VonManuel Eserschließen
Freisings Klimaschützer nehmen den neuen Stadtrat in die Pflicht. Vor der konstituierenden Sitzung haben sie den Forderungen mit einer Mahnwache Nachdruck verliehen.
Freising – Die Freisinger Klimaschützer nehmen den neuen Stadtrat in die Pflicht. Bereits im Wahlkampf hatte sich Fridays for Future (FFF) mit einem umfangreichen Forderungskatalog an alle Parteien und Gruppierungen gewandt. Jetzt haben alle Fraktionen des neu konstituierten Gremiums die zehnseitige Agenda, die sich an den ganzen Landkreis richtet, erhalten. Die Forderungen, denen die Klimaschützer auch am Donnerstagabend bei einer Mahnwache auf der Luitpoldanlage Nachdruck verliehen haben, als der neue Stadtrat zur konstituierenden Sitzung zusammenkam, reichen von der Abfallwirtschaft bis zur Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene. Das FT stellt drei wichtige Kernforderungen vor.
Mobilität
„Für eine nachhaltige Entwicklung der Mobilität im Landkreis Freising ist die Stärkung des gesamten Umweltverbunds – Fuß, Rad, ÖPNV – nötig“, betont Sepp Beck von der Agenda 21-Gruppe Energie und Klima. Die Nutzer sollen zügig, preisgünstig und mit einer möglichst engen Taktung ihr Ziel erreichen und zugleich von einem verkehrsberuhigten Lebensumfeld profitieren. „Ein Abbau von Subventionen des motorisierten Individualverkehrs, zum Beispiel bei der Parkraumbewirtschaftung, lässt sich auch bei prekärem Haushalt problemlos umsetzen.“
Energie
Die Klimaschützer fordern Stadt und Landkreis dazu auf, in Zusammenarbeit einen Energienutzungsplan zu erstellen. Der soll gewährleisten, in Verbindung mit Energieeinsparungen bis 2030 den Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. „Um die Umsetzung voranzutreiben, sollte von öffentlicher Seite die personelle Ausstattung verstärkt werden, um Projekte zu initiieren, die bevorzugt genossenschaftlich geführt werden“, meint Andreas Henze von der Bürger-Energie-Genossenschaft Freisinger Land. „Damit können wir eine dezentrale Energiewende im Landkreis voranbringen.“
Umweltschutz
„Der Landkreis Freising hat durch die Wiedervernässung seiner Moorflächen ein enormes Potenzial, Treibhausgase einzusparen“, sagt Fanny Wirth von der Ortsgruppe Fridays for Future. Es gelte, in Kooperation mit den zuständigen Behörden sowie Flächeneigentümern und -nutzern moorschonende Bewirtschaftungs- und Vertriebskonzepte zu entwickeln und umzusetzen, die die Belange der Natur berücksichtigen.
Runder Tisch
Die Klimaschützer bieten den Stadträten ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen an. „Vorstellbar wäre etwa die Einrichtung eines Runden Tisches, wie es ihn schon gab, als es um den Klimanotstand ging“, schlägt Fanny Wirth vor. Aus der Stadtverwaltung habe es dazu bereits positive Signale gegeben. Gleichzeitig hat Fridays for Future auch Interesse, an den Sitzungen des Energie- und Klimabeirats teilzunehmen.
Zudem hofft die Gruppe, dass sich der neu gewählte Landrat Helmut Petz für den Ausbau von Wind- und Solarenergie einsetzt. „Zu unseren Forderungen an den Landkreis haben wir aber noch keine Antwort aus dem Landratsamt erhalten.“
Gut zu wissen
Die Parteien und Gruppierungen aus Freising haben im Rahmen des Wahlkampfs zu allen Forderungen ausführlich Stellung bezogen. Ihre Positionen finden sich wie auch der gesamte Forderungskatalog der Klimaschützer online.
