubau des Moosburger Hallenbads in Containern untergebracht werden. Deren Anlieferung erwarte man für Ende Mai. Vorher sei sowieso noch nicht an die Eröffnung zu denken, lautet die Einschätzung.
Spaß im neufun?
Ob Liegewiesen und Wasserrutsche im Neufahrner Freizeit- und Erlebnisbad neufun weiterhin geschlossen bleiben, das müsse man „abwarten“, sagt die Pressesprecherin im Rathaus, Gabrielle Ostertag. Entscheidend sei, wie die Rechtsverordnungen aussehen. Sollten diese weiter gelockert werden, dann werde man sich sofort daran machen, Konzepte für einen Sommerbetrieb zu erarbeiten. Darf man trotz der Ausgangsbeschränkung in Seen oder Flüssen baden? „Sonnen ist erlaubt, auch Schwimmen.“
Ohne Grill an Mühlseen
An den Neufahrner Mühlseen strebe man eine „ganzheitliche“ Lösung an. Mitte Mai beginne dort erfahrungsgemäß die Badesaison. „Knackpunkt“ sei die Verweildauer, meint Ostertag. „Wenn eine Familie zum Baden kommt und sich dann wieder anzieht, dann ist das voll in Ordnung.“ Auch bei anderen Personen, die das Abstandsgebot einhielten. An „Grill auspacken“ sei natürlich nicht zu denken. „Wir warten jetzt auf eine zeitnahe Regelung durch das Innenministerium“, erklärt die Pressesprecherin. Sollte diese nicht erfolgen, so müsse man sich als Gemeinde in Absprache mit benachbarten Kommunen um tragbare kommunale Leitfäden kümmern.
Abwarten in Freising
In Freising seien an öffentlichen Freizeitanlagen Hinweisschilder installiert, die auf das Abstandsgebot hinweisen, sagt Christl Steinhart vom Presseamt der Stadt Freising. Sollte die Regierung über Bäderschließungen für den Sommer verfügen, so würden die Bürger natürlich noch stärker an die Badeseen strömen. Noch gibt es keine Verbote, sich an Flüssen und Seen zu erfrischen, betont die Sprecherin des Rathauses.
Tegernbach
Bei einem Massenansturm an heißen Sommertagen werde es schon problematisch, sagte vor wenigen Tagen der scheidende Rudelzhausener Bürgermeister Konrad Schickaneder. Sobald es eine entsprechende Verfügung gebe, werde man das Freibad in Tegernbach für die Bürger öffnen. Allerdings rechne er aufgrund der aktuellen Lage noch nicht so bald damit. Man arbeite im Freibad sowieso schon mit erhöhten Hygienevorschriften. Zudem zähle er auf die Vernunft der Bürger, sich an das Abstandsgebot zu halten.
Waldbad Nandlstadt
Erfrischung im Nandlstädter Waldbad zu suchen, das wird heuer voraussichtlich nicht möglich sein. Wie bereits mehrfach berichtet, hatte die mangelhafte Wasserqualität in den vergangenen Jahren die Schließung des Bades erzwungen. Eine von der Marktgemeinde in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zu einem möglichen Weiterbetrieb des Waldbads habe gezeigt, dass der Badebetrieb nur mithilfe einer biologischen Wasseraufbereitung fortgesetzt werden könne. „Die Planungen laufen“, heißt es aus dem Nandlstädter Rathaus. Mit der Umsetzung werde demnächst begonnen. „Einen Badebetrieb hätte es unabhängig von Corona heuer wahrscheinlich sowieso nicht gegeben.“
Maria Martin
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